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Orientteppich reloaded

Seit 2005 liegt der über 27 Meter lange »Steinerne Orientteppich« auf der Wilhelminen-Brücke am Eingang zur HafenCity – und verblasst. Wenn im Juli und August das Kunstwerk, das der Bildhauer Frank Raendchen im Auftrag der Körber-Stiftung geschaffen hat, neu verlegt wird, ist ein Großteil der Arbeit hinter den Kulissen bereits erfolgreich erledigt.

Ein Kunstwerk im öffentlichen Raum zu installieren, bedeutet nicht nur kreatives Arbeiten am Objekt, sondern auch die Beantwortung zahlreicher bürokratischer, technischer und organisatorischer Fragen. Natürlich steht der kreative Prozess an erster Stelle: Die Entscheidung darüber, welche Farbigkeit, welches Muster und welche Symbolik der Teppich bekommen soll, sind genauso richtungsweisend wie die Frage nach Material und Textur. So beschäftigte sich der Bildhauer Frank Raendchen intensiv mit der Bildsprache orientalischer Teppiche, übertrug diese auf das Format des neu entstehenden Teppichs, sondierte Steine und prüfte deren Farbe und Körnung.

Ob ein Kunstwerk den Einzug in den öffentlichen Raum aber tatsächlich finden kann, hängt im nächsten Schritt von Faktoren ab, die für jede andere Baumaßnahme auch gültig sind. Der »Steinerne Orientteppich« wird auf dem Fußgängerweg auf der Wilhelminenbrücke verlegt – und unterliegt damit den Vorgaben der für Brücken und Straßen zuständigen Hamburger Behörde: Kann Regenwasser abfließen? Wie ist die Rutschfestigkeit des Materials? Was passiert mit der Oberfläche bei Eis und Schnee? Wie lange dauern die Bauarbeiten? Wie werden Fußgängerströme umgeleitet, wenn der Gehweg gesperrt ist?

Nachdem Frank Raendchen diese Fragen in den letzten Wochen und Monaten erfolgreich beantworten konnte, kann im Juli der schönste Teil der Arbeit beginnen: das Verlegen des neuen Teppichs. Wie und wann sich Hamburgerinnen und Hamburger an dieser Arbeit beteiligen können, wird Ende Juli hier und in der Presse veröffentlicht.


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