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Meldung

Schülerprogramm beim Historikertag in Hamburg

Rund sechs Wochen vor Beginn des 51. Deutschen Historikertags in Hamburg sind die Veranstaltungen für geschichtsinteressierte Schülerinnen und Schüler mit über 1.400 Anmeldungen fast ausgebucht. Das Programm richtet die Körber-Stiftung als Kooperationspartner mit aus.

Vom 20.-23. September 2016 diskutieren Historikerinnen und Historiker aus 20 Nationen über ihre neuen Erkenntnisse und über »Glaubensfragen«. Der mit 3.500 erwarteten Besucherinnen und Besuchern größte geisteswissenschaftliche Kongress Europas findet in diesem Jahr an der Universität Hamburg statt. Auch geschichtsinteressierte Schülerinnen und Schüler sind eingeladen, an dem Austausch teilzuhaben.

Fragen und Mitdiskutieren erwünscht!

Seit 2010 richtet die Körber-Stiftung als Partner des Historikertags ein vielfältiges Programm für jugendliche Besucher aus. In Sektionen und Vorträgen erhalten sie Einblicke in spannende Forschungen und Berufsfelder von Historikern. Fragen und Mitdiskutieren ist ausdrücklich erwünscht. Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung: »Die Debatte über Geschichte gehört in die Mitte der Gesellschaft. Wir wollen den Historikertag zu jungen Leuten hin öffnen. Sie sollen verstehen, wie Wissenschaft gemacht wird und mitdiskutieren über Themen, die ihren Blick auf die Welt mit prägen.«

Die Sektionen sind mit 650 Plätzen stärker besucht als je zuvor. Bereits zu Beginn der Sommerferien war das Programm größtenteils ausgebucht, in dem Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Themen und Epochen in Berührung kommen.

Von Frauenpower in der Antike bis zur Beatmusik der 1960er Jahre

Sie können etwa mit dem Afrika- und Kolonialzeit-Experten Jürgen Zimmerer und Schülerinnen, die für den Geschichtswettbewerb »Anders sein« zu den Hagenbeck’schen Völkerschauen geforscht haben, diskutieren: Darüber, wie wir in Deutschland aktuell und zukünftig mit dem Erbe des Kolonialismus umgehen, welche Schwierigkeiten es gibt und welche Rolle aktuelle, politische Interessen dabei spielen.

Oder sie können – passend zum Leitthema des Kongresses – Historiker dazu befragen, welche Entscheidungs- und Handlungsspielräume Kirchenleute in der NS-Zeit hatten. Ein Thema, das auch für junge Spurensucher Potenzial hat. Ruben Ullrich (22) etwa hat sich vor sechs Jahren für den Geschichtswettbewerb »Skandale« mit der Mitverantwortung eines Pastors in der Euthanasie beschäftigt und berichtet von seinen Erfahrungen und Erkenntnissen aus diesem Projekt.

Vier Vorträge eröffnen weitere Forschungsfelder. Was sagen uns Plattenspieler, Twist und Lippenstift über das Verhältnis zwischen den Geschlechtern in den 1950er und 1960er Jahren? Davon etwa berichtet Detlef Siegfried von der Universität Kopenhagen.

Der Kieler Professor für Neuere Kirchengeschichte, Johannes Schilling, nimmt seine Zuhörer auf eine längere Zeitreise mit. Wie hat die Reformation nicht nur Kirche und Religiosität, sondern auch Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur verändert? Und was feiern wir eigentlich 2017, im Jahr des großen Reformationsjubiläums?

Nur noch wenige Plätze frei!

Die Ägyptologin Angelika Lohwasser berichtet über »Frauenpower« im Königreich von Kusch. Das Königreich von Kusch lag in Nubien, dem heutigen Südägypten und Sudan. Das Besondere an seiner Kultur: Frauen hatten in dieser Gesellschaft schon ab dem 8. Jahrhundert vor Christus eine bedeutende Position inne. Für diesen Vortrag sind noch wenige Restplätze frei!

Auch zum Vortrag von Michael Mann über Menschenhandel und Migration rund um den Indischen Ozean können sich Lehrerinnen und Lehrer mit Kursen oder Klassen noch anmelden. Verkauft, verschleppt oder freiwillig? Der Experte für Kulturen und Gesellschaften Südasiens von der Humboldt-Universität zu Berlin erforscht die verschiedenen Formen von Arbeitsmigration in der Region in den vergangenen drei Jahrhunderten.

Mehr Informationen und Anmeldung auf www.historikertag.de.

Schülerpreis des Historikerverbands für Preisträger des Geschichtswettbewerbs

Ein weiteres Highlight beim Historikertag: Drei Erstpreisträger des Geschichtswettbewerbs 2014/15 können sich über eine weitere Auszeichnung freuen: Sie werden vom Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands mit dem Schülerpreis für herausragende historische Forschungsprojekte ausgezeichnet. Geehrt werden sie am 22. September bei der Festveranstaltung des Historikertags in der Hamburger Laeiszhalle. Auch wir gratulieren!


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