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Vortrag

Wie Post-Konflikt-Staaten Frieden sichern können

In etwa der Hälfte aller Länder, die einen bewaffneten internen Konflikt erlebt haben, bricht später erneut Gewalt aus. Die Politikwissenschaftlerin Charlotte Fiedler untersucht, welche politischen Maßnahmen dies am effektivsten verhindern. Basierend auf umfassenden Konfliktdaten weist sie nach, dass nach gewalttätigen Konflikten verfassungsgebende Prozesse und lokale Wahlen zum Erhalt von Frieden beitragen. Die Ergebnisse unterstreichen die Rolle von politischer Partizipation in Post-Konflikt-Gesellschaften – so zeigt Fiedler zum Beispiel, dass eine ausreichende Länge von verfassungsgebenden Prozessen wichtig ist, um ehemalige Gegner zu intensiver Zusammenarbeit und Kompromiss zu bewegen. Mit zunehmender Verhandlungsdauer sinkt die Konfliktgefahr nämlich signifikant. Es ist also nicht zielführend, wenn internationale Akteure – wie bislang üblich – Post-Konflikt-Staaten unter Druck setzen, innerhalb weniger Monate eine neue Verfassung zu verabschieden. Lokale Wahlen wiederum bieten viel größeren Teilen der Bevölkerung, aber auch der Elite, sehr direkte Möglichkeiten politischer Teilhabe, was neuen Spaltungen entgegenwirkt.

Veranstaltungsflyer (PDF)

Informationen

Mittwoch, 12.02.2020 | 16.00 Uhr
Deutscher Bundestag
Paul-Löbe-Haus, Zimmer 6.233
11011 Berlin
Gemeinnützige Körber-Stiftung

Dies ist keine öffentliche Veranstaltung.

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