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Der demografische Wandel im Stadtlabor

Die alternde Gesellschaft muss lokal gestaltet werden: Dem trägt das neue Stadtlabor demografische Zukunftschancen der Körber-Stiftung Rechnung. Es bietet den Demografieverantwortlichen aus kommunalen Verwaltungen strategischen Rat, innovative Methodik und kollegiale Vernetzung. Das erste Stadtlabor fand jetzt in Hamburg statt.

»Wichtige Impulse für die Sozialplanung unserer Stadt« nimmt Beatrix Lenzen aus Hamburg mit in das Amt für Familie, Generationen und Integration der Stadt Jülich. Und auch Kerstin Motzer, Seniorenbeauftragte der Stadt Leipzig, ist begeistert von den thematischen Anregungen und dem fachlichen Austausch unter Kollegen. Beide vertreten ihre Orte beim Stadtlabor demografische Zukunftschancen, einem neuen Projekt der Körber-Stiftung zur Begleitung des demografischen Wandels in deutschen Kommunen. Die Verantwortlichen für Alter und Demografie aus 20 deutschen Städten und Kreisen kamen erstmals in Hamburg zusammen. Das gemeinsame Thema: »Die alternde Gesellschaft lokal gestalten«. Die derzeitige Gruppe wird sich unter der Koordination der Körber-Stiftung 2019 noch zwei weitere Male treffen, um thematischen Input und strategischen Rat für den Weg zur altersfreundlichen Kommune zu gewinnen.  

Demografischer Wandel heißt vor Ort: Die Städte werden älter

Eine älter werdende Bevölkerung, das ist eine Herausforderung, die alle Städte in Deutschland gemein haben. So unterschiedlich sie auch sind, der demografische Wandel – steigende Lebenserwartung und weniger Geburten –  beschert ihnen eine gewaltige Veränderung ihrer Bevölkerungsstruktur. So rechnet z.B. der Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen – ebenfalls Teilnehmer des Stadtlabors – damit, dass zwischen 2015 und 2030 die Altersgruppe von 65 bis 80 und auch die der über Achtzigjährigen um je rund 35 Prozent zunehmen werden. Für Ostfildern bei Stuttgart wird für 2030 prognostiziert, dass dann jeder dritte Bürger über 60 Jahre alt sein wird; der Anteil derer über 85 wird bis dahin sogar um 80 Prozent zunehmen.

Auch Ostfildern nimmt am Stadtlabor teil. Susanne Volpp, die Leiterin des städtischen Fachbereichs Bildung, Kultur und Familie, kann ihren kommunalen Kolleginnen und Kollegen im Stadtlabor von einen mit vielen Partnern erarbeiteten, integrierten Stadtentwicklungsplan berichten: »Gutes Älterwerden in den Stadtteilen Ostfilderns«. Für die Umsetzung der vielen beschlossenen Maßnahmen im nächsten Jahrzehnt sieht sich die Stadtverwaltung als »Ermöglicher«, vieles soll in Eigenverantwortung entstehen. Diesen Ansatz verfolgen die Teilnehmer des Stadtlabors mit Interesse. Auch Raphael Bögge, Erster Bürgermeister im bayrischen Senden. Für die Entwicklung seiner Stadt will er einen partizipativen Prozess starten und setzt dafür auf kollegialen Rat aus dem Stadtlabor. Denn das ist eine Besonderheit des neuen Programms: Das dritte Treffen wird in einer der Teilnehmerstädte stattfinden, die dann auch das Thema setzen und die Expertise aller für ihre Konzepte und Projekte nutzen kann. 

Das Stadtlabor der Körber-Stiftung trifft auf einen Nerv

Mehr als 40 Städte hatten sich für die 20 Plätze im Stadtlabor beworben. Neun der 20 Städte, die nun teilnehmen, haben sich um die Ausrichtung des Stadtlabors vor Ort beworben. »Dieses große Interesse und die Offenheit der lokalen Verwaltungen für den Rat von außen und den kollegialen Austausch zeigt uns, dass wir mit dem Stadtlabor einen Nerv treffen«, sagt Karin Haist, Leiterin der bundesweiten Demografieprojekte im Bereich Alter und Demografie der Körber-Stiftung. Kaum ein Zukunftsthema werde die Städte und Gemeinden so verändern wie der demografische Wandel. 

Und hier setzt das Stadtlabor an. Es ist Ideenschmiede, geschützter Raum und Windkanal in einem. Die dreiteilige Workshop-Reihe präsentiert Expertinnen und Experten und gute Praxis, erwartet aber auch die Bereitschaft zur Vernetzung und zum kollegialen Austausch. Bewerben können sich alle, die in der lokalen Verwaltung für die Themen Alter und Demografie zuständig sind. Im November 2019 startet der nächste Durchgang mit einer neuen Gruppe. 


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