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Gespräch

Exil und Heimaten - die Suche nach der eigenen Identität und die Überwindung von Fremdzuschreibungen

Welche Zuschreibungen erfahren Menschen, die in Deutschland im Exil leben? Ist es tatsächlich notwendig, Kategorisierungen zu finden, wenn sich Einzelschicksale unterscheiden? Was transportieren Begrifflichkeiten – und wie wirken sie sich aus auf die Selbstwahrnehmung und die Frage, was und wo Heimat ist? Für viele Menschen im Exil gibt es darauf nicht die eine Antwort. Das gleiche gilt für den Umgang mit dem Land, das man verlassen hat. Manche wenden sich ganz ab, andere halten intensiven Kontakt, engagieren sich für den Wiederaufbau oder für Demokratie und Menschenrechte.

Kübra Gümüşay ist Autorin des Bestsellers »Sprache & Sein«. Darin zeigt sie anhand vieler Alltagsbeispiele, wie Sprache unser Denken prägt und begibt sich auf die Suche nach einer Sprache, die Menschen nicht auf Kategorien reduziert, sondern in ihrem Facettenreichtum existieren lässt. Sie ist Co-Gründerin zahlreicher Kampagnen, darunter der Antirassismus-Kampagne #SchauHin.

Pedro Kadivar wanderte 1983 als 16-Jähriger vom Iran nach Frankreich aus, 1996 zog der Autor und Theaterregisseur nach Berlin. Als radikalen Schritt der Integration legte er seine Muttersprache ab. In dem Essay »Kleines Buch der Migration« setzt er sich mit derartiger innerer und äußerer Migration auseinander. Eines seiner Bühnenstücke ist »Kunst der Flucht« – entstanden am Gorki Theater Berlin – aus einem Theaterprojekt mit Geflüchteten.

Nadia Nashir-Karim ist Journalistin und wuchs in Afghanistan auf. 1975 kam sie nach Deutschland und hält seither den Kontakt: Sie ist Mitbegründerin und Vorsitzende des Afghanischen Frauenvereins e.V., der Frauen und Kinder in Afghanistan mit regionalen Entwicklungsprojekten fördert. Als Übersetzerin übertrug sie »Hier spricht Guantánamo« von Roger Willemsen vom Deutschen ins Dari.

Moderation: Andreas Kuhnt, NDR Info

Dies ist der dritte Abend der dreiteiligen Reihe »In Deutschland im Exil: Von Fluchterfahrungen, dem Ankommen und gemeinsamen Perspektiven«. In Kooperation mit NDR Info.

Eine Veranstaltung zum Fokusthema »Neues Leben im Exil«.

Kübra Gümüşay (Foto: WOZ/Florian Bachmann)
Pedro Kadivar (Foto: Bariran)
Nadia Nashir-Karim (Foto: privat)
Andreas Kuhnt (Foto: Iris Klöpper)

Informationen

Montag, 21.09.2020 | 19.00 Uhr
Video Audio KörberForum
Kehrwieder 12
20457 Hamburg

Infos zum Veranstaltungsort

Sie erreichen das KörberForum mit der U3, Station Baumwall (Fußweg ca. 3 Minuten).

Kostenpflichtige Parkplätze finden Sie in der Straße Kehrwieder hinter der Schranke.

Informationen zu rollstuhlgerechtem Zugang
unter 040 · 80 81 92 - 0.

Gemeinnützige Körber-Stiftung

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