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Gespräch

Handwerk und Dichtung

Zwei Fragen werden am Ende fast jeder literarischen Lesung gestellt: »Können Sie eigentlich davon leben?« und »Wie viel in Ihrem Buch ist denn autobiografisch?« Mögen die Befragten darüber manchmal auch ein wenig stöhnen, zeigt es doch, dass es zwei Grundannahmen über den Beruf des Schriftstellers gibt: Er ist wenig lukrativ, und er beruht wesentlich auf den eigenen Erfahrungen des Autors (oder natürlich der Autorin).

Selbst Vielleser haben meist eine unklare Vorstellung vom Arbeitsalltag eines Schriftstellers. Dass es kein Nine-to-five-Job ist, ist einem schon klar, aber wie geht das: ein Buch schreiben? »Braucht man zum Dichten Schlaf und Zigaretten?« wie Thomas Mann 1927 vom Berliner Tageblatt gefragt wurde. Wer, wie Mann, seine Inspiration nahezu beamtenhaft verwaltet, kommt vielleicht mit gutem Schlaf aus. Andere Autoren – von Novalis bis Burroughs – erfüllen eher das Künstlerklischee, indem sie zu Stimulanzien von Opium bis LSD greifen. Der eine sehnt sich nach Ruhe wie Axel Hacke, und hat deshalb eine Schreibwohnung; der andere braucht Bewegung und Stimmengewirr wie Frank Schätzing, der bevorzugt in Cafés schreibt.

Jenseits des Anekdotischen gefragt: Wie wird man eigentlich Schriftsteller? Braucht man nur Talent oder muss man Schreiben lernen? Wo endet das Handwerk und wo beginnt die Kunst? Wie kommt man vom Manuskript zum fertigen Buch? Und wie geht man mit Misserfolgen, der Erfahrung, dass der Buchmarkt doch nicht auf einen gewartet hat, um? Wie aber auch mit Ehrungen und Preisen, dem Andrang der Medien? Welche Bedeutung hat das Leben für das Schreiben – das Schreiben für das Leben?

Über ihre Erfahrungen mit einem Beruf, der manchmal eher Berufung als Broterwerb ist, spricht Christoph Bungartz, NDR, mit seinen drei Gästen, der Schriftstellerin und Dozentin Ursula Krechel, die u.a. die Literaturwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums in Berlin leitet, der jungen, soeben mit dem Klaus-Michael Kühne Preis für das beste literarische Debüt ausgezeichneten Autorin Inger-Maria Mahlke und der Agentin Karin Graf, die mit ihrer Agentur für den professionellen, zugleich fürsorglichen und marktorientierten Umgang mit Literatur steht.

Foto: Körber-Stiftung
Inger-Maria Mahlke<BR>(Foto: Benjamin Augustin)
Karin Graf<BR>(Foto: Kai-Uwe Heinrich)
Ursula Krechel<BR>(Foto: Alexander Paul Englert)
Christoph Bungartz<BR>(Foto: Jann Wilken)

Informationen

Mittwoch, 03.11.2010 | 19.00 Uhr
KörberForum
Kehrwieder 12
20457 Hamburg

Infos zum Veranstaltungsort

Sie erreichen das KörberForum mit der U3, Station Baumwall (Fußweg ca. 3 Minuten).

Kostenpflichtige Parkplätze finden Sie in der Straße Kehrwieder hinter der Schranke.

Informationen zu rollstuhlgerechtem Zugang
unter 040 · 80 81 92 - 0.

Gemeinnützige Körber-Stiftung

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