+

Gespräch

Forscher fragen: Gesunde Chemie

Eine Veranstaltung der Reihe "Forscher fragen"

Forscher des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam und der Freien Universität Berlin haben eine sehr einfache Synthese des effektivsten Wirkstoffs gegen Malaria, Artemisinin, entwickelt. Artemisinin konnten Pharmaunternehmen bislang nur aus Pflanzen gewinnen. Nun lässt es sich in großer Menge synthetisch herstellen. Eine Revolution in der Angewandten Chemie, die zur Rettung der über 200 Millionen an Malaria erkrankten Menschen werden kann. Derzeit sterben jährlich mehr als eine Million Menschen an der Krankheit, weil sie keine wirkungsvollen Medikamente erhalten – denn die auf dem Markt befindlichen sind zu teuer in der Herstellung. Peter H. Seeberger und seine Mitarbeiter haben in diesem Jahr einen denkbar einfachen und damit kostengünstigen Weg gefunden, das komplex gebaute Molekül Artemisinin, das als Malaria-Wirkstoff schon aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannt ist, zu synthetisieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung untersuchen und erzeugen Nano- und Mikrostrukturen. Viele dieser Strukturen finden sich in der Natur; ihren Aufbau und ihre Funktion wollen die Forscher verstehen, um sie anschließend in neuen Materialien oder in Impfstoffen zu imitieren.

In dem Gespräch erklärt der Chemiker Peter Seeberger, wie er und sein Team am MPI arbeiten: Wie funktioniert die Entwicklung eines Wirkstoffs wie zum Beispiel die synthetische Herstellung von Artemisinin? Was braucht es, um von der Entdeckung im Labor zur Kommerzialisierung in einem Unternehmen zu kommen? Kann ein Forscher Unternehmer sein? Seeberger ist Gründungsmitglied des Stiftungsrats der Tesfa-Ilg Stiftung »Hoffnung für Afrika«, die sich für eine verbesserte Gesundheitsvorsorge in Afrika engagiert. Die Forschung im Seeberger-Labor führte bislang zur Gründung von zwei Unternehmen: »Ancora Pharmaceuticals« (Medford, USA) entwickelt verschiedene Impfstoffe, »i2chem Mikroreaktors« entwickelt Systeme für Forschung und chemische Anwendungen.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit DRadio Wissen statt. Fragen aus dem Publikum sind nicht nur am Abend, sondern gerne auch schon vorab per E-Mail unter wissenschaft@koerber-stiftung.de herzlich willkommen. Martin Meister greift sie dann nach Möglichkeit im Gespräch auf.

Eine Veranstaltung zum Schwerpunkt
»Lust auf MINT!«.

Peter H. Seeberger<br />(Foto: Friedrun Reinhold)
Martin Meister<br />(Foto: Jann Wilken)

Informationen

Montag, 22.10.2012 | 20.00 Uhr
KörberForum
Kehrwieder 12
20457 Hamburg

Infos zum Veranstaltungsort

Sie erreichen das KörberForum mit der U3, Station Baumwall (Fußweg ca. 3 Minuten).

Kostenpflichtige Parkplätze finden Sie in der Straße Kehrwieder hinter der Schranke.

Informationen zu rollstuhlgerechtem Zugang
unter 040 · 80 81 92 - 0.

Gemeinnützige Körber-Stiftung

to top