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Meldung

Wem gehört vom NS-Regime geraubte Kunst?

Die sogenannten »Washingtoner Prinzipien« regeln den Umgang mit Nazi-Raubkunst. Wem gehört heute Kunst, die vor 75 Jahren gestohlen wurde und nun in Museen hängt? EUSTORY-Preisträger haben im Rahmen des EUSTORY Summits 2018 zu diesem Thema geforscht und konnten ihre Ergebnisse im Rahmen einer internationalen Fachkonferenz einbringen.

Derzeit sind Fragen von Raubkunst, Kulturgutverlusten und der Restitution von Kunst regelmäßig in den Schlagzeilen. Anlässlich des 20. Jahrestags der internationalen Leitlinien zum fairen und gerechten Umgang mit Nazi-Raubkunst, den sogenannten »Washingtoner Prinzipien«, waren die EUSTORY-Preisträgerinnen Lara Mia Padmadaban und Trixi Steil auf das Podium der prominent besetzten Fachkonferenz »20 Jahre Washingtoner Prinzipien: Wege in die Zukunft« in Berlin eingeladen. Dort präsentierten sie dem Fachpublikum die Ergebnisse ihres Workshops, der im Rahmen des EUSTORY Summits in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste ausgerichtet wurde. Sie stellten die Perspektive einer neuen Generation auf die Washingtoner Prinzipien einer breiten internationalen Fachöffentlichkeit vor. Einer ihrer Vorschläge war, Kunstwerke mit umstrittener Provenienz nicht statisch an einem Ort zu belassen, sondern an wechselnden Orten weltweit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Zusätzlich konnten sechs junge Erwachsene ihre im Workshop erworbenen Kenntnisse zur Provenienzforschung in einem gemeinsamen Workshop der Körber-Stiftung, des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) anwenden. In der Porzellansammlung im Dresdener Zwinger setzten sich die jungen EUSTORY-Alumni zusammen mit Maria Obenaus (DZK/SKD) mit den Porzellanfiguren der Familie Klemperer auseinander. Gemeinsam verfolgten die Teilnehmenden die Geschichten der Figuren vom Raub durch die Nazis bis zur Restitution an die Familie Klemperer und zeichneten diese Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes nach. Zusammen mit der Illustratorin Elke Steiner kreierten die Teilnehmenden einen Comic, der künftig auf eindrückliche Art und Weise die Erkenntnisse aus der Provenienzforschung vor allem an junge Besucher der Ausstellung vermitteln wird.

Den Ausgangspunkt für die Konferenzteilnahme sowie den Workshop in Dresden bildete der EUSTORY Summit-Workshop »Restitution of Art – Finding Fair and Just Solutions«, der in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste entwickelt wurde und vom 14. bis 19. November 2018 in Berlin stattfand. In diesem Workshop arbeiteten 16 Teilnehmende aus 12 Ländern zusammen mit Vanessa von Kolpinski (DZK) zu Fragen der Restitution von geraubter Kunst. Dabei setzten sie sich mit der komplexen Frage auseinander, wem Kunst eigentlich gehört, wie die Washingtoner Prinzipien als internationale Vereinbarung nach fairen und gerechten Lösungen suchen und auf welche Weise man junge Menschen in diese Fragen einbeziehen kann und sollte. Die Ergebnisse ihres EUSTORY-Workshops in Berlin wurden in Kurzfilmen festgehalten.

Im Rahmen der Kooperation von der Körber-Stiftung, dem Deutschem Zentrum Kulturgutverluste und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist es gelungen, mit pädagogischer Arbeit junge Menschen in das komplexe Thema der Kulturgutverluste einzuführen und ihre Expertise zu nutzen, um so Interesse auch an andere junge Menschen zu vermitteln und einen bleibenden Beitrag zu einem relevanten Thema unserer Zeit zu leisten.

Zur filmischen Zusammenfassung, die bei der Konferenz »20 Jahre Washingtoner Prinzipien« gezeigt wurde sowie den im Workshop entstandenen Kurzfilmen

Zur Konferenz »20 Jahre Washingtoner Prinzipien: Wege in die Zukunft« und zum Programm


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