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Vom isolierten zum vernetzten Lernen: Learning Cities

Wie werden Städte und Regionen zu Ökosystemen für Lernen und Innovation? Diese Frage stand im Mittelpunkt der KörberKonferenz »Learning Cities« am 21. und 22. Juni in Hamburg. Für solche Ökosysteme des Lernens gibt es in Deutschland und Europa bereits gute Beispiele. Antworten kamen unter anderem aus Finnland.

Der digitale Wandel stellt das Bildungssystem vor große Herausforderungen, die von klassischen Bildungsinstitutionen allein nicht mehr bewältigt werden können. Hier rücken Städte und Regionen in den Fokus, die vor Ort Räume und Möglichkeiten zum gemeinsamen Lehren und Lernen von unterschiedlichen Akteuren und Zielgruppen eröffnen können. Gute Beispiele gibt es bereits. 

Eine Vorreiterrolle nimmt das finnische Espoo ein, von dem Markku Markkula in seiner Eröffnungsrede berichte. Der Vizepräsident des Europäischen Ausschusses der Regionen zeigte am Beispiel seiner Heimatstadt auf, wie in den vergangenen Jahren ein Mentalitätswechsel vollzogen worden ist und klassische Bildungsinstitutionen  mit unterschiedlichen Einrichtungen inzwischen gemeinsame Lernräume gestalten. Diese Art des kollaborativen Lernens wird von dem Europäischen Ausschuss der Regionen aktiv unterstützt.

Die anschließende Podiumsdiskussion mit Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer vom Deutschen Städte- und Gemeindebund, dem Chief Digital Officer der Hamburger Schulbehörde, Martin Brause und Angela Million, Stadtplanerin an der TU Berlin machte deutlich, welche Herausforderungen derzeit noch zu überwinden sind, um solche Ökosysteme des Lernens in Deutschland zu etablieren. Nichtsdestotrotz gibt es auch in Deutschland gute Beispiele, wie die unterschiedlichen Praxisbeispiele zeigten. So begeistert die Hacker School mit ihren »Inspirern« Kinder und Jugendliche für IT, Micha Pallesche von der Karlsruher Ernst-Reuter-Schule zeigte auf, dass Schulen sich auch in Deutschland öffnen und den Stadtraum als Lernraum nutzen können und Frauke Untiedt von den Hamburger Bücherhallen machte deutlich, wie Bibliotheken zu »dritten Lernorten« werden können.

Im Mittelpunkt des zweiten Tages standen unterschiedliche Städte und Regionen, die sich auf den Weg gemacht haben, um »Learning Cities« bzw. »Learning Regions« zu werden. Hierzu zählen der Kreis Lippe mit seinem Zukunftskonzept 2025, Ulm mit dem Verschwörhaus als »Experimentierfeld für die Welt von morgen«, Köln als digitale Stadt und das niederländische Amsterdam mit der öffentlichen Bibliothek als zentralem Lernort. Auch wenn sich die vier Beispiele durch unterschiedliche Voraussetzungen und Herangehensweisen auszeichnen, wurde deutlich, dass sie alle ein gemeinsames Ziel verfolgen: die Zusammenarbeit vor Ort zu stärken und Räume für lebenslanges Lernen zu gestalten.

So lässt sich auch das Fazit dieser Konferenz zusammenfassen: Ökosysteme des Lernens entstehen nicht durch die Umstellung von analog auf digital, sondern durch den Wandel vom isolierten zum vernetzten Lernen. Vor diesem Hintergrund war die Zusammensetzung der Teilnehmenden ein wichtiger Schritt. Denn Akteure aus dem Bildungsbereich und der kommunalen Verwaltung hatten zwei Tage lang die Gelegenheit, sich kennenzulernen, auszutauschen und zu vernetzen. Und das gelingt immer noch am besten ganz analog.

Alle Videos zur KörberKonferenz »Learning Cities«


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