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Kunst kennt keinen Shutdown

Die Corona-Pandemie hat zu einem Shutdown des öffentlichen Lebens geführt. Unter dem Motto »Kunst kennt keinen Shutdown« hat die Hamburgische Kulturstiftung nun einen Hilfsfonds für freie Künstlerinnen und Künstler ins Leben gerufen, an dem sich die Körber-Stiftung mit einer substantiellen Unterstützung beteiligt.

Die durch die Corona-Pandemie eingeführten Beschränkungen des öffentlichen und kulturellen Lebens sind einmalig. Nahezu alle Berufszweige und –gruppen sind von den Einschränkungen betroffen. Besonders freie Künstlerinnen und Künstler, die bereits zuvor unter prekären Bedingungen gearbeitet haben, sind durch die Schließung der Hamburger Kultureinrichtungen in ihrer Existenz bedroht.  

Die Hamburgische Kulturstiftung hat daher unter dem Motto »Kunst kennt keinen Shutdown« und gemeinsam mit weiteren Hamburger Stiftungen einen Hilfsfonds ins Leben gerufen, um Spenden für die Unterstützung freier Künstlerinnen und Künstler in Hamburg zu sammeln. Bis Ende März kamen bereits mehr als 400.000 Euro durch die Zusagen von Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen zusammen.

Wir sprachen mit Kai-Michael Hartig, Leiter des Bereichs Kultur der Körber-Stiftung, über den Hilfsfonds.

Herr Hartig, der Shutdown hat die Hamburger Kulturszene ins Mark getroffen. Theater und Museen sind geschlossen, Konzerte abgesagt. Wie gehen die Künstlerinnen und Künstler mit der derzeitigen Situation um? An Homeoffice ist ja oft nicht zu denken.

Für viele freie Künstlerinnen und Künstler ist die Lage existenzgefährdend. Zumal es derzeit kaum möglich ist, abzuschätzen, wann überhaupt ein Veranstaltungsbetrieb mit Konzerten und Ausstellungen wieder aufleben kann. Gleichwohl gehen viele sehr kreativ damit um, keinen live-Publikumskontakt mehr zu haben – also Home-Studio statt Homeoffice. Während Musikerinnen und Musiker, Schauspielerinnen und Schauspieler auf Clips, online-Konzerte und -Lesungen sowie Musik- und Poesie-Podcasts setzen können, ist es für Bildende Künstlerinnen und Künstler, deren Ausstellung verschoben oder abgesagt wurden, schon schwieriger, präsent zu sein. Allen gemein ist, dass man mit online-Aktionen noch kein Geld verdient. Deshalb versucht der Fonds, hier mit dem Nötigsten zu helfen.

Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, sagte, dass die Spenden direkt Projekten der jungen Kunst und der Kinder- und Jugendkultur zugutekommen. Handelt es sich um eine Art Entschädigung für ausbleibende Gagen?

Der Fonds richtet sich an Künstlerinnen und Künstler sowie an Initiativen der freien Szene im Bereich Bildender Kunst, Musik, Darstellender Kunst, Literatur, Film, Fotografie, Kinder- und Jugendkultur, kulturelle Bildung sowie interdisziplinäre Vorhaben. Bedingung ist auch, dass die Künstlerinnen und Künstler in Hamburg arbeiten. Der Fonds kann keine vollständige Kompensation für entfallende Gagen sein, aber natürlich ist das ein Teil seines Zwecks, insbesondere für Künstlerinnen und Künstler, deren Einkommenssituation durch die Absage von Kulturveranstaltungen und Beschäftigungen in der Kulturvermittlung existenzbedrohend beeinträchtigt ist. Gleichzeitig ist er eine Einladung, neue Präsentationsformen und zu erproben oder Geplantes in neue, digitale Formate zu überführen.

Hat der Hilfsfonds ein monetäres Ziel, welches es zu erreichen gilt? Und wer entscheidet über die Vergabe und die Höhe der zu vergebenden Mittel?

Die Ausschreibung ist mittlerweile online einsehbar. Die Anträge werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der beteiligten Stiftungen gesichtet und bewertet. Wir werden versuchen, die Anträge so schnell wie möglich zu bearbeiten. Im Moment können wir das Antragsaufkommen kaum abschätzen, streben aber an, über alle Anträge möglichst zügig zu entscheiden. Selbstverständlich ist der Fonds für Spenden und Zustiftungen weiterhin offen. Und wir freuen uns auf weitere Institutionen und Einzelpersonen, die mit ihrem Beitrag in den Fonds auch ihrer Anerkennung für eine reiche Kulturszene in Hamburg und für die vielen künstlerischen Köpfe dieser Stadt Ausdruck verleihen wollen.

 

Kontakt

Kai-Michael Hartig
Leitung Bereich Kultur

Telefon +49 • 40 • 80 81 92 - 182
E-Mail hartig@koerber-stiftung.de

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