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  • Foto: Ralf Grötker
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    Umgang mit Gesundheitsdaten: Teilnehmende für Bürgerdelphi gesucht

    Mit der elektronischen Patientenakte wagt Deutschland den Einstieg in die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Wie bewerten das die Bürgerinnen und Bürger? Sehen Sie im neuartigen Umgang mit Gesundheitsdaten eher Zukunftschancen oder befürchten Sie den Gläsernen Patienten? Zu diesen Fragen plant die Körber-Stiftung ein digitales Bürgerdelphi. Interessierte können sich ab sofort melden.

    Am Ende des Jahres sollen möglichst alle Akteure digital vernetzt sein – von den Fachärztinnen und Fachärzten über Apotheken, Kliniken und Krankenkassen bis hin zu den Patientinnen und Patienten selbst. Der Vorteil: Arbeitsschritte, die bisher analog oder in Papierform gemacht wurden, können digitalisiert und vereinfacht werden, medizinische Informationen liegen transparent vor. Viele Abläufe, Diagnosen und Therapieentscheidungen werden erleichtert. Auch völlig neue Dinge wie Apps auf Rezept werden eingeführt. Die Entscheidung, für sich selbst eine elektronische Patientenakte anzulegen und die in ihr enthaltenen Daten anderen zugänglich zu machen, überlässt der Gesetzgeber aber den Versicherten. Er will sie so darin bestärken, souverän und eigenverantwortlich mit ihren Gesundheitsdaten umzugehen.

    Bürgerinnen und Bürger werden Berater

    Wir möchten wissen: Wie denken Bürgerinnen und Bürger über diese neuen Möglichkeiten? Welche Wünsche und Vorstellungen haben sie, was den neuartigen Umgang mit ihren persönlichen Gesundheitsdaten betrifft und wie beurteilen sie den versprochenen Nutzen? Wie groß ist die Bereitschaft, individuelle Gesundheitsdaten auch der medizinischen Forschung zur Verfügung zu stellen, damit Diagnoseverfahren und Therapien evidenzbasiert weiterentwickelt werden können? Und wo bleibt der Mensch, wenn digitale Gesundheitsanwendungen wie Apps zur Messung von Blutzucker und Herzfrequenz, Erinnerungs-Apps zur Einnahme von Medikamenten oder Diagnose-Tools für Hautveränderungen von Ärztinnen und Ärzten verstärkt empfohlen und verschrieben werden? 

    Zu diesem Thema führt die Körber-Stiftung von Ende Februar bis Anfang Juni in Kooperation mit der Agentur »Explorat Forschung & Kommunikation« ein Bürgerdelphi durch. In mehreren Etappen erhalten 20 Teilnehmende die Möglichkeit, sich über solche und ähnliche Fragen auszutauschen. Dabei gelangen sie zu einem differenzierten Urteil darüber, wie diese technologischen Innovationen aus ihrer Sicht am besten eingesetzt werden sollten. Dies alles geschieht in einem innovativen und unterhaltsamen Format und mit der Unterstützung von Experten. Die Resultate sollen im Anschluss auch einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

    Der gesamte Prozess findet online statt, das heißt ohne Präsenzveranstaltungen. Diskutiert wird vor allem per Videochat in Kleingruppen, aber auch spielerische Elemente kommen nicht zu kurz. Der zeitliche Aufwand für die Teilnahme beläuft sich auf zirka 15 Stunden. Besondere Vorkenntnisse sind für die Teilnahme nicht nötig. Teilnehmende erhalten eine Anerkennung in Höhe von 150 Euro. Wenn Sie Interesse haben, mitzumachen, melden Sie sich bitte hier oder schreiben eine E-Mail an gesundheitsdaten@explorat.de.


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