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Mit ihrem Fokusthema »Der Wert Europas« leistet die Körber-Stiftung einen Beitrag zur Debatte über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des europäischen Projekts. Ein besonderes Augenmerk richtet sie dabei auf die Frage, wie eine neue Spaltung entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs vermieden werden kann. Absicht dieser Dialogarbeit ist es, Akteure in Politik und Gesellschaft zu stärken, die sich für eine gemeinsame Vision des europäischen Projekts einsetzen.

Zielsetzung

Der Fall des Eisernen Vorhangs, die Wiedervereinigung Deutschlands und die Ost-Erweiterung der EU waren wichtige Schritte auf dem Weg zur Überwindung der europäischen Teilung. Doch ein Vierteljahrhundert nach der Zeitenwende von 1989 droht Europa eine neue Spaltung: politisch, gesellschaftlich und kulturell driften west- und mittelosteuropäische Staaten auseinander. Unterschiedliche Auffassungen von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, aber auch von Souveränität, Solidarität, gesellschaftlicher Ordnung und der eigenen Geschichte stellen das europäische Einigungswerk vor eine Zerreißprobe. Absetzungsbewegungen in anderen Teilen Europas und nicht zuletzt der Brexit werfen zusätzliche Bruchlinien auf. Ein gemeinsames Verständnis davon, was den Wert Europas ausmacht, scheint abhandengekommen zu sein.

Die Körber-Stiftung ist überzeugt:

  • dass der Weg der Annäherung und des Zusammenwachsens, der mit der Wiedervereinigung zwischen West- und Osteuropa 1989 begann und in der Ost-Erweiterung der EU besonderen Ausdruck fand, fortgesetzt werden sollte;
  • dass es eines intensiveren Dialogs mit den mittelosteuropäischen EU-Mitgliedstaaten über Europas Wert und Werte und über die Zukunft der europäischen Integration bedarf;
  • dass die offene, liberale und demokratische Gesellschaftsordnung eine Errungenschaft darstellt, die es in Europa zu verteidigen gilt.

Mit ihrem Fokusthema »Der Wert Europas« leistet die Körber-Stiftung einen Beitrag zur Debatte über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des europäischen Projekts. Vor dem Hintergrund der deutschen Teilungserfahrung richtet sie dabei ein besonderes Augenmerk auf die Frage, wie eine neue Spaltung entlang des ehemaligen »Eisernen Vorhangs« vermieden werden kann. Dafür wendet sich die Stiftung Herausforderungen der europäischen Integration, der Außen- und Sicherheitspolitik ebenso zu wie historischen Wurzeln aktueller Konflikte. Auch sind Fragen von politischer Kultur, Geschichtspolitik, Identität und Werten sowie Perspektiven der Zusammenarbeit auf staatlicher, supranationaler und zivilgesellschaftlicher Ebene zentral für das Fokusthema. Die Partner in diesem Dialog sind gesellschaftliche Vordenker, (außen)politische Entscheidungsträger und Multiplikatoren grenzübergreifender Verständigung. Besonders wichtig ist es der Körber-Stiftung dabei, Vertreter der nächsten Generation miteinander in den Austausch zu bringen.

Ziel dieser Dialogarbeit ist es, unterschiedliche Sichtweisen und Wertvorstellungen zu benennen und Gemeinsamkeiten zu identifizieren. Die Körber-Stiftung will in Politik und Gesellschaft Akteure stärken, die sich für eine gemeinsame Vision des europäischen Projekts einsetzen. Damit setzt sie ein Zeichen gegen Spaltungstendenzen und Fliehkräfte und leistet einen Beitrag zum Zusammenhalt Europas.

»Der Wert Europas« ist das aktuelle Fokusthema im Handlungsfeld »Internationale Verständigung«.

Aktuelles

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Leitung Hauptstadtbüro Berlin

Telefon +49 • 30 • 206 267 - 60
E-Mail mueller@koerber-stiftung.de
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