Zitate aus dem Exil:
Was Omid Rezaee mit Lion Feuchtwanger verbindet

  • Seit 2015 im deutschen Exil: der Journalist Omid Rezaee (Fotos: Friedrun Reinhold)    
  • Seit 2015 im deutschen Exil: der Journalist Omid Rezaee (Fotos: Friedrun Reinhold)    
  • Seit 2015 im deutschen Exil: der Journalist Omid Rezaee (Fotos: Friedrun Reinhold)    
  • Seit 2015 im deutschen Exil: der Journalist Omid Rezaee (Fotos: Friedrun Reinhold)    
  • Seit 2015 im deutschen Exil: der Journalist Omid Rezaee (Fotos: Friedrun Reinhold)    
  • Als Journalist verfolgt: Omid Rezaee

    Der iranische Journalist Omid Rezaee lebt seit 2015 im deutschen Exil. Schon als Student arbeitete er journalistisch und war politisch aktiv. Für sein Engagement wurde er 2011 inhaftiert und verbrachte zwei Monate in Untersuchungshaft. Bevor seine Verurteilung in Kraft treten konnte, floh er in den Irak. Zwei Jahre später erreichte er Europa. In Berlin und Hamburg lernte er Deutsch. Nachdem er die Weiterbildung »Digitale Medien für Medienschaffende mit Fluchtgeschichte« an der Hamburg Media School erfolgreich abgeschlossen hat, studiert der 30-Jährige aktuell »Digital Journalism«. Darüber hinaus war er Chefredakteur des Hamburger Online-Magazins »Amal, Hamburg!«. Heute arbeitet Rezaee als freier Journalist und bloggt unter Perspektive-Iran.com in deutscher Sprache über die aktuellen Geschehnisse im Iran. Seit 2016 lebt er in Hamburg.

    Omid Rezaee erklärt, warum ihn Lion Feuchtwanger anspricht

     

    Lion Feuchtwanger: Elend und Stärke im Exil

    Omid Rezaee wählte ein Zitat des Schriftstellers Lion Feuchtwanger (1884-1958) aus dem Jahr 1940: »Exil zerrieb, machte klein und elend: aber Exil härtete auch und machte groß, reckenhaft.« Zum Zeitpunkt der Machtergreifung Hitlers befand sich Feuchtwanger auf einer US-Vortragsreise und kehrte nicht nach Deutschland zurück.

    Im französischen Exil gründete er mit Bertolt Brecht die Exil-Zeitschrift »Das Wort« und schrieb immer neue Romane, um sich öffentlich mit den Gräueltaten und den Strukturen des NS-Regimes auseinanderzusetzen. Rezaee und Feuchtwanger verbindet diese intensive Beschäftigung mit ihrer Heimat, aus der sie fliehen mussten. Beide erlebten, wie zerstörerisch das Exil wirkt, wie elend und einsam man sich fern der Heimat fühlt – und wie man an diesen Herausforderungen wachsen kann. Rezaee: »Das Exil trennt dich von geliebten Menschen, aber gleichzeitig gibt es dir die Möglichkeit, dir selbst näher zu kommen. Die einzigartige Verlassenheit, die man während des Exils erlebt, kann einen zerstören, aber auch stärker machen.«

    Einblick ins Leben im Exil

    Leben im Exil – was bedeutet das eigentlich für den Einzelnen? Menschen, die heute in Deutschland im Exil leben, zeigen uns ihre sehr persönliche Antwort auf diese Frage. Dafür haben sie Zitate historischer Exilierter ausgewählt, in denen sie sich besonders gut wiedererkennen. Die geteilten Erfahrungen im Exil überwinden Grenzen von Zeit, Kultur, Herkunft und Situation.

    Vom 6. April bis zum 7. Mai 2021 laden die Tage des Exils mit 60 Veranstaltungen dazu ein, historische und aktuelle Sichtweisen von Flucht und Exil kennenzulernen.
    Hier geht es zum Programm: www.tagedesexils.de