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Bisherige Symposien im Überblick

Vol. VI: »Discovering cultural relations – music institutes in multi-diverse urban societies« 2018

Beim 6. internationalen Symposium The Art of Music Education, ausgerichtet von der Körber-Stiftung in Kooperation mit der Elbphilharmonie, berieten 170 Musikexpertinnen und Experten aus 15 europäischen Ländern darüber, wie Konzerthäuser den gesellschaftlichen Wandel mitgestalten können.

Schon heute reagieren sie auf multi-diverse Stadtgesellschaften: mit Kooperationen, neuen Musikformaten und Kontakten in die internationale Musikszene jenseits des angestammten Klassikbetriebes. Zugleich bemühen sich viele Häuser, ein niedrigschwelliger Treffpunkt für eine breitere Gesellschaft zu werden. Dieses sind einige der Befunde, die bei der sechsten Ausgabe des internationalen Symposium The Art of Music Education diskutiert wurden. Alle zwei Jahre laden Körber-Stiftung und Elbphilharmonie internationale Musikexperten zur Frage nach der Rolle der Konzerthäuser nach Hamburg ein.

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda nutzte die diesjährige Tagung für eine kulturpolitischen Grundsatzrede.

Es wurde auch darüber diskutiert, inwieweit Kultur heute Religionsersatz geworden ist. Milad Karimi, Religionswissenschaftler, Übersetzer des Koran und Professor für Kaläm, islamische Philosophie und Mystik zog in einem viel beachteten Vortrag Parallelen.

Video vom Symposium 2018

Vol. V: »Rethinking the dialogue« 2016

Was sind die Resultate nach zwei Jahrzehnten Education an und mit Schulen? Was kann, was muss verbessert werden? Welche Utopien können Grenzen überwinden, welche mutigen Ideen den Weg weisen? An drei Kongresstagen traten Lehrer, Ausbilder, Künstler und Musikvermittler in einen intensiven Austausch, der vielseitigen Perspektivwechsel und schließlich neue Handlungsweisen für die Praxis eröffnen. Denn es war Zeit für einen neuen Versuch – für den Versuch, den Dialog zwischen Schulen und Konzerthäusern neu zu beleben.

Während des fünften internationalen Symposiums »The Art of Music Education« vom 3. bis 5. Februar 2016 diskutierten rund 200 Teilnehmer aus 80 Städten und 15 europäischen Ländern im Hamburger KörberForum über schulische Musikvermittlung. Das Symposium fokussierte einen Aspekt der vielseitigen Education-Arbeit, der selten im Rampenlicht, jedoch zentral für das Gelingen von nachhaltiger Musikvermittlung ist: Schulen und Kulturinstitutionen als füreinander unverzichtbare Partner zu verstehen. Sie eint die Akteure im Bestreben, jungen Menschen Zugänge zur klassischen Konzert-Musik zu eröffnen.

Video vom Symposium 2016

Vol. IV: »Heritage« 2014

Das vierte internationale Symposium THE ART OF MUSIC EDUCATION vom 22. bis 24. Januar 2014 verknüpfte drei Themen: »Stoff«/Material (kulturelles Erbe), »Transport« (Medien in der Musikvermittlung) und »Stakeholder« / Partner für Musikvermittlung aus der Musikbranche.

Schon der Auftakt begann mit prominenten Gästen: Der Schriftsteller und Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, Navid Kermani wies in seinen Vortrag »Apologie des Glasperlenspiels - Über die Bewahrung der Kultur trotz ihres Untergangs« darauf hin, wie wichtig es sei, auch bei den Erwachsenen, bei Eltern und politischen Entscheidungsträgern für die Relevanz der Kultur zu werben und mehr Informationsangebote zu machen. Ihm antwortete Hamburgs designierter Generalmusikdirektor Kent Nagano mit einem sehr persönlichen Beitrag über seine frühe Sozialisation mit Musik in der kalifornischen Kleinstadt Morrow Bay.

Unter den Podiumsgästen diskutierten neben Künstlern wie vom Faure Quartett und dem Klarinettisten Matthias Schorn Musikmanager wie Martin Hoffmann, (Berliner Philharmoniker), Lukas Barwinski, (Lang Lang International Music Foundation), und Karsten Witt, (karsten witt musik management). Für Gesprächsstoff bei der Konferenz sorgte auch die Anfang 2014 veröffentlichte Forsa-Umfrage zum Stellenwert der klassischen Musik in Deutschland, welche die Körber-Stiftung für ein aktuelles Stimmungsbild in Auftrag gegeben hatte.

Das Symposium fand in Kooperation mit der HamburgMusik gGmbH und der European Concert Hall Organisation (ECHO) statt.

Video vom Symposium 2014

Vol. III: »Energy through Synergy« 2012

Ein Blick auf die Programme von Konzertveranstaltern, in Fachzeitschriften, Musik-Portale und -Foren im Internet lässt schnell den Eindruck entstehen: Noch nie hat die Musikszene sich so wortreich mitgeteilt, so viele Projekte »erfunden« , soviel über Musikvermittlung geredet wie heute. Eine »Generation Musikvermittlung« kann positive Bilanz ziehen. Von den ersten »response«-Initiativen bis heute sind viele neue Ideen entstanden. Musik und Musikvermittlung, so will es scheinen, stehen in voller Blüte. Aber was ist mit den Wurzeln? Immer häufiger erreichen uns Meldungen, nach denen erfolgreichen Institutionen erhebliche Mittel gekürzt werden oder dort, wo nicht gekürzt wird, das Konzerthaus mitunter allein für die Erhaltung der klassischen Musik verantwortlich ist, während andere Angebote in Schule, Musikschule und Elternhäusern austrocknen.

Im Fokus der dritten Ausgabe von »The Art of Music Education« vom 25. bis 27. Januar 2012 stand deshalb das Zusammenspiel zwischen Konzerthaus und anderen gesellschaftlichen Akteuren (Kultur- und Bildungspolitik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medienwirtschaft). Die Kehrseite einer auf Eigenverantwortung beruhenden Gesellschaft besteht darin, dass die verschiedenen Akteure zu Einzelkämpfern werden anstatt sich zu verbünden. Diskutiert wurde, welche Allianzen für die Kultur in Zukunft zu knüpfen sind, damit einzelne Institutionen des Konzertlebens nicht zu Reparaturbetrieben (kultur-)politischer Entscheidungen werden.

Und neben der erfolgreichen Arbeit wird in Zukunft gefragt sein, Lobbyismus in eigener Sache zu betreiben – für die eigene Institution, aber auch für die Musik an sich.

Audio-Mitschnitte

Podcast

Vortrag von Otto Schily

»Musikerziehung zur Persönlichkeitsbildung« weiter

Podcast

Vortrag von Bela Anda

»Agenda Setting für Politik und Kultur« weiter

Vol. II: »Young Audiences« 2010

Der 24. bis 26. Februar 2010 stand in Hamburg ganz im Zeichen der musikalischen Vermittlungsarbeit: Auf Einladung der Körber-Stiftung und der Elbphilharmonie Hamburg trafen sich – nach erfolgreichem Auftakt 2008 – zum zweiten Mal namhafte Musikvermittlungs-Experten aus Europa, den USA und Asien und diskutierten zum Thema »Musikvermittlung für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 25 Jahren«.
Eine Besonderheit war die Anwesenheit der jungen Zielgruppe vor Ort: Schülermanager des Jungen Beethovenfestes Bonn, Teilnehmer von »Der Schrei!« – einem Großprojekt des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg – sowie die Mediengruppe filmteam hamburg berichteten von ihren Projekten und waren den erwachsenen Fachleuten wichtige Berater.
»Uns fehlt die Nähe, auch zu den Künstlern. Die Konzerte wirken zu abgehoben« meinte Angel Ofuriwah und regte an, »die Konzerte sollten lebhafter gestaltet und das Publikum mit einbezogen werden«.

Ob Großprojekt oder langfristig angelegtes, nachhaltiges Basisengagement –entscheidend ist die Intensität. Konzertformate für Jugendliche müssen Nähe zu den Künstlern schaffen, authentisch sein, Mut zur Überraschung zeigen – bezüglich der Orte und Programmatik – gleichzeitig aber vertraute Inhalte aus der Erlebniswelt der Jugendlichen beinhalten. Genregrenzen von der Klassik zu anderen Sparten sollten dabei durchlässiger werden. Eine Ansprache durch ihresgleichen, also ebenfalls junge Erwachsene, und eine multimediale Aufbereitung birgt die geringsten Barrieren bei der Vermittlungsarbeit. Als Paradebeispiel für eine gelungene Umsetzung genau dieser Kriterien stand Starsopranistin Annette Dasch am Mittwochabend auf der Bühne des KörberForums.
Folgende Häuser gaben im Rahmen des Symposiums einen Einblick in ihre Praxis: Concertgebouw Amsterdam, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, das Palais des Beaux-Arts Brüssel, das Chicago Symphony Orchestra, die Tonhalle Düsseldorf, das London Symphony Orchestra und das Los Angeles Music Center.
Das Symposium wurde durch den »KörberFonds ZukunftsMusik« ermöglicht. Diese Zustiftung der Körber-Stiftung an die Stiftung Elbphilharmonie ermöglicht bereits seit drei Jahren Projekte im Bereich Musikvermittlung in Hamburg und soll diese auch in Zukunft für die Elbphilharmonie sichern.

Bericht

Elbphilharmonie und Körber-Stiftung luden die internationale Konzerthausszene nach Hamburg

»Was mich ganz besonders beeindruckt bei diesem Symposium ist die Beteiligung junger Leute, das ist ein sehr mutiger Ansatz« sagt Philip Flood, Direktor des Programms LSO Discovery beim London Symphony Orchestra. Er war einer der 180 Fachteilnehmer beim internationalen Fachsymposium THE ART OF MUSIC EDUCATION. Zwei Tage diskutierten 180 Musikvermittler, Konzerthausintendanten, Vertreter aus Kulturpolitik und Medien aus 12 Ländern in Europa, Amerika und Asien in der Körber-Stiftung darüber, wie insbesondere junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren für die Konzertmusik begeistert werden können. Praxisbeispiele international renommierter Konzerthäuser lieferten die unterschiedlichsten Lösungsansätze und Denkweisen. Immer wieder fiel der Begriff der »Nähe« zu Künstlern und direkten Erlebbarkeit von Kunst. Klassik, so viele Statements der Jugendlichen, wird keineswegs per se abgelehnt. Doch die Art der Präsentation, die Gestaltung der Programme, die Auftrittsrituale der Künstler, die Werbeformen und fehlende Angebote, sich selbst beteiligen zu können, lassen viele Jugendliche die Klassikwelt als »closed job« empfinden.

Doch an Initiativen, Konzerthäuser attraktiver zu machen, fehlt es nicht. Das unterstrichen Praxispräsentationen u.a. des Concertgebouw Amsterdam, der Chicago Symphony Hall, Tonhalle Düsseldorf und des London Symphony Orchestra. Den radikalsten Ansatz präsentierte Albert Schmitt, Geschäftsführer der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Das Weltklasseorchester hat sich auf Dauer in einer Bremer Gesamtschule einquartiert. Keiner der Schüler aus über 80 Nationen wird künftig an der Musik und an den Musikern vorbeikommen, und sei es beim gemeinsamen Mittagessen in der Schulmensa. Wie herausfordernd es ist, eine weltweit reisendes Orchester in die Abläufe eines Schulalltags einzubinden, umriss Albert Schmitt mit der Bemerkung: »Bitte nicht nachmachen, wenn Sie nicht 110-prozentig überzeugt sind, von dem was Sie tun«.

Überzeugung war auch das Stichwort der folgenden Diskussionen. Denn am Anfang jeder Vermittlungsarbeit, jedes Educationsprojekts muss die persönliche Überzeugung, die Begeisterung der Akteure stehen. Was damit gemeint ist, zeigte schon beim Auftaktabend die Sopranistin Annette Dasch. In einem »etwas anderen Liederabend« stellte sie eine geradezu fühlbare Brücke zum Publikum her und hatte auch die jüngeren Tagungsteilnehmer erobert. Unverblümt und mit geradezu frecher Sprache erzählt Annette Dasch von ihrem Bedürfnis; nicht nur an der Metropolitan Opera aufzutreten, sondern eine Haupt- und Realschule zu besuchen. Eine Teilnehmerin aus den USA formulierte diese Haltung für sich mit den Worten »I want to share what I love.«

Mitschnitte

Video

Dokumentation des Symposiums 2010

Das Symposium zum Thema »Jugendliche und klassische Musik« wurde vom »filmteam hamburg« durch Nils Andersen, Gagan Singh Ahuja, Laura Cinelli, Claudia Henke, Julian Hustadt, Mostafa Ismailzadah, Sina Moslehi, Angel Rachel Oforiwah und Marie van Bömmel begleitet. weiter

Podcast

Audio-Mitschnitt

Zum Thema »Vermittlung klassischer Musik für Jugendliche und junge Erwachsene« sprach Moderatorin Andrea Thilo auf dem Fachsymposium »The Art of Music Education Vol. II« mit der Sopranistin Annette Dasch. weiter

Vol. I: »Role« 2008

Auf Initiative von Körber-Stiftung und Elbphilharmonie Hamburg trafen sich vom 23. bis 25. Februar 2008 im Hamburger KörberForum namhafte Experten aus den USA und Europa zum ersten internationalen Fachsymposium zur Situation der Konzerthäuser in Europa. Kernthema war die Musikvermittlung an Konzerthäusern.

Wie kann ein Konzerthaus sein Publikum begeistern, neue Gäste finden und Besucher langfristig an sich binden? Wie gelingt es, dass sich die Menschen in einer Stadt mit »ihrem« Konzerthaus identifizieren? Was bedeutet die Forderung, »ein Haus für alle« zu sein für die neue Elbphilharmonie in Hamburg?

Zu Gast waren Konzerthausmanager, Dramaturgen, und Leiter der Education-Programme aus Häusern wie der Boston Symphony Hall, Carnegie Hall, The Sage Gateshead, L’Auditori Barcelona, Philharmonie Luxemburg, Concertgebouw Amsterdam, Tonhalle Zürich, Gewandhaus Leipzig, Kölner Philharmonie u. a. Gäste sind auch Vertreter aus Politik, Hochschulen und Medien.

Ein Konzerthaus müsse Orchester- und Vermittlungsarbeit für alle Altersgruppen als gleichwertige Aufgaben betrachten, so die Forderung der Experten. Zugleich wurde großer Wert darauf gelegt, dass »Education« weit mehr umfasst als pädagogische Programme und ein »roter Faden« in allen Aktivitäten des Hauses werden müsse.

Weitere Informationen finden Sie unter
www.music-education.hamburg.

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