Zeit des Exils

In der Interviewreihe »Zeit des Exils« nähern wir uns gemeinsam mit unseren Gesprächspartnern dem Begriff Exil. Kulturjournalistin Melanie von Bismarck interviewt Protagonistinnen und Protagonisten der Tage des Exils und spricht mit ihnen über ihr Leben und das kreative Schaffen im Exil, über Flucht, Entfremdung und Ankommen. Den Auftakt der Reihe bildet die Unterhaltung mit dem Schriftsteller Ilija Trojanow, der 2017 die erste »Rede zum Exil« hielt. In den nächsten Wochen folgen weitere Teile mit Olga Grjasnowa und Ayham Majid Agha, sowie Nino Haratischwili.

Melanie von Bismarck hat in Hamburg Kunstgeschichte studiert und promoviert. Sie arbeitet als freie Kulturjournalistin beim Hörfunk, vor allem für den NDR. Außerdem ist sie als Autorin, Moderatorin und Produzentin von Audioguides tätig.

Interview mit Nino Haratischwili

»Menschen mit geteilten Biografien verlieren eine gewisse Selbstverständlichkeit«, sagt die preisgekrönte Autorin und Theaterregisseurin Nino Haratischwili im Gespräch mit Melanie von Bismarck. In »Zeit des Exils« geht sie der Frage nach, wie sich Georgien wandelt, und spricht über Freiheit und eine junge georgische Generation, deren neues Bewusstsein für zivilgesellschaftliche Belange Hoffnung macht. Eine Lesung aus Haratischwilis Familienepos »Das achte Leben (Für Brilka)« von der Schauspielerin Katharina Schütz ergänzt das Gespräch.

Interview mit Olga Grjasnowa und Ayham Majid Agha

Die Schriftstellerin Olga Grjasnowa und ihr Mann Ayham Majid Agha gehen den Fragen nach, wie man in einer Gesellschaft ankommt, welches Handwerkszeug man benötigt und welche Rolle Sprache einnimmt. Ergänzt wird das Gespräch durch eine Lesung aus Grjasnowas Werk »Gott ist nicht schüchtern« von der Schauspielerin Katharina Schütz.

Interview mit Ilija Trojanow

»Man könnte sagen, die deutsche Sprache ist eine Einwanderersprache…«, sagt Ilija Trojanow im Interview. Er schlägt den Bogen von seiner eigenen Fluchterfahrung über seinen Debütroman hin zu seinem 2017 erschienenen Essay »Nach der Flucht«. In poetischer Sprache berichtet er vom Ankommen, dem Leben im Exil und dem Land, das er zurückließ. Abgerundet wird das Gespräch durch kurze Textpassagen aus Trojanows Werk, gelesen von der Schauspielerin Katharina Schütz.