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Unternehmerisch die Welt verbessern – mit 60plus

Thilo Bode, Elke Schilling, Gerhard Dust und Bernhard Krahl wurden von der Jury des Zugabe-Preises der Körber-Stiftung zu den Preisträgern und der Preisträgerin 2020 gekürt. Die vier Persönlichkeiten waren schon über 50, als sie ihre Unternehmen für eine bessere Gesellschaft gegründet haben. Dafür werden sie mit je 60.000 Euro ausgezeichnet.

Die Jury des Zugabe-Preises konnte wegen aktueller Kontaktbeschränkungen nur digital zusammenkommen. Doch die Expertinnen und Experten waren sich einig: Gerade in einer Zeit, in der ältere Menschen öffentlich vor allem als zu schützende Risikogruppe für das Corona-Virus wahrgenommen werden, zeigt der Zugabe-Preis der Körber-Stiftung in besonderer Weise die lebenserfahrenen Potenziale und unternehmerischen Kompetenzen von Menschen 60plus. Die vier Preisträgerinnen und Preisträger 2020 stellten die gesellschaftsverändernde Kraft des Alters eindrucksvoll unter Beweis, so die Meinung der Jury. Ihr gehören unter anderem der Hamburger Unternehmer Cord Wöhlke, die Filmemacherin und Sozialpolitikerin Barbara Wackernagel-Jacobs und der Social Business-Gründer Manouchehr Shamsrizi an.

Und das sind die vier Persönlichkeiten, die für ein neues Altersbild stehen und die je einen der vier Zugabe-Preise 2020 erhalten werden:

Thilo Bode und seiner Gründung von foodwatch e.V. 2002 ist es wesentlich zu verdanken, dass in Deutschland in den letzten Jahren Gesundheitsschutz, Transparenz und Schutz vor Täuschung im Lebensmittelbereich auf die politische Agenda kamen. Der frühere Direktor von Greenpeace international hat auch mit der Verbraucherschutzorganisation foodwatch viele erfolgreiche Kampagnen geführt, so etwa zur Einführung des »Nutri-Scores« als Nährwertkennzeichnung. Der heute 73-Jährige steht einem Verein vor, der unternehmerisch geführt wird und durch 40.000 Fördermitglieder finanziell unabhängig ist.

Elke Schilling, 75, hat in Berlin seit 2018 ein niedrigschwelliges Kommunikationsnetz gegen die Einsamkeit älterer Menschen aufgebaut. Das Silbertelefon ist eine Hotline für den spontanen, vertraulichen Anruf. Und das Silbernetz vermittelt Älteren feste Gesprächspartner. Mit ihrem sozialen Unternehmen schafft Elke Schilling Arbeitsplätze: Die Gespräche führen ältere, schwerbehinderte Menschen. Mitten in der Corona-Krise weitet die Diplom-Mathematikerin und frühere Staatssekretärin das Silbertelefon bundesweit aus – die Nachfrage hat sich spontan vervielfacht.

Gerhard Dust, 68 und früherer Geschäftsführer im Buchgroßhandel sowie Gründer diverser Unternehmen, hat den Ruhestand in Florida beendet, um eine bahnbrechende Innovation im Bauen umzusetzen: Mit seinem Unternehmen PolyCare Research Technology GmbH & CO KG produziert er umweltfreundliche und wiederverwendbare Bauelemente. Ein Stecksystem nach dem Lego-Prinzip macht unabhängig von gelernten Fachkräften und schwerem Baugerät. So wirkt Gerhard Dust mit seinem Businessmodell in Entwicklungsländern. Polycare Namibia z.B. baut günstige Häuser für Townships, beschäftigt 40 Mitarbeiter und gehört zu zwei Dritteln einheimischen Partnern

Bernhard Krahl, 72, galt mit 60 nach zwei Hirninfarkten als Schwerstpflegefall und als »austherapiert«. Er erkämpfte sich dennoch den Weg zurück ins Arbeits-und Sozialleben. Um auch Anderen zeitgemäße Therapiemöglichkeiten der Nachsorge zu bieten und eine Lücke in der Gesundheitsversorgung zu schließen, gründete der Zahnarzt 2012 das Ambulanticum Herdecke. Das Therapiezentrum bietet Kindern und Erwachsenen mit schweren Erkrankungen eine ambulante Nachsorge durch ein interdisziplinäres Team. Bernhard Krahl hat viel Eigenkapital in sein Unternehmen investiert, heute trägt es sich selbst.  

Stimmen der Preisträgerinnen und Preisträger

»Ganz besonders freut mich, den Preis dafür erhalten zu haben, dass es foodwatch gelungen ist, Gesundheitsschutz, Transparenz und Schutz vor Täuschung im Lebensmittelmarkt zu einem politischen Thema zu machen und damit zu einer besseren Gesellschaft beizutragen.«
Thilo Bode

»Einsamkeit im Alter wird endlich zum Thema in der Gesellschaft. Für die Anerkennung meiner Lösung bin ich dankbar, der Preis gibt mir Wind unter die Flügel, gerade in dieser Zeit.«
Elke Schilling

»Die Anerkennung unserer langen ‚Forschungsreise‘ und die Wertschätzung unserer neu geschaffenen Technologie durch die  Vergabe des Zugabe-Preises der Körber-Stiftung bedeutet für mich und für alle Mitarbeiter und Unterstützer von PolyCare sehr, sehr viel. Ich verspüre gleichzeitig Glück, Freude, Dankbarkeit, weiteren Ansporn und ich freue mich mit meinen Kollegen auf die mächtige Unterstützung in einem neuen Netzwerk.«
Gerhard Dust

»Der Zugabe-Preis ist mir eine große Ehre. Er ist Antrieb und Motivation zugleich, weiterhin neue Wege zu gehen. Denn wer nicht vom alten Weg abkommt, bleibt auf der Strecke!«
Bernhard Krahl

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