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Gespräch

Wie viel darf man vergessen?

Auch 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wird in Deutschland und Israel öffentlich über eine zeitgemäße Erinnerung an den Holocaust diskutiert. Doch wie die Kinder und Enkel der Opfer mit ihrem schweren Erbe umgehen, bleibt oft im Dunkeln. Die israelische Regisseurin Yael Reuveny widmet sich in ihrem Dokumentarfilm »Schnee von gestern« dem Spannungsfeld zwischen Gegenwart und übermächtiger Vergangenheit anhand ihrer eigenen Familiengeschichte. Der Film erzählt die Geschichte ihres verschollen geglaubten Großonkels, der nach dem Zweiten Weltkrieg seine jüdische Identität verleugnete und im Nachkriegsdeutschland in unmittelbarer Nähe des Konzentrationslagers, in dem er inhaftiert war, ein neues Leben aufbaute. Die Konsequenzen dieser Entscheidung für ihre gesamte Familie stellt Reuveny in den Mittelpunkt ihres bewegenden und ungeschminkten Dokumentarfilms.

Anhand von Ausschnitten aus dem Film diskutiert die Regisseurin mit Martin Doerry, in welchem Maße der Lebensalltag der zweiten und dritten Generation von den Erfahrungen der Überlebenden beeinflusst wird. Ihre zentrale Frage lautet dabei: Wie viel darf ich vergessen?

Die Veranstaltung findet auf Englisch mit Übersetzung statt.

Video

Eine Veranstaltung zum Schwerpunkt
»Erinnerung schafft Zukunft«.

Yael Reuveny, Regisseurin<br />(Foto: Amit Berlowitz)
Martin Doerry, Der Spiegel<br />(Foto: Monika Zucht)

Informationen

Montag, 23.11.2015 | 19.00 Uhr
KörberForum
Kehrwieder 12
20457 Hamburg

Infos zum Veranstaltungsort

Sie erreichen das KörberForum mit der U3, Station Baumwall (Fußweg ca. 3 Minuten).

Kostenpflichtige Parkplätze finden Sie in der Straße Kehrwieder hinter der Schranke.

Informationen zu rollstuhlgerechtem Zugang
unter 040 · 80 81 92 - 0.

Gemeinnützige Körber-Stiftung

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