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Illusion Statebuilding

Warum sich der westliche Staat so schwer exportieren lässt

Illusion Statebuilding
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Nach westlicher Vorstellung gründet sich ein stabiler Staat auf zwei Faktoren: Handlungsfähigkeit und Legitimität. Die Anerkennung seiner Bürger erlangt er durch Wahlen und die Herstellung von Sicherheit und Wohlfahrt. Um handlungsfähig zu sein, braucht er das Gewaltmonopol und Geld. An den Beispielen Afghanistan und Bosnien-Herzegowina zeigen die Autoren, warum die Implementierung von Staatlichkeit nach westlichem Vorbild in historisch und strukturell anders geprägten Gesellschaften so schwierig ist. Die Intervention schafft keinen funktionierenden Staat modernen Typs, sondern nur dessen Fassade: ein Potemkin’sches Staatsmodell. Ohne den immer wieder verlängerten Einsatz der Staatengemeinschaft droht die Fassade einzustürzen – mit potenziell katastrophalen Folgen. Da aber die Intervention die zentralen Probleme der Region nicht lösen kann, ist sie kaum mehr als organisierte Verantwortungslosigkeit. Externes Statebuilding stößt schnell an seine Grenzen: Der Westen irrt sich, wenn er glaubt, Staaten ließen sich durch Militäreinsatz, Institutionenaufbau, Marktliberalisierung und Demokratisierung von außen schaffen. Es bedarf einer politischen Debatte darüber, welche Handlungsoptionen in Krisen- und Kriegsregionen das kleinste Übel für alle Beteiligten darstellen.

»Ein aufregendes Buch zur rechten Zeit. ... Es argumentiert mit den fehlgeschlagenen internationalen Beispielen und warnt vor neuer Selbsttäuschung. Das Risiko, auch politisch in Afghanistan dann zum zweiten Mal zu scheitern, wäre sehr groß.« Egon Bahr

»Das trifft ins Herz der deutschen Außenpolitik. Die Autoren haben in bemerkenswerter Weise aufgeschrieben, was zum Syndrom einer scheiternden Politik gehörtRupert Neudeck

»Eine außerordentlich lesenswerte Analyse ... Ihre Thesen belegen die Autoren mit geradezu erdrückender Beweislast.« Kieler Nachrichten

Lesen Sie auch den Beitrag der Autoren in DIE ZEIT.

Informationen

Autor: Berit Bliesemann de Guevara , Florian P. Kühn
ISBN: 978-3-89684-082-2
Seiten : 215
Bindung : Softcover
Format : 13 x 20 cm
Erscheinungsdatum : 29.09.2010
Lieferstatus : sofort lieferbar

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Autor Berit Bliesemann de Guevara


Berit Bliesemann de Guevara studierte an der Universität Hamburg Politikwissenschaft und Lateinamerika-Studien und promovierte 2008 über Intervention und Staatlichkeit in Bosnien und Herzegowina. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Statebuilding sowie Ursachen und Verlauf innerstaatlicher Kriege.

Stand: 23.07.2010

Autor Florian P. Kühn


studierte in Leipzig, Alicante und Hamburg Politikwissenschaft und Germanistik und promovierte 2009 über Statebuilding in Afghanistan. Seine Forschungsschwerpunkte sind Sicherheitspolitik und die Risikowahrnehmung in der internationalen Politik. Forschungsaufenthalte in Spanien, Afghanistan und Kanada.

Stand: 17.09.2010
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