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Holger Noltze

Die Leichtigkeitslüge

Über Musik, Medien und Komplexität

Die Leichtigkeitslüge

Klassische Musik gilt als schwierig – und damit eigentlich als unzumutbar. Medien, Kultureinrichtungen und Bildungsinstitutionen bemühen sich um einen Imagewechsel. Vermittlung tut not, darüber herrscht Einigkeit. Über die Frage, wie sie aussehen kann, auch: so einfach wie möglich. Besser, den Rezipienten nur mit leichten Musikhäppchen zu füttern, als ihn womöglich ganz zu vergraulen. Die schwungvoll vorgetragene »Champagner-Arie« gern, die »Kleine Nachtmusik« auch, »Verklärte Nacht« besser nicht. Den Hörer bloß nicht überfordern, scheint das Motto. Damit aber, argumentiert Holger Noltze, geht eine wesentliche Dimension ästhetischer Erfahrung verloren: die Komplexität.
Der Umgang mit Komplexität bedeutet immer auch, dass man sich anstrengen muss. Doch Anstrengung ist unpopulär; und wo Beliebtheit, also Marktgängigkeit, zum Maß aller Dinge geworden ist, darf Schwieriges kaum noch sein. Am Beispiel der Musik diskutiert Noltze die Frage, warum die Vermittlung von Kultur so oft versagt – mit dem Furor dessen, der seinen Gegenstand liebt. Denn ohne Anstrengung wird, so seine These, der Hörer das Beste verpassen: Musik als Möglichkeit, eine Herz und Verstand befreiende Erfahrung zu machen. Dafür lohnt sich die Mühe, denn Musik und Kultur sind Geschenke – aber man bekommt sie nicht geschenkt.

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Informationen

ISBN: 978-3-89684-079-0
Seiten: 294
Ausstattung: mit 19 s/w-Abbildungen
Bindung: Gebunden mit Schutzumschlag
Format: 12 x 20,5 cm
Erscheinungsdatum: 15.09.2010
Lieferstatus: nur auf Anfrage

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Sachgebiet: Kultur

Über Holger Noltze

Holger Noltze (Foto: David Ausserhofer)

Holger Noltze ist Musikjournalist und seit 2005 Professor für Musik und Medien an der TU Dortmund, wo er den Studiengang Musikjournalismus aufgebaut hat. Er studierte Germanistik, Hispanistik und Geschichte in Bochum und Madrid und promovierte über Wolframs »Parzival«. Von 2000 bis 2005 war Holger Noltze Ressortleiter Aktuelle Kultur beim Deutschlandfunk. Im WDR-Fernsehen moderierte er von 2001 bis 2015 die Gesprächsrunde »west.art Talk«. Zwischen 2013 und 2017 war er zudem Sprecher des »Rats für Kulturelle Bildung«. Holger Noltze ist mit Features und Beiträgen vor allem im WDR zu hören und schreibt als Musikjournalist und Literaturkritiker u. a. für »Opernwelt«, die NZZ und die ZEIT.

Noltze veröffentlichte Bücher über Goethe (2007) und Wagner (2008) sowie die opern- und kulturgeschichtliche Darstellung »Liebestod. Wagner, Verdi, Wir« (2013). Außerdem publizierte er die Bände »Die Leichtigkeitslüge. Über Musik, Medien und Komplexität« (Edition Körber, 2010) und zusammen mit dem Pianisten Menahem Pressler »Dieses Verlangen nach Schönheit. Gespräche über Musik« (Edition Körber, 2016).

Holger Noltze ist zudem Mitgründer der Online-Plattform takt1.de für klassische Musik.

Stand: 11.11.2019
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