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Judy Dempsey

Das Phänomen Merkel

Deutschlands Macht und Möglichkeiten

Das Phänomen Merkel

Die Politik des »wait and see«

Was finden die Deutschen bloß an ihrer Kanzlerin? Judy Dempsey, irische Journalistin mit Wohnsitz in Berlin, schaut irritiert auf eine Politik, die vor allem dem Primat des Pragmatismus verpflichtet zu sein scheint. Visionen und Utopien? – Fehlanzeige. Oder ist gerade das die Strategie: immer nur fordern, was gerade möglich ist?

Möglich wäre jedenfalls noch viel mehr, stellt Dempsey fest. Deutschland ist ein nicht nur wirtschaftlich potentes Land, Angela Merkel eine der mächtigsten Frauen der Welt – aber sie scheut davor zurück, diese Macht konsequent einzusetzen. Oft wirkt es so, als würde sie eher lavieren als regieren: Der Wunsch, sich alle Optionen offenzuhalten, ist größer als der Ehrgeiz, die eigenen politischen Ziele durchzusetzen. Nur in wirtschaftlichen Fragen lässt sie ungeniert die Muskeln spielen.

»Unfinished business« nennt Dempsey in unnachahmlicher britischer Kürze diesen Politikstil. Er scheint das sehr nachkriegsdeutsche Bedürfnis zu befriedigen, Einfluss zu nehmen, aber es trotzdem allen recht zu machen. Damit entzieht sich Deutschland unter Merkel selbst die Möglichkeit, die politischen Verhältnisse auf nationaler und internationaler Eben zu gestalten. Doch zu spät ist es dafür nicht – wenn jetzt alle konsequent Kurs halten.

6 Fragen der ZEIT an Judy Dempsey über Angela Merkel

Informationen

ISBN: 978-3-89684-097-4
Seiten: 208
Ausstattung: aus dem Englischen übersetzt von Dorothea Jestädt
Bindung: Klappenbroschur
Format: 13 x 20 cm
Erscheinungsdatum: 08.05.2013
Lieferstatus: sofort lieferbar

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Über Judy Dempsey

Judy Dempsey (Foto: privat)

Judy Dempsey ist Nonresident Senior Fellow bei Carnegie Europe und Chefredakteurin des Strategic Europe Blogs. Sie ist außerdem Autorin des Buchs Das Phänomen Merkel, welches 2013 bei der Körber-Stiftung Edition erschienen ist.

Nach ihrem Studium der Geschichte und Politikwissenschaft am Trinity College, Dublin, berichtete Judy Dempsey in den 1980er-Jahren für die Financial Times, die Irish Times und den Economist aus Mittel- und Osteuropa. Ab 1990 war sie für die Financial Times als Korrespondentin in London, Berlin, Jerusalem und Brüssel tätig, bevor sie 2004 zur International Herald Tribune wechselte. Dort arbeitete sie bis 2011 als Deutschland- und Osteuropakorrespondentin und von 2011 bis 2013 als Kolumnistin.

Stand: 28.06.2017
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