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Fokusthema

Neues Leben im Exil

Mit dem Fokusthema »Neues Leben im Exil« engagiert sich die Körber-Stiftung für Menschen, die in Deutschland im Exil leben und hier ihre Erfahrungen von Krieg und Flucht, vom Verlust der Heimat und vom Ankommen in einer fremden Kultur reflektieren. Sie möchte ihre journalistischen, künstlerischen, wissenschaftlichen und politischen Aktivitäten sichtbar machen und ihnen eine Stimme im gesellschaftlichen Dialog geben.

Für Menschen, die aus politischen, religiösen oder ethnischen Gründen verfolgt werden, ist die Flucht ins Exil häufig die einzige Möglichkeit, das eigene Leben in Sicherheit zu bringen. Das bedeutet Verlust von Heimat und des sozialen Umfelds, der vertrauten Sprache und der beruflichen Entfaltung. Es stellt die eigene Identität in Frage.

Wenn es um den Schutz vor Verfolgung geht, hat Deutschland eine besondere historische Verantwortung. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden Hunderttausende entrechtet und ins Exil getrieben. Dort setzten sich viele weiterhin für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte ein. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen engagiert sich die Körber-Stiftung für Menschen, die gegenwärtig im Exil in Deutschland leben, die demokratische Werte teilen und sich als Mittler zwischen verschiedenen Welten verstehen.

Das Leben im Exil ist eine extreme Erfahrung, die das Wirken von Journalisten, Künstlerinnen, Politikern, Wissenschaftlerinnen oder Fotografen in vielfältiger Weise verändert. Das Exil kann Menschen verstummen lassen, hat in der Vergangenheit und bis heute aber auch produktive Kräfte freigesetzt. In ihnen steckt eine Chance, ungewohnte Perspektiven zu entdecken, eine andere Beziehung zur alten Heimat zu entwickeln und die neue Heimat mit dem Blick von außen zu betrachten. Die Körber-Stiftung ist überzeugt, dass diese Menschen Deutschland mit ihren Erfahrungen bereichern.

Mit dem Fokusthema »Neues Leben im Exil« stärkt die Körber-Stiftung Menschen im Exil, die sich mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten in die Gesellschaft einbringen wollen. Die Stiftung macht diesen Neuanfang sichtbar und gibt den Erfahrungen von Menschen im Exil ein Forum. Sie unterstützt den Austausch von Exilierten unterschiedlicher Nationalität untereinander, öffnet den Dialog mit der Bevölkerung und stellt aktuelle Herausforderungen und Chancen des Exils zur Debatte. Dabei wird auch die Brücke zum Exil in der Vergangenheit geschlagen, um Kontinuitäten aufzuzeigen und die historische Verantwortung Deutschlands bewusst zu machen.

Durch die aktive Einbindung der Menschen im Exil in den öffentlichen Diskurs fördert die Körber-Stiftung das Verständnis für die Situation der Verfolgten und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer lebendigen Bürgergesellschaft.

»Neues Leben im Exil« ist das aktuelle Fokusthema im Handlungsfeld »Lebendige Bürgergesellschaft«.

Antonio Ablon zitiert Otto Wels

Mit der Zitatkampagne zum Fokusthema »Neues Leben im Exil« stellt die Körber-Stiftung die Gedanken und Herausforderungen des Lebens im Exil vor. Dafür haben Menschen, die heute in Deutschland im Exil leben, Zitate historischer Exilierter ausgewählt, in denen sie sich besonders gut wiedererkennen. Weil sich der philippinische Bischof Antonio Ablon für die Menschenrechte engagierte, erhielt er Morddrohungen. Seit 2019 lebt er in Deutschland. Er hat ein Zitat des von den Nazis ins Exil gezwungenen Politikers Otto Wels ausgewählt.

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Zohre Esmaeli zitiert Mascha Kaléko

Zohre Esmaeli ist Model, Unternehmerin und soziale Aktivistin. Als Jugendliche floh sie mit ihren Eltern aus Afghanistan. Esmaeli stellt ein Zitat der Dichterin Mascha Kaléko vor, die 1938 vor den Nationalsozialisten in die USA flüchtete.

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Omid Rezaee zitiert Lion Feuchtwanger

Der iranische Journalist Omid Rezaee erkennt sich in einem Zitat des deutsch-jüdischen Schriftstellers Lion Feuchtwanger wieder, der Anfang der 1930er Jahre vor den Nazis aus Deutschland flüchtete.

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Kontakt

Andrea Bayerlein
Fokusthemenmanagement
Handlungsfeld »Lebendige Bürgergesellschaft«

+49 • 40 • 80 81 92 - 177
bayerlein@koerber-stiftung.de

Susanne Kutz
Leitung Bereich Alter und Demografie
Leitung Haus im Park der Körber-Stiftung

+49 • 40 • 72 57 02 - 36
kutz@koerber-stiftung.de

Sven Tetzlaff
Leitung Bereich Demokratie, Engagement, Zusammenhalt

+49 • 40 • 80 81 92 - 144
tetzlaff@koerber-stiftung.de



Aktuelle Veranstaltungen zum Fokusthema »Neues Leben im Exil«

Montag, 23.11.2020 | 19.00
Vortrag im Video-Livestream

Rede zum Exil mit Anabel Hernández

Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder der Welt. Immer wieder geraten dort auch Journalistinnen und Journalisten zwischen die Fronten. »Reporter ohne Grenzen« führt das mittelamerikanische Land auf den unteren Rängen. Anabel Hernández ist eine der führenden mexikanischen...

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Dienstag, 24.11.2020 | 09.00
Online-Tagung

Exile Media Forum

Die Corona-Pandemie hat die Situation der Pressefreiheit in vielen Ländern weiter verschärft, Journalistinnen und Journalisten werden aufgrund ihrer Berichterstattung über Covid-19 bedroht und verfolgt. Auch im Exil erschwert sich für viele die Situation weiter. Wie wird...

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Interview

»In den Tiefen der Seele steht immer der Koffer bereit.«

Der Schriftsteller Georges-Arthur Goldschmidt floh als Kind vor dem Nazi-Regime ins Exil. Wiederholt verarbeitete er Heimatverlust und Entwurzelung literarisch, zuletzt in seinem kürzlich erschienenen Buch »Vom Nachexil«. Im Interview blickt er auf Exil, seine Muttersprache und sein ehemaliges Heimatland Deutschland.


Zeit des Exils

In der Interviewreihe »Zeit des Exils« nähern wir uns gemeinsam mit unseren Gesprächspartnern dem Begriff Exil. Kulturjournalistin Melanie von Bismarck interviewt Protagonistinnen und Protagonisten der Tage des Exils und spricht mit ihnen über ihr Leben und das kreative Schaffen im Exil, über Flucht, Entfremdung und Ankommen. Den Auftakt der Videoreihe bildet das Gespräch mit dem Schriftsteller Ilija Trojanow. In den nächsten Wochen folgen weitere Teile mit Olga Grjasnowa und Ayham Majid Agha, sowie Nino Haratischwili.

zu den Videos

Stimmen des Exils

Mit der Serie »Stimmen des Exils« lassen Körber-Stiftung und Tagesspiegel Journalistinnen und Journalisten im Exil zu Wort kommen. An ausgewählten Gedenk- oder Aktionstagen werden im Tagesspiegel ihre Artikel veröffentlicht. Den Auftakt der Reihe bildete der Internationale Tag der Demokratie: Vier Journalistinnen und Journalisten, die aus dem Iran, Syrien und der Türkei geflüchtet sind und nun in Deutschland im Exil leben, berichteten, wie sie Demokratie erleben. In begleitenden Workshops vertiefen sie ihre Kenntnisse über das deutsche Mediensystem und schärfen ihr journalistisches Handwerkszeug. Die nächste Themenseite erscheint am 10. Dezember zum Tag der Menschenrechte.

zu den bisher erschienenen Texten

Ausstellung: Hier fühle ich mich zu Hause

Die Ausstellung »Hier fühle ich mich zu Hause« zeigt Porträts von Menschen, die in Hamburg im Exil leben. Seit 2018 begleitet der Fotograf Friedrun Reinhold sie an ihre Lieblingsorte in der Hansestadt, fotografiert und interviewt sie. Die Porträtierten erzählen von Erinnerungen an ihre Heimat und dem Ankommen in unserer Gesellschaft, von ihren Träumen und wie sie die neue Freiheit nutzen. Die Ausstellung wird laufend erweitert.

Vom 1. Dezember an ist die Ausstellung in der Akademie Sankelmark zu sehen.
Akademieweg 6, 24988 Oeversee
Die dann geltenden Öffnungszeiten finden Sie hier.

Einen Einblick gibt dieses Booklet (PDF) und die Bildergalerie:

  • »In Hamburg habe ich eine Freundin, die aus dem Iran kommt. Wenn ich ihre Mutter besuche, gibt es persisches Essen und ihr Zuhause erinnert mich an den Iran. Dann fühle ich mich wie bei meiner Großmutter. Ich glaube, vor vielen Jahren war es in Deutschland wie im Iran heute. In meiner Heimat kann eine unverheiratete Frau nicht frei herumlaufen oder alleine reisen.« Sanaz Safaie, 39 Jahre, Schauspielerin und Malerin aus dem Iran    
  • »Manchmal überkommt mich im Exil die Einsamkeit. Von meiner Gemeinde getrennt zu sein, erzeugt ein Gefühl von Schuld in mir. Aber nur hier bin ich sicher und kann mich weiter für Freiheit und Menschenrechte in meinem Heimatland einsetzen. Wenn ich in Hamburg durch die Straßen gehe, fallen mir die Stolpersteine auf. Mir gefällt, wie damit an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert wird. Die Steine ermahnen uns: Wir sollten niemals vergessen, und wir sollten nie wieder so etwas erleben.« Antonio Ablon, 46 Jahre, Bischof von den Philippinen    
  • »Wenn ich schlafe, träume ich immer von Damaskus, meiner Heimat. Die Straße, in der ich lebte, kommt fast jedes Mal vor. Ich vermisse sie, ich vermisse Damaskus. In Damaskus gibt es einen kleinen Fluss, in Hamburg die Elbe und den Hafen. Der Hafen hat einen großen Einfluss auf die Menschen, die hier leben. Er macht sie offener. Ich mag das Meer und Häfen sehr gerne, ich liebe das Wasser. Wasser und Hafen bedeuten Toleranz und Offenheit.« Hussam Al Zaher, 31 Jahre, Journalist aus Syrien    
  • »In Hamburg gibt es so viele Möglichkeiten, die Menschen sind nett. Viele Leute studieren und betrachten die Dinge aus einer kritischen Perspektive. Das ist gut für mich, weil ich mich in meinem Heimatland als Feministin engagiert habe. Einige der ersten Orte, an denen ich in Hamburg war, sind Orte, wo es so etwas wie Widerstandsbewegungen gab, wie die Rote Flora und der Park Fiction, und ich dachte: ›Diese Stadt fühlt sich wirklich gut an.‹« Gulzat Matisakova, 29 Jahre, Filmemacherin aus Kirgisistan    
  • »Bevor ich nach Hamburg kam, hat man mir seltsame Dinge über das Wetter erzählt. Aber ich genieße den Regen hier sehr. Ich bin am Meer aufgewachsen, und mir gefällt der Gedanke, dass mich das Wasser immer begleitet. Viele Menschen fragen mich, ob ich in Deutschland bleiben möchte. Es ist ein wunderschönes Land, aber es ist nicht mein Land. Ich hoffe, dass ich so bald wie möglich in meine Heimat zurückkehren kann. Davon träume ich.« Shahindha Ismail, 41 Jahre, Menschenrechtsaktivistin von den Malediven    
  • »Ich habe die Stadt Hamburg durch das Buch ›Draußen vor der Tür‹ von Wolfgang Borchert kennengelernt. Zwei Monate bevor ich nach Hamburg kam, habe ich dieses Buch gelesen. Einer der ersten Orte, den ich in Hamburg dann besucht habe, war der Ohlsdorfer Friedhof – auf dem Wolfgang Borchert bestattet wurde. Dort gehe ich immer wieder mal hin, auch wenn es weit weg ist. Ich mag Friedhöfe.« Omid Rezaee, 29 Jahre, Journalist aus dem Iran    
  • »In Hamburg bewege ich mich in einer brandneuen Welt, überall gibt es Gelegenheiten. Das kann uns anspornen, als Journalisten, Experten, Historiker, Politiker gemeinsam an einer besseren Zukunft für die Ukraine zu arbeiten. Dabei geht es erst einmal darum, besser zu verstehen, was passiert, und praktische Probleme zu lösen. Doch träumen, einem Ideal nachhängen – dafür ist kein Raum. Ich träume zurzeit von gar nichts.« Aleksei Bobrovnikov, 38 Jahre, Journalist aus der Ukraine    
  • »Diesen Sommer wollte ich mein Masterstudium in Ungarn beginnen, für das ich ein Stipendium bekommen hatte. Ich hatte schon mein WG-Zimmer gekündigt. Doch die ungarische Regierung hat ein Gesetz erlassen, das Nicht-EU-Bürgern das Studieren verbietet. Nun bleibe ich in Hamburg, und mein Lieblingsort ist ›Planten un Blomen‹. Hier komme ich zur Ruhe. Bangladesch ist ein sehr grünes Land, an das mich dieser Park voller Blumen und Bäume erinnert.« Ananya Azad, 27 Jahre, Blogger aus Bangladesch    
  • »Ich habe keine Erinnerung an meine ersten beiden Jahre in Hamburg. Jetzt versuche ich, an mein altes Leben anzuknüpfen, um wieder zu mir selbst zu finden. In Tadschikistan habe ich viel Sport gemacht und Tanzkurse besucht. Nun will ich wieder aktiv werden. Mit 30 Jahren habe ich in Deutschland Fahrradfahren gelernt. Ich fahre täglich mit einem Rad um die Alster, das mir eine Freundin aus Hamburg geschenkt hat.« Humayra Bakhtiyar 32 Jahre, Journalistin aus Tadschikistan    
  • »In Syrien glauben viele, dass die Deutschen sehr ernst seien und keinen Spaß verstünden. Dann habe ich die Werke von Loriot kennengelernt. Ich mag Loriot sehr. Vielleicht, weil ich viele Alltagssituationen erlebe, die mich an seine Stücke denken lassen, obwohl sie schon so alt sind. Loriot hilft mir dabei, Deutschland besser zu verstehen. Und manchmal – mithilfe des Lachens – auch: zu überstehen.« Faisal Hamdo, 29 Jahre, Autor und Physiotherapeut aus Syrien    
  • »Meine Bibliothek ist Teil meines Lebens. Sie gehört zu mir wie ein Körperteil. Doch ich habe ihn verloren. Ich konnte kein einziges Buch ins Exil mitnehmen. Aber manchmal, wenn ich mich meinen Erinnerungen überlasse, bin ich wieder in meinem Land, in meiner Heimat, in meiner Bibliothek. Allein aus dieser Vorstellung schöpfe ich viel Kraft.« Hakan Mertcan, 40 Jahre, Wissenschaftler aus der Türkei    
  • »In meinem ersten Jahr in Deutschland war ich sehr alleine. Ich konnte kein Wort Deutsch und kannte niemanden. Im Dezember wurde ich von mehreren Journalisten eingeladen, mit ihnen Weihnachten zu feiern. Es gab ein großes Festessen. Sie hatten sogar ein Geschenk besorgt. Ich bin christlich erzogen worden und habe kurz vor Heiligabend Geburtstag. Die Einladung dieser mir vorher völlig unbekannten Menschen war etwas sehr Besonderes für mich.« Itai Mushekwe, 34 Jahre, Journalist aus Simbabwe    
  • »Viele Deutsche bezeichnen Menschen wie mich pauschal als Flüchtlinge, wie eine Masse. Aber ich bin kein Flüchtling. Ich bin eine Autorin, eine Schriftstellerin, die im Exil lebt. Das ist ein großer Unterschied. Manchmal fühle ich mich wie eine Brücke zwischen meiner und der deutschen Kultur. Die Geschichte Syriens wird zurzeit vom Regime und vom Staat bestimmt. Aber Romane erzählen die wahre Geschichte eines Landes. Ich glaube, das ist nun meine Aufgabe: erzählen, was in Syrien wirklich passiert.« Rosa Yassin Hassan, 43 Jahre, Schriftstellerin aus Syrien    
  • »Jede Gesellschaft hat ihre eigenen Werte. Das politische System im Irak ist korrupt und undemokratisch, aber wir Kurden legen großen Wert auf Freundschaft und Gastfreundschaft, auf Engagement und Hilfe für bedürftige Menschen. Auch in Deutschland engagieren sich viele und sogar die Älteren. Sie wollen verhindern, dass die Gesellschaft, die sie mit aufgebaut haben, auseinanderfällt. In meiner Heimat habe ich mich gegen Korruption eingesetzt, für Demokratie und Pressefreiheit gekämpft. Von Deutschland aus will ich diesen Kampf weiterführen.« Kamal Chomani, 33 Jahre, Journalist aus dem Irak    
  • »Früher, in meiner Heimat, war ich musikalischer Leiter und TV-Produzent der afghanischen ›Sesamstraße‹. Doch dann musste ich mein Land verlassen. Ich habe Asyl beantragt, warte aber immer noch auf den Bescheid vom Bundesamt. Zurzeit bin ich weder Deutscher noch Afghane. Ich bin entwurzelt, ich lebe zwischen den Welten.« Ahmad Khalid Shirzad, 38 Jahre, Musiker aus Afghanistan    
  • »Ich wünsche mir, dass die Menschen in Deutschland meine Gründe verstehen, dass sie nachvollziehen, warum so viele Afghanen hierher fliehen. Unsere Flucht war beschwerlich und hat fast zwei Jahre gedauert. Jetzt brauchen wir Zeit, um hier anzukommen. Wenn die Menschen uns dieses Verständnis entgegenbringen, wäre es für uns deutlich leichter, uns einzuleben und der Gesellschaft etwas zurückzugeben.« Maliha Akhavan, 58 Jahre, Frauenrechtlerin aus Afghanistan    
  • Einblicke ins Leben im Exil – Zitatkampagne

    Beitrag im NDR Kulturjournal

    Das NDR Kulturjournal berichtete über unsere Zitatkampagne: 

    Vor fünf Jahren sagte Angela Merkel den mittlerweile historischen Satz »Wir schaffen das!«. Aber wie haben es diejenigen geschafft, die seit fünf Jahren – oder schon länger – hier sind? Welche Herausforderungen hatten sie zu bewältigen, welche Gedanken beschäftigen sie? Ein philippinischer Bischof, ein iranischer Journalist und ein afghanisches Model erzählen von den Schwierigkeiten des Alltags im deutschen Exil und vom Verlust ihres früheren Lebens. Gerade sind ihre Gesichter zu sehen auf großen Plakaten im Rahmen einer Kampagne der Hamburger Körber-Stiftung.

    zur Sendung

    Projekte zum Thema Exil


    Amal, Hamburg!

    Das Nachrichtenangebot Amal, Hamburg! informiert Menschen in Hamburg auf Arabisch und Persisch über das kulturelle, politische und gesellschaftliche Leben in der Hansestadt. Journalistinnen und Journalisten aus Syrien, Afghanistan und Iran im Hamburger Exil versorgen hier zugewanderte Menschen in ihrer Muttersprache mit den wichtigsten Nachrichten des Tages, mit Reportagen und Hintergrundberichten. In Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland startete das Projekt im April 2019.


    Exil heute – künstlerische Produktionsresidenzen

    Das Thema Exil auf die Bühne zu bringen und innovative künstlerische Formate einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen – das ist das Ziel des Projekts Exil heute – künstlerische Produktionsresidenzen. Ab 2020 vergibt die Körber-Stiftung gemeinsam mit dem internationalen Produktionshaus Kampnagel Hamburg Residenzen für Theater-, Performance- oder Tanzprojekte, die sich mit dem Thema Exil beschäftigen.


    Exile Media Forum

    Die Zahl der Journalisten und Medienschaffenden, die sich in Deutschland im Exil befinden und hier arbeiten, steigt. Was bedeutet es, im Exil journalistisch tätig zu sein? Wie verändert sich die deutsche Medienlandschaft vor dem Hintergrund von Migration und Globalisierung? Diesen Fragen geht das Exile Media Forum nach. Einmal im Jahr werden rund 100 Experten und Medienleute nach Hamburg geladen, um Zukunftsfragen miteinander zu diskutieren, neue Trends aufzuspüren und Erfahrungen auszutauschen.


    Tage des Exils

    Die Tage des Exils sind ein publikumsorientiertes Veranstaltungs- und Begegnungsprogramm in Hamburg. Es gibt Menschen im Exil eine Plattform, schlägt die Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit und regt zu Dialog und Verständigung zwischen Alt- und Neubürgern an, um so zum besseren Zusammenhalt in der Stadt beizutragen.

    Gesichter des Exils auf Instagram

    Exil hat viele Gesichter – das zeigt der Instagram-Account @gesichterdesexils. Wir stellen Menschen vor, die heute im Exil leben und in Deutschland Schutz vor Terror, Unrecht und Verfolgung finden. Außerdem geht es um die Geschichten von Menschen, die in der Vergangenheit aus Deutschland ins Ausland geflüchtet sind.

    Meldungen

    – Meldung

    Die Schriftstellerin Olga Grjasnowa aus Aserbaidschan und ihr Mann Ayham Majid Agha aus Syrien gehen im neuesten Gespräch der Interviewreihe »Zeit des Exils« den Fragen nach, wie man in einer Gesellschaft ankommt, welches Handwerkszeug man benötigt und welche Rolle Sprache einnimmt.

    weiter

    – Meldung

    Die Nachrichtenangebote Amal, Hamburg! und Amal, Berlin! informieren Menschen auf Arabisch und Persisch über das kulturelle, politische und gesellschaftliche Leben in Hamburg, Berlin und ganz Deutschland. Gemeinsam haben sie nun mehr als 100.000 Abonnenten auf Facebook.

    weiter

    Meldung

    Zum Internationalen Tag der Demokratie schreiben vier Journalistinnen und Journalisten aus Syrien, dem Iran und der Türkei, wie sie Demokratie erleben. Ihre Texte bilden den Auftakt der neuen Serie »Stimmen des Exils«, mit der Körber-Stiftung und Tagesspiegel Journalistinnen und Journalisten im Exil zu Wort kommen lassen.

    weiter

    – Meldung

    Der Schriftsteller Georges-Arthur Goldschmidt floh als Kind vor dem Nazi-Regime ins Exil. Wiederholt verarbeitete er Heimatverlust und Entwurzelung literarisch, zuletzt in seinem kürzlich erschienenen Buch »Vom Nachexil«. Im Interview blickt er auf Exil, seine Muttersprache und sein ehemaliges Heimatland Deutschland.

    weiter

    Magazin


    Video

    Informationspolitik in der Corona-Krise

    Während der Corona-Pandemie ist es besonders wichtig, verlässliche Informationen zu erhalten – auch für jene, die nicht so gut Deutsch sprechen. Der Sprecher des Hamburger Senats Marcel Schweitzer und Omid Rezaee, Leiter der Redaktion von »Amal, Hamburg!« diskutierten über Falschmeldungen und mehrsprachige Angebote.



    Video

    Chancen im Exil: Den Arbeitsmarkt meistern

    Beim Versuch, den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden, fühlen sich viele Neu-Hamburger mit Fluchthintergrund wie im Labyrinth. Welche Weichenstellung sieht die Hamburger Politik vor, um dem strukturellen Wandel zu begegnen? Über Hürden und Chancen der Arbeitsmarktintegration diskutierten Staatsrätin Petra Lotzkat, Julia v. Weymarn, leetHub St. Pauli e. V., und der Physiotherapeut Faisal Hamdo.



    Video

    Exile Media Forum 2019

    Die Zahl der Journalisten und Medienschaffenden, die sich in Deutschland im Exil befinden und hier arbeiten, steigt. Was bedeutet es, im Exil journalistisch tätig zu sein? Wie verändert sich die deutsche Medienlandschaft vor dem Hintergrund von Migration und Globalisierung? Und welche Rolle spielt die Digitalisierung dabei? Diesen Fragen geht das Exile Media Forum nach. Einmal im Jahr werden rund 100 Experten und Medienleute nach Hamburg geladen, um Zukunftsfragen miteinander zu diskutieren, neue Trends aufzuspüren und Erfahrungen auszutauschen.



    Interview

    Selbst die Vergangenheit hört nicht auf, vergangen zu sein!

    Aref Hamza ist ein kurdisch-syrischer Rechtsanwalt, Journalist und Autor. In Syrien setzte er sich für Menschenrechtsbelange ein und erfuhr dadurch starke Repressalien. Seit 2014 lebt er in Buchholz in der Nordheide. Mit Hilary Schmalbach, Körber-Stiftung, sprach er über seine Situation im Exil in Norddeutschland.



    Video

    Aufbrüche aus dem Exil

    Mit 16 Jahren flieht Pedro Kadivar aus dem Iran und lebt zunächst in Frankreich. Heute arbeitet er als Schriftsteller und Theaterregisseur in Berlin. Sein »Kleines Buch der Migrationen« schlägt eine Brücke zwischen persischer und europäischer Literatur. Mit der Literaturwissenschaftlerin Doerte Bischoff spricht er über das Fremdsein und die Rolle der Sprache beim Aufbruch ins Unbekannte. Der Schauspieler Stephan Benson trägt ausgewählte Passagen aus den Texten von Pedro Kadivar vor.



    Foto: Amal, Hamburg!/Omid Rezaee
    Bericht

    Ein Mädchen unter Jungs: Shabnam Ruhin

    Shabnam Ruhin wurde 1991 in Hamburg geboren. Ihre Familie war vor dem Krieg und der Unsicherheit in Afghanistan geflohen und 1989 nach Deutschland gekommen. Sie wuchs hier auf wie andere afghanische Mädchen auch. Aber es gibt wenige afghanische Mädchen, die sich im Alter von acht in den Fußball verlieben. Shabnam tat es.


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