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Diskussion

Streit um Stolpersteine

Auf dem Weg ins Büro, vor dem Hauptgebäude der Universität Hamburg, vor der eigenen Haustür oder an der Eingangstür der Arztpraxis um die Ecke: Vielerorts begegnen wir kleinen Betonwürfeln im Gehweg, die mit einer Messingplatte versehen sind. Der Kölner Künstler Gunter Demning initiierte das Projekt »Stolpersteine« im Jahr 1995. Seither sind in Deutschland und weiteren 17 europäischen Ländern rund 50.000 Gedenksteine verlegt worden. Sie erinnern an die Verfolgten, Deportierten und Ermordeten des NS-Regimes – an den Orten, an denen sie zuletzt gewohnt oder gearbeitet haben.

Das Projekt hat sich zu einem Erfolgsmodell der Erinnerungskultur entwickelt und ermutigte viele Menschen dazu, einen Gedenkstein anfertigen zu lassen. Die entwickelte Eigendynamik löst jedoch zunehmend Kritik aus. Inschriften wie »Rassenschande« oder »Gewohnheitsverbrecher« zieren zum Teil die kleinen Steine – ohne sich von diesen NS-Begriffen zu distanzieren. Ebenso wird kritisiert, dass die Gedenksteine im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten werden. Daher lehnen einige Städte die Stolpersteine ab, darunter auch München.

Ob das Projekt seine Ziele verfehlt, der Profit im Vordergrund steht und die Angehörigen selbst übergangen werden, darüber diskutieren der Publizist und Autor Micha Brumlik, der Journalist Daniel Killy und Peter Hess, Projektkoordinator der Stolpersteine in Hamburg. Carmen Ludwig, Körber-Stiftung, moderiert.

Video

Eine Veranstaltung zum Schwerpunkt
»Erinnerung schafft Zukunft«.

Peter Hess, Projektkoordinator der Stolpersteine in Hamburg<br />(Foto: Gesche-M. Cordes)
Micha Brumlik,<br />Publizist und Autor<br />(Foto: Frankfurter Rundschau)
Daniel Killy, Journalist<br />(Foto: Weser Kurier,<br />Volker Crone)
Carmen Ludwig, Körber-Stiftung<br />(Foto: Körber-Stiftung/<br />Claudia Höhne)

Informationen

Dienstag, 08.09.2015 | 20.00 Uhr
KörberForum
Kehrwieder 12
20457 Hamburg

Infos zum Veranstaltungsort

Sie erreichen das KörberForum mit der U3, Station Baumwall (Fußweg ca. 3 Minuten).

Kostenpflichtige Parkplätze finden Sie in der Straße Kehrwieder hinter der Schranke.

Informationen zu rollstuhlgerechtem Zugang
unter 040 · 80 81 92 - 0.

Gemeinnützige Körber-Stiftung

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