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Gesprächskonzert

Mythos russische Seele

Die »russische Seele« mit ihren vermeintlich typischen Charaktereigenschaften zeigt sich in vielen Kunstwerken der Musik, Literatur und Malerei – und ganz besonders sinnfällig in Modest Mussorgskys berühmtem Klavierzyklus »Bilder einer Ausstellung«. Darin vertonte der russische Komponist 1874 Zeichnungen und Gemälde seines Freundes Viktor Hartmann und schuf eine der heute wohl meistgespielten klingenden Darstellungen der »russischen Seele« mit all ihrer Dunkelheit, Ekstase und Frömmigkeit.

Die Pianistin Ana-Marija Markovina und der Psychologe Helmut Reuter begeben sich anhand dieses Meisterwerkes auf eine historische Spurensuche. Sie beleuchten die Motive, die aus dem russischen Volksgut Eingang in die Musik wie auch in die Malerei gefunden haben: die Hexe Baba Jaga beispielsweise oder das große Heldentor von Kiew. Sie zeigen aber auch auf, welch tiefgreifende Einschnitte in die soziale, politische und kulturelle Ordnung Russlands in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts diese Kunstwerke beeinflussten und welche fundamentalen Folgen etwa die Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahr 1861 für das Selbstverständnis aller Gesellschaftsschichten nach sich zog. Mit den Mitteln der psychologischen Analyse untersuchen sie, wie die Beschwörung alter Kulturtraditionen und der Aufbruch zu Neuem, wie die Spannung zwischen Herrschaft und Unterwerfung in der Kunst ein neues Gleichgewicht suchten und so den Mythos der »russischen Seele« manifestierten.

Eine Veranstaltung zum Fokusthema
»Russland in Europa«.

Mit Videoaufzeichnung für die Mediathek

Ana-Marija Markovina und Prof.Dr. Helmut Reuter<br />(Foto: Marion Koell)
Ana-Marija Markovina, Pianistin<br />(Foto: Harald Hoffmann)
Helmut Reuter, Psychologe<br />(Foto: Michael Bahlo)

Informationen

Montag, 21.11.2016 | 19.00 Uhr
KörberForum
Kehrwieder 12
20457 Hamburg

Infos zum Veranstaltungsort

Sie erreichen das KörberForum mit der U3, Station Baumwall (Fußweg ca. 3 Minuten).

Kostenpflichtige Parkplätze finden Sie in der Straße Kehrwieder hinter der Schranke.

Informationen zu rollstuhlgerechtem Zugang
unter 040 · 80 81 92 - 0.

Gemeinnützige Körber-Stiftung

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