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Einen Abend verschenken – ein Zeichen setzen

»Zu uns kam eine Familie aus Syrien zum Dinner«, sagt Ines Burckhardt. »Sie waren sehr aufgeregt, schick angezogen und brachten Blumen mit. Wir haben uns gut verstanden, obwohl sie damals noch wenig Deutsch sprachen.« Über 1.200 »Welcome Dinner« hat die Journalistin zusammen mit ihrem Mann Friedemann Burckhardt und achtzehn Mitstreitern inzwischen vermittelt.

Die Idee: Hamburger laden Flüchtlinge zu einem Abendessen ein. »Dieser Abend ist ein Zeichen der Gastfreundschaft und des Willkommenheißens.«

Zwei Familien, ein Essen und die Übersetzungs-App: Arabisch-Deutsch

Anmelden können sich Gastgeber und Gäste dafür auf der »Welcome Dinner«-Homepage im Internet. Das Team findet dann die passende Kombination und vermittelt, mit Fingerspitzengefühl und interkultureller Kompetenz. »Wir haben uns schon manchmal Gedanken gemacht, dass etwas passieren könnte, aber das ist nie vorgekommen«, sagt Ines Burckhardt. Gäste und Gastgeber, darauf legt sie Wert, sollen möglichst aus dem gleichen Viertel kommen. Damit sie sich bei gegenseitiger Sympathie ohne lange Anfahrt und großen Aufwand wiedersehen können.

Viele, berichtet sie, träfen sich weiter. »Gastgeber helfen den Flüchtlingen zum Beispiel bei der Wohnungssuche oder bei Behördengängen. Sie schicken uns dann Fotos: Hier stehen wir schon seit zwei Stunden zusammen in der Schlange.« Oft erwidern Flüchtlinge die Einladung und laden ihre Gastgeber zum Essen ein.

»Hamburger schreiben uns dann ganz eingeschüchtert, die syrische Familie hat für uns dreißig syrische Gerichte zubereitet. Die müssen den ganzen Tag gekocht haben - und wir hatten nur einen Auflauf!« Ines Burckhardt lacht. Orientalische Gastfreundschaft eben. So können Alt- und Neu-Hamburger die Kultur des anderen kennenlernen. Und das, sagt Ines Burckhardt, wollen sie auch. Sie bräuchten nur einen Anlass, eine Gelegenheit.

»Ich habe im Winter 2014/15 in der Flüchtlingshilfe gearbeitet und gemerkt, viele Hamburger würden gerne etwas tun, ein Zeichen setzten, haben aber wenig Zeit«, sagt sie. Ein einmaliges »Welcome Dinner« ist nicht so zeitaufwändig und passt auch in einen vollen Terminkalender. Trotzdem sei so eine Einladung nach Hause eine starke Geste, erklärt Ines Burckhardt: »Flüchtlinge haben oft nur bei Behördengängen Kontakt zu Deutschen. Sie kennen vielleicht außerdem noch ihren Sprachlehrer und das war es dann auch schon. Sie leben unfreiwillig wie in einer Blase.«

Für einen Abend über den Tellerrand gucken

Dass die Integration der neuen Hamburger gelingt ist ihr wichtig, sagt Ines Burckhardt, die selbst jede Woche etwa drei Stunden ehrenamtlich »Welcome Dinner« vermittelt. »Jetzt sind die Flüchtlinge bei uns angekommen und jetzt fängt die Arbeit erst an. Ihre Integration ist eine große Aufgabe und ich glaube, »Welcome Dinner« kann dazu einen Beitrag leisten. Durch den persönlichen Kontakt, denn ohne geht es nicht.«

Welcome Dinner Hamburg
Kontakt: welcomedinnerhh@gmail.com
www.welcome-dinner.de

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