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Die Macht der Schlagzeilen

Die Journalistin Zhanna Nemtsova diskutierte gemeinsam mit der russischen Fernsehkritikerin Arina Borodina am 1. November im KörberForum unter anderem darüber, wie sich Medienlandschaft und journalistischer Alltag in Russland in den letzten Jahren verändert haben.

»Die Spielräume für alternative Positionen zur offiziellen Regierungslinie werden immer kleiner«, umschrieb Borodina ihre Einschätzung der aktuellen Lage der Medien in Russland. Die Moderatorin Meike Dülffer, Zeit Online, befragte beide vor allem zu der Grenze zwischen Journalismus und Propaganda in den russischen Medien. Borodina betonte, dass die Bedeutung des Fernsehens in der russischen Gesellschaft kaum zu überschätzen sei: »Es gibt keine Informationsquellen, seien es Zeitungen oder Internetangebote, die das Fernsehen in seinem herausgehobenen Status für einen Großteil der russischen Gesellschaft infrage stellen könnten.«

Gerade Zeitungen, die teilweise in ihrer Berichterstattung von der Regierungslinie abwichen, würden nicht in dem Maße von der Bevölkerung gelesen. Zhanna Nemtsova erwähnte indes die »Kriegsrhetorik« der russischen Medien, die ihrer Meinung nach von den tatsächlichen Problemen wie Wirtschaftskrise und sozialer Ungleichheit ablenken sollen. Die Tochter des ermordeten Oppositionspolitikers Boris Nemtsov sprach auch über ihren Vater: »Er war Oppositioneller und deshalb kam er eigentlich nie in den staatlichen Medien vor - bis er getötet wurde.«

Die Darstellung Europas in den russischen Medien müsse man hingegen differenziert sehen, da waren sich Nemtsova und Borodina einig. »Europa als Ganzes ist weniger im Fokus, eher die Europäische Union und ihre Institutionen«, erklärte Arina Borodina. Kritisch berichtet werde vor allem über den Empfang russischer Oppositioneller in Brüssel. So entstünde der Eindruck, Europa würde die Opposition finanzieren und sich in russische Angelegenheiten einmischen. Genauso kritisch wurde auch die europäische Flüchtlingskrise im Jahr 2015 begleitet, russische Medien berichteten in diesem Zusammenhang oftmals von Chaos und Untergangsszenarien. Zhanna Nemtsova erklärte dennoch: »Der Blick auf Europa und insbesondere Deutschland ist nicht per se negativ. Immerhin gehört Russland selbst zum europäischen Teil dieser Welt.«

Zum Video-Interview mit Arina-Borodina

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