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Gespräch

Deutschlands Selbstbetrug in Afghanistan

Für Deutschland ist der Afghanistan-Einsatz die bisher größte Militäroperation. Doch Politik und Militär betrügen sich selbst und die Bevölkerung, wenn sie behaupten, die Bundeswehr werde nur als Aufbauhelfer eingesetzt. Tatsächlich führt sie Krieg: gegen die Taliban, gegen islamistischen Terror und gegen den Kollaps einer ganzen Region. Doch von einem Krieg darf man hierzulande nicht sprechen: Noch immer erwecken Bundesregierung, Volksvertreter und Generäle den Eindruck, deutsche Soldaten seien als Aufbauhelfer nach Zentralasien entsandt worden. Zudem wird die Bundeswehr auf Schritt und Tritt daran gehindert, wirksam zu agieren.

Im achten Jahr des Einsatzes wird immer deutlicher, dass Politik und Öffentlichkeit nicht mit der Dynamik in Afghanistan Schritt halten. Längst hat sich die Unentschlossenheit der Verantwortlichen zu einem Knäuel von politischen Halbwahrheiten und militärischem Unfug verdichtet – der Konsens über Ziel und Zweck der Mission ist brüchig.

Die Bundeswehr und die deutsche Öffentlichkeit haben einen ehrlichen Blick auf diesen Einsatz verdient. Alles andere gefährdet letztlich den Erfolg der Mission – und das Leben der Soldaten.

Stefan Kornelius, Ressortleiter Außenpolitik der »Süddeutschen Zeitung«<BR>(Foto: Jörg Buschmann)
Roger de Weck, Publizist und Herausgeber der politischen Essayreihe »Standpunkte«<BR>(Foto: wetli.com)

Informationen

Mittwoch, 16.09.2009 | 20.00 Uhr
KörberForum
Kehrwieder 12
20457 Hamburg

Infos zum Veranstaltungsort

Sie erreichen das KörberForum mit der U3, Station Baumwall (Fußweg ca. 3 Minuten).

Kostenpflichtige Parkplätze finden Sie in der Straße Kehrwieder hinter der Schranke.

Informationen zu rollstuhlgerechtem Zugang
unter 040 · 80 81 92 - 0.

Gemeinnützige Körber-Stiftung

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