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Der Akademisierungswahn

Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung

Der Akademisierungswahn
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Irrwege der deutschen Bildungspolitik

Die deutsche Bildungspolitik ist auf dem Holzweg: Die berufliche Bildung wird vernachlässigt, die akademische Bildung wird immer beliebiger und flacher. Mit dieser These trat Julian Nida-Rümelin, Philosoph und streitbarer Kulturpolitiker, im Herbst eine Debatte los.

Seinen Kritikern hält Nida-Rümelin in diesem Essay starke Argumente entgegen: Er plädiert für ein Bildungssystem, das sich konsequent an der Vielfalt von Begabungen, Interessen, Berufsund Lebenswegen orientiert. Das kann durch eine gute und gründliche universitäre Ausbildung geschehen, die natürlich jedem begabten jungen Menschen, der studieren will, offenstehen soll. Zu diesem System gehört aber auch die berufliche Bildung, um die Deutschland in der ganzen Welt beneidet wird. Doch im eigenen Land schwindet die Anerkennung für diesen Weg in den Beruf – so entsteht eine Abwärtsspirale, die den Fachkräftemangel noch verstärkt, der aus demografischen Gründen ohnehin droht.

Es kann nicht sein, dass wegen schiefer internationaler Vergleiche die Stärken des deutschen Bildungssystems geopfert werden, erklärt Nida-Rümelin. Berufliche und akademische Bildung sind unterschiedliche, aber gleichwertige Wege zu einem gemeinsamen Ziel: jede Person nach ihren Fähigkeiten zu bilden.

Hören Sie rein in die Buchpremiere
mit Julian Nida-Rümelin und Ralf Müller-Schmid (dradio wissen)
im KörberForum – Kehrwieder 12
vom 15. Oktober 2014
Video

Autor Julian Nida-Rümelin

Foto: David Ausserhofer

Julian Nida-Rümelin gehört zu den renommiertesten Philosophen Deutschlands, er lehrt an der Universität München und arbeitet v.a. zu Rationalitätstheorie, politischer Philosophie und Ethik. Nida-Rümelin ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, für die er eine interdisziplinäre Forschungsgruppe zum Thema internationale Gerechtigkeit und institutionelle Verantwortung leitet, sowie der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Von 1998 bis 2002 wechselte er in die Kulturpolitik, u.a. als Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder.

In der Edition Körber erschienen »Philosophie einer humanen Bildung« (2013), »Der Akademisierungswahn« (2014) und »Über Grenzen denken« (2017).

Stand: 18.08.2017
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