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Gespräch

Sicherheit statt Abrüstung

Deutschland hat nukleare Interessen. Mit dieser knappen und klaren Aussage bricht Michael Rühle in seinem neuesten Buch ein Tabu. Zwar hat sich die Bundesrepublik aus guten Gründen gegen den Besitz von Kernwaffen entschieden, aber sie genießt seit gut sechzig Jahren den nuklearen Schutz der USA.

Kaum war der Kalte Krieg zu Ende, wuchsen neue Bedrohungen: Seitdem blüht der weltweite Handel mit nuklearem Material. Das Prinzip der atomaren Abschreckung wird spätestens dann nicht mehr funktionieren, wenn Kernwaffen in die Hände religiös motivierter Terroristen gelangen, so der enge Mitarbeiter des NATO-Generalsekretärs.

Neue Akteure, neue Technologien, neuer Fanatismus und ein tendenziell abnehmendes Interesse, große Energielieferanten wie Iran an der nuklearen Aufrüstung zu hindern – all das Gründe für Rühle festzustellen: Berlin ignoriert dieses »zweite nukleare Zeitalter«. Die deutsche Politik darf sich jedoch nicht in Abrüstungsbekenntnissen erschöpfen. Überfällig ist in Berlin längst eine Debatte über die Mitgestaltung der nuklearen Realität. Nur so lässt sich Sicherheit schaffen.

Das Gespräch mit dem stellvertretenden Leiter der Politischen Planungseinheit im Kabinett des NATO-Generalsekretärs führt Roger de Weck, Herausgeber der politischen Essay-Reihe »Standpunkte«.

Michael Rühle<BR>(Foto: privat)
Michael Rühle: »Gute und schlechte Atombomben«
Roger de Weck (Foto: wetli.com)

Informationen

Donnerstag, 23.04.2009 | 20.00 Uhr
KörberForum
Kehrwieder 12
20457 Hamburg

Infos zum Veranstaltungsort

Sie erreichen das KörberForum mit der U3, Station Baumwall (Fußweg ca. 3 Minuten).

Kostenpflichtige Parkplätze finden Sie in der Straße Kehrwieder hinter der Schranke.

Informationen zu rollstuhlgerechtem Zugang
unter 040 · 80 81 92 - 0.

Gemeinnützige Körber-Stiftung

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