+
  • Lynn Kaack vernetzt die sehr unterschiedlichen Akteure an der Schnittstelle von KI und Klima.
  • - Meldung

    Was hat Künstliche Intelligenz mit dem Klima zu tun?

    Heute startet die zweite Staffel des Podcasts Future Changers, der auslotet, wie Künstliche Intelligenz zum Klimaschutz beitragen kann. Zur Premiere von Folge 1 werfen wir ein Schlaglicht auf das Thema der kommenden sechs Folgen.

    In den vergangenen 50 Jahren ist die Temperatur der Erde dramatischer angestiegen als je zuvor. Insbesondere die Kohlendioxid-Emissionen der Industrienationen heizen den Planeten auf. Stoppen wir die Erderwärmung nicht, schrumpft das Eis in der Arktis weiter, die Zahl der Naturkatastrophen – die sich seit 1980 ohnehin mehr als verdreifacht hat – steigt noch höher – und noch mehr Tier- und Pflanzenarten verschwinden aus ihren Verbreitungsgebieten.

    Es geht ums Tempo: Die Geschwindigkeit, in der wir Emissionen reduzieren, wird sich deutlich auf die weitere Erderwärmung auswirken. Innovative Lösungsansätze müssen her. In Deutschland fördert deshalb zum Beispiel das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) die Entwicklung und die Erprobung des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) beziehungsweise KI-basierten Innovationen. »Als KI-Leuchttürme sollen diese Projekte beispielgebend für eine umwelt-, klima- und naturgerechte Digitalisierung sein«, heißt es aus dem BMU. Aber was genau bedeutet dieses Vorhaben eigentlich?

    Wir bringen mit der zweiten Staffel des Podcasts Future Changers Licht ins Dunkel. Mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten klärt die Journalistin und Nachhaltigkeitsexpertin Anna Schunck vom Online-Magazin VIERTEL \ VOR zum Beispiel: Wie passen KI und Klimaschutz zusammen? Sind Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit ein Widerspruch oder die ideale Ergänzung? Und in welchen Bereichen, die entweder von Klimaveränderungen betroffen sind oder einen negativen Effekt auf das Klima haben, bringt die Technologie schon Verbesserungen?

    Von welcher Art KI sprechen wir in puncto Klimaschutz?

    Nicht erst seit der Förderung durch das BMU entwickeln Unternehmen innovative Projekte und viele Startups Geschäftsmodelle die ein großes Ziel verfolgen: den Klimawandel zu stoppen beziehungsweise einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden. Und auch die Wissenschaft treibt die Grundlagenforschung mit hohem Tempo voran. Die Ausprägung der KI, die dabei überwiegend zum Einsatz kommt, ist das maschinelle Lernen. Einfach ausgedrückt: Systeme – in den meisten Fällen ein komplexer Algorithmus – erlernen auf der Basis riesiger Datenmengen Fähigkeiten, um spezielle Fragen beantworten zu können.

    Deutlich wird das zum Beispiel beim Thema Stromerzeugung, sagt Lynn Kaack in der ersten Folge. Sie forscht und lehrt an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich zum Thema und ist zudem Co-Gründerin von Climate Change AI, einer Initiative, die die sehr unterschiedlichen Akteure an der Schnittstelle von KI und Klima vernetzt.

    KI kann im Stromsektor durchaus Verbesserungen bringen – sowohl bei der Erzeugung und auch beim Verbrauch, erklärt Kaack – »denn wenn die Stromerzeugung beispielsweise vom Wetter, also von der Sonne oder vom Wind, abhängt, müssen dafür möglichst genaue Vorhersagen gemacht, werden – und dafür viele Daten verarbeitet werden.« Zudem kann KI so auch prognostizieren, in welchen Gegenden es sich langfristig lohnt, Wind- oder Solarenergie zu generieren. Beim Verbrauch geht es unter anderem darum, dass wir nicht immer gleich viel Strom nutzen – weder in der Industrie noch im privaten Bereich. Auch da kann KI Muster erkennen und somit Effizienzen schaffen, wenn die richtigen Daten zur Verfügung stehen. Und schließlich kann KI die Infos zur Erzeugung und zum Verbrauch von Strom zueinander in Beziehung setzen und das ganze System damit noch effizienter machen.

    Interdisziplinarität im Fokus

    Andererseits kann KI als Wachstumstreiber dem Klima aber auch schaden – zum Beispiel, wenn Algorithmen Prozesse im Öl- und Gassektor beschleunigen und die Erzeugung von fossiler Energie so kostengünstiger zu machen. Das Zusammenspiel ist also mehr als komplex. Auch darüber spricht Schunck in der ersten Folge der neuen Staffel von Future Changers mit Wissenschaftlerin Kaack. Schunck: »Lynn verrät, wann KI klimafreundlich ist, wie sie zum sogenannten Greenwashing genutzt werden kann und warum es fürs Klima das Wichtigste ist, dass Emissionen gesenkt werden – egal mit welcher Technologie.«

    Kaack und Schunck arbeiten Interdisziplinarität als neuralgischen Punkt heraus. Denn was KI sicher nicht schaffen kann ist, die richtigen Leute mit der richtigen Expertise aus komplett unterschiedlichen Sektoren zusammenbringen, damit gute und auch wirklich gewinnbringende Ideen und Lösungen entstehen. Wie Kaack und fünf weitere Future Changers mit den Schwerpunkten Landwirtschaft, Waldwirtschaft, Energie, Mobilität und Kreislaufwirtschaft ans Werk gehen, verraten wir Ihnen in den neuen Folgen unseres Podcasts ab 30. März 2020 alle zwei Wochen dienstags.

    Zum Podcast


    to top