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Gespräch

Der »Optimist« Max Brauer

Max Brauer, von 1924 bis 1933 Oberbürgermeister von Altona, floh in der NS-Zeit ins Exil. Nach dem Krieg wurde in seiner Regierungszeit als Hamburgs Erster Bürgermeister die Hansestadt wieder aufgebaut.

Über die Lebensgeschichte Brauers, seinen pragmatischen Politikstil als Oberbürgermeister von Altona, die Herausforderungen seines Exils und die Rückkehr ins zerstörte Hamburg spricht Susanne Wittek, Initiative Literatur, mit Historiker Michael Wildt, Professor an der Humboldt Universität Berlin.

Ortwin Runde, Hamburgs Erster Bürgermeister von 1997 bis 2001, berichtet aus persönlicher Perspektive über den entscheidungsstarken Vorgänger im Amt, der die Hansestadt durch die schwierige Zeit des Wiederaufbaus führte und als Protagonist der »Kampf dem Atomtod«-Bewegung in den 50er Jahren zu bundesweiter Bedeutung gelangte. Stephan Benson liest aus Briefen und Reden Max Brauers.

Veranstaltung in Kooperation mit der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung.

Hinweis: Henning Voscherau, Erster Bürgermeister a. D., musste seine Teilnahme leider absagen.

Eine Veranstaltung zum Schwerpunkt
»Erinnerung schafft Zukunft«.

Über Max Brauer:

Max Brauer wurde 1887 geboren und wuchs als achtes von dreizehn Kindern eines Glasbläsers in Ottensen auf. Wissensdurst, Selbstbewusstsein, autodidaktische Fortbildung und politisches Engagement in der Arbeiterbewegung verhalfen ihm in der Phase des Umbruchs vom Kaiserreich zur Republik zu einem raschen Aufstieg aus der Armut seiner Kindheit. In den Klassenkämpfen der Jahrhundertwende exponierte er sich als furchtloser, wortgewandter Arbeiterführer, der vor einer offenen Konfrontation mit den mächtigen Fabrikbesitzern nicht zurückschreckte. In der preußischen Stadt Altona, die als Bollwerk der Sozialisten im Norden galt, wurde er 1924 zum Oberbürgermeister gewählt – mit seinen 37 Jahren der jüngste unter allen preußischen Oberbürgermeistern.

Als Sozialdemokrat von den Nationalsozialisten bedroht, ging er im März 1933 ins Exil. Auf Stationen in Frankreich und China folgte ein mehrjähriger Aufenthalt in den USA. Von dort kehrte er 1946 ins kriegszerstörte Hamburg zurück. Als Erster Bürgermeister führte er die Hansestadt mit einem pragmatischen, vielfach unkonventionellen Regierungsstil durch den Winter 1946/47, in dem die Bevölkerung unter Hunger und Frost litt, und durch die schwierige Zeit des Wiederaufbaus. Als am Ende seiner Amtszeit in den späten 50er Jahren der Konflikt um die atomare Bewaffnung der Bundeswehr eskalierte, wurde Brauer zum Protagonisten der »Kampf-dem-Atomtod«-Proteste und zum streitbaren Kontrahenten von Bundeskanzler Adenauer. 1961 ging Brauer für die Hamburger SPD in den Bundestag, doch geriet er in seiner Partei zunehmend ins politische Abseits.

Michael Wildt, Historiker<br />(Foto: Humboldt Universität Berlin)
Henning Voscherau, Erster Bürgermeister a. D.<br />(Foto: privat)
Susanne Wittek,<br />Initiative Literatur<br />(Foto: Eberhard Grames)
Stephan Benson, Schauspieler<br />(Foto: Urban Ruths)

Informationen

Donnerstag, 04.06.2015 | 20.00 Uhr
KörberForum
Kehrwieder 12
20457 Hamburg

Infos zum Veranstaltungsort

Sie erreichen das KörberForum mit der U3, Station Baumwall (Fußweg ca. 3 Minuten).

Kostenpflichtige Parkplätze finden Sie in der Straße Kehrwieder hinter der Schranke.

Informationen zu rollstuhlgerechtem Zugang
unter 040 · 80 81 92 - 0.

Hygieneregeln zum Download (PDF)

Gemeinnützige Körber-Stiftung

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