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Lebendige Bürgergesellschaft

Meldung

»Viel geschafft, viel vor«

Vor genau zwei Jahren verabschiedete die »Engagierte Stadt« Bocholt ihre Engagementstrategie. Darin wurden eine Verstetigung der Arbeit der Freiwilligenakademie sowie die Einbindung der Wirtschaft in die Förderung und Unterstützung des Bürgerschaftlichen Engagements als Ziele formuliert. Ein bisheriges Fazit lautet: »Viel geschafft, viel vor«.

Am 29. November 2016 geschah in einem unscheinbaren Sitzungsaal des Bocholter Rathaus etwas, das für das Ehrenamt der westfälischen Kleinstadt von großer Bedeutung war: Hier verabschiedete der zuständige städtische Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales einstimmig und mit großer Zustimmung die Bocholter »Engagement-Strategie 2018+«. Eine Engagementstrategie ist ein zusammen erarbeitetes und von der Politik verabschiedetes Dokument, welches alle wichtigen Akteure auf abgestimmte Ziele einschwört, um gemeinsam mehr zu erreichen.

Um dies einmal plastischer zu machen: In der Bocholter Strategie wird bspw. die Arbeit der Freiwilligenakademie hervorgehoben, welche auch langfristig verstetigt werden soll. Diese führt die bisher von verschiedenen Trägern angebotenen Schulungsangebote zusammen – ein Perser- statt eines Flickenteppichs. Ein weiteres Arbeitsfeld, welches die Engagementstrategie benennt, ist die Einbindung der Wirtschaft in die Förderung und Unterstützung des Bürgerschaftlichen Engagements in Bocholt. So ist geplant, im regelmäßigen Turnus auf Grundlage der sog. Marktplatz-Methode neue Formen der Unterstützung bekanntzumachen und zu etablieren – schließlich müsse sich die Rolle der Wirtschaft bei der Engagementförderung nicht auf die eines Finanziers beschränken.

Für Rainer Howestädt, bei der Stadt Bocholt an vorderster Front bei der Umsetzung der in der Strategie festgehaltenen Maßnahmen beteiligt, stellte die Verabschiedung einen Quantensprung dar: »Engagementförderung ist eine freiwillige Leistung der Kommune und damit nicht selten recht unstetig. Die Verabschiedung unsere Engagementstrategie ermöglichte es daher auch erstmals, auch längerfristige Vorhaben, die mehr Planungssicherheit benötigen, anzugehen.«

Sichtbarstes Ergebnis dieses gehobenen Stellenwerts einer längerfristigen Engagementförderung war sicherlich ein neues, gut gelegenes Büro in der Bocholter Innenstadt – gerade für Freiwilligenagenturen ist eine gute Lage das A und O: „Diese zentrale Anlaufstelle hätte es ohne die Strategie in dieser Form nicht ohne weiteres gegeben“, erklärt Rainer Howestädt. Auch Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo steht weiterhin hinter der Strategie: »Die in der Engagement-Strategie aufgezeigten Maßnahmen konnten bislang so wie dort beschrieben umgesetzt werden bzw. befinden sich aktuell in der Umsetzung. Das zeigt, dass wir gemeinsam mit den lokalen Akteuren uns konkrete, realistische Ziele gesetzt haben.«

Auch die Erfahrungen im Netzwerkprogramm »Engagierte Stadt« zeigen, dass man den Wert einer solchen Strategie gar nicht hoch genug schätzen kann: »Üblicherweise haben Engagementförderer jeweils eigene Ziele. In Bocholt zeigt sich der Nutzen einer gemeinsam entwickelten Planung für die Stärkung des Engagements sehr deutlich: Alle Organisationen profitieren von den übergreifenden Maßnahmen und ziehen an einem Strang«, bestätigt Sven Tetzlaff, Sprecher der Engagierten Stadt. Rainer Howestädt hebt auch die Rolle, die das Programm »Engagierte Stadt» bei der Erstellung der Engagementstrategie hatte, hervor: »Die Engagierte Stadt war sicherlich ein entscheidender Katalysator im gesamten Prozess der Entwicklung und Abstimmung der Engagementstrategie.« 

Nach einem Resumée der vergangenen zwei Jahre und einem Ausblick gefragt, antwortet Rainer Howestädt lächelnd in typisch münsterländischer Kürze: »Viel geschafft, viel vor«.


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