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Lebendige Bürgergesellschaft

Meldung

Kunst und Demenz

Immer mehr kulturelle Einrichtungen wie Museen oder Theater sprechen mit ihren Angeboten auch Menschen mit Demenz an. Im Lehmbruck Museum Duisburg diskutierten Kulturinstitutionen und soziale Einrichtungen darüber, wie Kunst Teilhabe ermöglichen kann. Erfahrungen aus Hamburg brachten Doris Kreinhöfer und Constanze Claus, Körber-Stiftung, ein.

»Das Museum ist ein öffentlicher Ort und es ist unser Job, diesen Ort für alle zugänglich zu machen – selbstverständlich auch für Menschen mit Demenz.« Mit dieser Forderung eröffnete Sibylle Kastner, Kunstvermittlerin im Lehmbruck Museum Duisburg und Gastgeberin der Konferenz »Beteiligtsein von Menschen mit Demenz – Kunst und Kultur schaffen Zugänge« den praktischen Austausch der Teilnehmenden.

Darüber, dass eine Vernetzung zwischen Kulturinstitutionen, sozialen Einrichtungen und mit der Nachbarschaft für eine funktionierende Infrastruktur wichtig sind, waren sich die Podiumsgäste einig. Wie aber kann echte Teilhabe für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen gelingen, die die Betroffenen ernst nimmt und ihre Bedürfnisse berücksichtigt? Auch dazu fand sich auf dem Podium schnell ein Konsens: Angebote für Menschen mit Demenz sollten gemeinsam erarbeitet werden und sowohl Angehörige als auch Betroffene in den Prozess einbeziehen. Die »Profis« aus den Kulturinstitutionen müssten lernen, Wissen abzugeben und »auch einfach mal nur zu assistieren«, so Peter Wißmann vom Demenz Support Stuttgart. »Und Flexibilität ist gefragt«, ergänzte Sybille Kastner, »denn was zum Beispiel bei einer Führung in unserem Museum interessant ist und genauer betrachtet wird, lässt sich nicht immer planen.« Wichtig sei es, einen Zugang zu Kunst zu schaffen, der nicht wissensbasiert, sondern über die Sinne funktioniere.

Doris Kreinhöfer, Körber-Stiftung, brachte Erfahrungen aus Hamburg in die Diskussionsrunde »Kunst und Kultur für alle im Quartier« ein – und hatte dazu sogar das »Lila Sofa« aus Hamburg mitgebracht, das seit einigen Monaten als sichtbares Zeichen für die Teilhabe von Menschen mit Demenz durch Hamburg tourt.

»Es gibt inzwischen schon Teilhabeangebote an vielen Orten, doch werden diese nur unzureichend genutzt. Die Hürde, das Haus zu verlassen ist hoch, die Frage, ob man mit seinen Besonderheiten wirklich willkommen ist, verunsichert. Deshalb bemühen wir uns mit unserem Hamburger Netzwerk Kultur und Demenz, Öffentlichkeit und Kulturinstitutionen auf diese Barriere aufmerksam zu machen. Unser Ziel ist die Sensibilisierung all derjenigen, die nicht selbst mit dem Thema zu tun haben, damit die Gesellschaft, in der sich Betroffene bewegen, eine freundliche ist.«

In verschiedenen Kultur-Touren hatten die Teilnehmenden dann die Möglichkeit, funktionierende Projekte zu erleben und voneinander zu leben.

Vertreten waren unter anderem:


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