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Russland in Europa: Kalter Krieg in den Köpfen?

Der Ukraine-Konflikt und die daraus resultierenden Sanktionen sind schuld an der politischen Eiszeit zwischen Russland und der EU – darin sind sich Deutsche, Russen und Polen einig. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Umfrage »Russland in Europa: Kalter Krieg in den Köpfen?« von Kantar Public im Auftrag der Körber-Stiftung.

Im Zentrum der Befragung stand die Frage, ob Russland alles in allem zu Europa gehört. Daran glauben in Russland unter 50 Prozent der Befragten, in Deutschland und Polen immerhin etwas mehr als die Hälfte. Als wichtigstes Argument für die Zugehörigkeit wird in allen drei Ländern die geografische Lage genannt.

In Deutschland zählen – anders als in den beiden anderen Ländern – enge wirtschaftliche Verflechtungen mit geringem Abstand zur Geografie ebenfalls als wichtiges Argument für Russlands Zugehörigkeit zu Europa. Gemeinsame Werte und Kultur scheinen dagegen kaum relevant.

»In Russland wächst das Bewusstsein für eine nicht-europäische Identität aufgrund einer anderen Geschichte«, sagt Gabriele Woidelko, Leiterin des Fokusthemas »Russland in Europa« der Körber-Stiftung. »Nur der kritische Dialog über Gemeinsamkeiten und Unterschiede kann zu einer erneuten Annäherung führen«, so Woidelko weiter.

Der Ukraine-Konflikt und die damit verbundenen Sanktionen sind die Ursache des aktuellen politischen Konflikts zwischen Russland und der EU – darüber herrscht in allen drei Ländern Einigkeit. Über die Auswege aus der Krise ist man sich allerdings uneins. Während sich Deutsche und Polen einerseits mit deutlicher Mehrheit eine Wiederannäherung zwischen Russland und der EU wünschen, plädieren die Polen andererseits klar dafür, die Sanktionen beizubehalten oder zu verschärfen, die Deutschen sind in dieser Frage gespalten.

»Drei Jahre nach der Annexion der Krim bleibt der Ukraine-Konflikt die größte Belastung für die russisch-europäischen Beziehungen. Der eindeutige Wunsch nach Wiederannäherung ist ein deutliches Signal an die Politik, dass bald eine Lösung für den Konflikt gefunden werden muss«, so Gabriele Woidelko.

Gefragt danach, mit wem sie sich intensivere bilaterale Beziehungen wünschen, nennen Deutsche und Russen das jeweils andere Land an zweiter beziehungsweise dritter Stelle. Die Polen wünschen sich zuallererst mehr Zusammenarbeit mit den USA und Großbritannien, Russland steht an vorletzter Stelle.

Alle Ergebnisse der Umfrage, die bei der Körber Konferenz »Russland in Europa« am 10. November in Hamburg erstmals vorgestellt wird, sind hier zu finden:

Umfrage »Russland in Europa: Kalter Krieg in den Köpfen?«
Die Ergebnisse aktualisieren und ergänzen die Umfrage »Annäherung oder Abschottung« von 2016.


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