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»Ist Russland eine Bedrohung für das Baltikum?«

Mall Hellam (Estland) und Vladislav Belov (Russland) im Gespräch

Die Angst vor einer Eskalation der Konfrontation zwischen Russland und seinen europäischen Nachbarn wächst, besonders in den unmittelbaren Grenzregionen. Die baltischen Staaten bitten um militärische Hilfe, Russland reagiert. Es droht ein erneutes Aufrüsten. So schlimm war es seit dem Kalten Krieg nicht mehr.

Mall Hellam, Vladislav Belov(Fotos: Arno Mikkor; privat)

In Russlands Nachbarstaaten im Baltikum wächst die Angst vor einer kriegerischen Auseinandersetzung, zumal die Erinnerungen an die russische Besatzung in den baltischen Staaten noch nicht verblasst sind. »Der Kreml schüchtert seine Nachbarn ein und beeinflusst die russischsprachige Bevölkerung in unseren Ländern«, kritisiert Mall Hellam, Executive Director der Open Estonia Stiftung, im Interview mit der Körber-Stiftung. Dr. Vladislav Belov, stellvertretender Direktor für wissenschaftliche Arbeit am Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften, appelliert mit einer klaren Botschaft (siehe Video) an die politischen Führer: »Lasst uns eine konstruktive Diskussion beginnen.« Beiden Experten hat die Körber-Stiftung jeweils drei Fragen zum Verhältnis zwischen Russland und den baltischen Staaten gestellt.

Bis zu 4000 Soldaten will die Nato im kommenden Jahr an die Grenzen zu Russland verlegen, viele davon in die baltischen Staaten. Eine Maßnahme der Abschreckung, erklärt Karl-Heinz Kamp, Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik. Russland solle merken, dass man sich verteidigen könne. Auf diese Weise soll ein Konflikt vermieden werden. Gleichzeitig soll die Stationierung der Nato-Truppen Russlands direkten Nachbarn die Gewissheit geben, dass sie bei einer möglichen Eskalation Rückhalt in der Nato haben. Aus gutem Grund: Seit der Annexion der Krim und Beginn der Ukraine-Krise fühlen sich auch Estland, Lettland und Litauen von Russland bedroht.

Russland seinerseits will als Reaktion auf die »aggressiven Handlungen« der Nato die eigene Kampfbereitschaft an den Grenzen ausbauen. Es droht ein gefährliches Aufrüsten, dass das Verhältnis zwischen Russland und den anderen europäischen Ländern noch weiter belasten wird. Seit dem Kalten Krieg war die Stimmung zwischen Russland und seinen europäischen Nachbarn – auch Deutschland – nicht mehr so frostig. Schon zu Beginn dieses Jahres befürchteten Deutsche und Russen laut einer Umfrage der Körber-Stiftung, dass die Aussöhnung zwischen Russland und Deutschland aufgrund der aktuellen politischen Entwicklungen gefährdet sei.

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