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Zitate aus dem Exil:
Wieso sich Shahindha Ismail in Hannah Arendt wiedererkennt

  • Morddrohungen zwangen Shahindha Ismail ins Exil    
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  • Morddrohungen zwangen Shahindha Ismail ins Exil    
  • Morddrohungen zwangen Shahindha Ismail ins Exil    
  • Morddrohungen zwangen Shahindha Ismail ins Exil    
  • Morddrohungen zwangen Shahindha Ismail ins Exil

    Shahindha Ismail ist Gründerin und Direktorin des Maldivian Democracy Network (MDN) – einer der ältesten Menschenrechtsorganisationen der Malediven. Ein Bericht, den sie 2016 mit drei Kolleginnen und Kollegen veröffentlicht hatte, wurde von den Behörden als anti-islamisch gebrandmarkt. Demonstranten und religiöse Extremisten riefen in der Folge öffentlich zum Mord an Shahindha Ismail auf. In den sozialen Netzwerken erhielt sie massive Drohungen. Besondere Aufmerksamkeit erregte 2017 ein Tweet von ihr, in dem sie sich für das friedliche Miteinander verschiedener Religionen aussprach – die Morddrohungen nahmen zu, die Polizei ermittelte gegen sie. »Wäre ich geblieben, hätte man mich umgebracht«, sagt Ismail. Seit 2019 lebt sie im Exil in Deutschland, als Stipendiatin der Stiftung für politisch Verfolgte.

    Wichtigster Gegenstand im Exil: ein Foto

    Ein Foto ihrer Tochter gehört zu Shahindha Ismails wichtigsten Gegenständen im Exil: Der Anblick gibt ihr ein Gefühl von Vertrautheit und Zuhause, das sie in Deutschland bis heute vermisst.

    Shahindha Ismail erklärt, was sie mit Hannah Arendt verbindet

     

    Hannah Arendt: flüchtete 1933 aus Deutschland

    »Hannah Arendt hat vor 80 Jahren beschrieben, was ich heute fühle«, sagt Shahindha Ismail. »Viele Dinge, die für mich zuhause alltäglich und vertraut waren, sind in Deutschland fremd. Ich habe das Gefühl, dass ich wie ein Kind alles ganz neu erlerne und mich ständig erklären muss.« Ihre Lage erkennt Ismail zum Beispiel in Arendts Zitat wieder: »Wir haben unser Zuhause und damit die Vertrautheit des Alltags verloren.« Die Theoretikerin und Publizistin Hannah Arendt war dem NS-Regime als bekannte politische Vordenkerin und Jüdin in doppelter Hinsicht ein Dorn im Auge. Nach einer achttägigen Inhaftierung durch die Gestapo im Juli 1933 flüchtete sie aus Deutschland über Tschechien und die Schweiz zunächst nach Frankreich. Nach einer Inhaftierung 1940 durch die französischen Behörden konnte sie aus einem südfranzösischen Internierungslager fliehen und schließlich 1941 über Lissabon in die USA emigrieren. Dort war Arendt bis zu ihrem Tod 1975 politisch, publizistisch und wissenschaftlich aktiv. Ihr Essay »Wir Flüchtlinge« von 1943 besitzt bis heute Aktualität.

    Einblick ins Leben im Exil

    Leben im Exil – was bedeutet das eigentlich für den Einzelnen? Menschen, die heute in Deutschland im Exil leben, zeigen uns ihre sehr persönliche Antwort auf diese Frage. Dafür haben sie Zitate historischer Exilierter ausgewählt, in denen sie sich besonders gut wiedererkennen. Die geteilten Erfahrungen im Exil überwinden Grenzen von Zeit, Kultur, Herkunft und Situation.

    Vom 6. April bis zum 7. Mai 2021 laden die Tage des Exils mit 60 Veranstaltungen dazu ein, historische und aktuelle Sichtweisen von Flucht und Exil kennenzulernen.
    Hier geht es zum Programm: www.tagedesexils.de

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