X

Meldung

Investigative Journalisten im Exil

Die Arbeit investigativer Journalistinnen und Journalisten kann in Ländern mit eingeschränkter Pressefreiheit lebensgefährlich sein. Oft bleibt nur der Gang ins Exil. Im Rahmen der »Global Investigative Journalism Conference« in Hamburg nimmt das Exile Media Forum 2019 der Körber-Stiftung die Lage exilierter Medienschaffender in den Blick.

Sie recherchieren unter schwierigsten Bedingungen, decken Machtmissbrauch auf und ziehen Verantwortliche aus Politik und Wirtschaft zur Rechenschaft: Die Arbeit investigativer Journalistinnen und Journalisten ist von großer Bedeutung, doch sie ist dort, wo die Pressefreiheit nicht mehr gewährleistet ist, gefährlich. Deshalb sehen sich immer mehr Medienschaffende gezwungen, ins Exil zu gehen. Das Exile Media Forum der Körber-Stiftung geht in mehreren Diskussionen vom 26. bis 29. September der Frage nach, wie sie ihre Arbeit aus dem Ausland fortsetzen und die Medienlandschaft im Exilland bereichern können. Auf den Podien diskutieren unter anderem der türkische Journalist Can Dündar und die Journalistin Safa Al Ahmad aus Saudi-Arabien.

Durch die Einbindung des Exile Media Forums in die Global Investigative Journalism Conference (GIJC) werden in diesem Jahr Erfahrungen aus der ganzen Welt geteilt. Zur größten Konferenz für Investigativ- und Datenjournalismus, die zum ersten Mal in Deutschland stattfindet, werden im September in Hamburg rund 1.500 Journalistinnen und Journalisten aus rund 130 Ländern erwartet. Viele von ihnen können nur unter großen persönlichen Risiken ihrer Arbeit nachgehen. »Jedes Mal, wenn eine Journalistin oder ein Journalist ins Exil gehen muss, gibt es einen Grund mehr, für Pressefreiheit zu kämpfen. Ohne kritische Berichterstattung gibt es keine Demokratie«, sagt Theresa Schneider, Programmleiterin des Exile Media Forums in der Körber-Stiftung.

In drei Podiumsdiskussionen geht das Exile Media Forum Fragen nach, die Journalistinnen und Journalisten im Exil bewegen: Welche Netzwerke und Unterstützung benötigen sie, um ihre Arbeit fortzusetzen? Unter welchen technischen Voraussetzungen können sie aus dem Exilland berichten? Wie kann die Zusammenarbeit mit einheimischen Medien des Exillandes gelingen? Unter dem Titel »Journalismus im Exil: Der Fall Saudi-Arabien« greift eine vierte – öffentliche – Veranstaltung im KörberForum die schwierige Sicherheitslage für saudi-arabische Medienschaffende auf. Das Thema war mit der Ermordung des Kolumnisten Jamal Khashoggi im Oktober 2018 in den Blick der Öffentlichkeit geraten. Auf dem Podium diskutieren Safa Al Ahmad und ihre deutsche Kollegin Katrin Sandmann, die Moderation übernimmt Georg Mascolo, Leiter des Rechercheverbundes von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung.

Das 2018 gegründete Exile Media Forum gehört zum aktuellen Fokusthema »Neues Leben im Exil« der Körber-Stiftung. Einmal im Jahr diskutieren rund 100 Experten und Medienleute in Hamburg über Zukunftsfragen des Exiljournalismus, spüren neue Trends auf und tauschen Erfahrungen aus. Mit dem Fokusthema engagiert sich die Stiftung darüber hinaus für Menschen, die in Deutschland im Exil leben, hier ihre Erfahrungen von Krieg und Flucht, vom Verlust der Heimat und vom Ankommen in einer fremden Kultur reflektieren und den öffentlichen Diskurs bereichern.

Pressemeldung und weitere Informationen


Mehr zu: #Exil #Medien
to top