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Meldung

Exilland Deutschland

Die Zahl der Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, ist im letzten Jahr auf mittlerweile über 68 Millionen gestiegen. Unter ihnen sind viele, die in Deutschland Schutz vor Verfolgung suchen. Die Konferenz »Exilland Deutschland: Herausforderungen in Wissenschaft, Kultur und Journalismus« widmet sich am 28. Mai im KörberForum diesem Thema.

Wie können Exilanten hier ihre Arbeit fortsetzen? Welche Unterstützung brauchen sie? Welche Modelle und Erfahrungen gibt es? Was lässt sich übertragen? Auf diese Fragen sucht die Konferenz in Hamburg Antworten. Vertreterinnen und Vertreter von Förderinstitutionen, Fachleute und Exilierte diskutieren Beispiele guter Praxis sowie Chancen und Grenzen von Fördermodellen. Es sprechen unter anderem der syrische Künstler Khaled Barakeh, der Journalist Bashana Abeywardena aus Sri Lanka, Prof. Dr. Jeff Wilkesmann, Biochemiker aus Venezuela und Kampnagel Intendantin Amelie Deuflhard.

Sven Tetzlaff, bei der Körber-Stiftung Leiter des Bereichs Zusammenhalt, Demokratie, Engagement, äußert sich in »Politik & Kultur«, der Zeitung des Deutschen Kulturrates zu den Absichten der Stiftung, sich dem Thema Exil ausführlicher zu widmen. »In den letzten Jahren ist die Zahl der Menschen, die bei uns Schutz vor Verfolgung suchen, deutlich gestiegen. Wir haben uns als Körber-Stiftung die Frage gestellt, wie wir sie dabei unterstützen können, ihre Berufsbiografien fortzusetzen und Zugang zur Aufnahmegesellschaft zu finden. In unserem Handlungsfeld Lebendige Bürgergesellschaft haben wir daher den Arbeitsschwerpunkt 'Neues Leben im Exil' gebildet. Die Idee ist, Menschen im Exil die Möglichkeit zu geben, hier ihre Talente, Erfahrungen und Ideen einzubringen«. So wie in den 1930er Jahren unsere Nachbarländer Menschen aus Deutschland aufgenommen und ihnen Schutz gegeben hätten, so Tetzlaff weiter, seien wir heute gefragt, Verantwortung zu übernehmen. Denn weltweit gerieten Demokratien und offene Gesellschaften immer mehr unter Druck und Künstler, Kulturschaffende, Journalisten und Wissenschaftler flüchteten zu uns.

Zum Abschluss der Konferenz wird der chinesische Schriftsteller und Musiker Liao Yiwu die dritte Hamburger Rede zum Exil halten. Die Konferenz der Körber-Stiftung ist eine Kooperation mit der Martin Roth-Initiative, der Philipp Schwartz-Initiative bei der Alexander von Humboldt-Stiftung und Reporter ohne Grenzen.

Konferenz-Programm (PDF)
Interview mit Sven Tetzlaff in »Politik & Kultur« (Seite 24) (PDF)


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