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Gespräch

Sprachkünstler

Ein Blick in den Kanon literarischer Meisterwerke oder in die Bestsellerlisten zeigt: Ohne Übersetzer wäre die Welt der Bücher ärmer. Nur wenige könnten Puschkin oder Flaubert lesen, kaum mehr Stephenie Meyers oder Stieg Larsson. Aber wer merkt sich die Namen der Übersetzer, wer kann ihre Leistung einschätzen? Übersetzer sind sozusagen die unbesungenen Helden des Literaturbetriebs: Wenn man von wenigen Pioniertaten wie Johann Heinrich Voß’ Homer-Übersetzung oder der Shakespeare-Übertragung Schlegels absieht, erreichen Übersetzer kaum je bleibenden Ruhm.

Vielleicht hängt es damit zusammen, dass kaum jemand weiß, wie Übersetzer eigentlich arbeiten. Wie überträgt man Gedanken, Gefühle aus einer fremden Sprache in die des Lesers? Wie bewahrt man die Fremdheit einer anderen Kultur und literarischen Tradition, schafft aber zugleich so viel Nähe, dass das Interesse des Lesers wach bleibt? Was macht eigentlich eine gute Übersetzung aus? Was ist Handwerk, was schon eigene künstlerische Leistung?

Aber auch um ganz praktische Fragen wird es gehen: Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Autoren, Übersetzern und Verlagen? Welche Rolle spielen Übersetzungen auf dem Buchmarkt? Und nicht zuletzt soll ein Thema diskutiert werden, das in den vergangenen anderthalb Jahren die Buchbranche bis vor den Bundesgerichtshof bewegt hat: Welche Vergütung ist für eine Übersetzung angemessen und wie kann der Anteil des Übersetzers am Erfolg eines Buches honoriert werden?

Christoph Bungartz, NDR Fernsehen, spricht hierüber mit seinen Gästen: Ursula Gräfe, die literarische Werke und Sachbücher aus dem Englischen und Japanischen übersetzt, aber auch Hindi und Sanskrit beherrscht; Hinrich Schmidt-Henkel, der für seine Übersetzungen aus dem Französischen, Norwegischen, Italienischen vielfach ausgezeichnet wurde und zur Zeit Erster Vorsitzender des VdÜ (Berufsverband der Literaturübersetzer) ist; und dem Übersetzer, Agenten, Herausgeber, aber vor allem scharfzüngigen Kritiker Denis Scheck, der in seiner Büchersendung »druckfrisch«, immer auch eine Lanze für die Leistung der Übersetzer bricht.

Foto: Körber-Stiftung
Christoph Bungartz<BR>(Copyright: Christina Körte)
Ursula Gräfe (Foto: privat)
Hinrich Schmidt-Henkel<BR>(Foto: privat)
Denis Scheck<BR>(Foto: Jann Wilken)

Informationen

Mittwoch, 26.05.2010 | 20.00 Uhr
KörberForum
Kehrwieder 12
20457 Hamburg

Infos zum Veranstaltungsort

Sie erreichen das KörberForum mit der U3, Station Baumwall (Fußweg ca. 3 Minuten).

Kostenpflichtige Parkplätze finden Sie in der Straße Kehrwieder hinter der Schranke.

Informationen zu rollstuhlgerechtem Zugang
unter 040 · 80 81 92 - 0.

Gemeinnützige Körber-Stiftung

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