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  • (Foto: David Ausserhofer)
  • Collage aus Instagram-Posts der Teilnehmenden
  • Collage aus den Bildern der virtuellen Ausstellung
  • Titelbild des Retrospects
  • - Meldung

    Wie erleben junge Europäer die Krise?

    Die ganze Welt erlebt die Krise, aber die Stimme junger Menschen wird oft überhört. Beim EUSTORY eCommemoration Campus 2020 »Beyond the Crisis« stand die Krisenwahrnehmung junger Europäer*innen im Mittelpunkt.

    Zwei Monate lang befassten sich 40 junge Europäer*innen aus 16 Ländern mit der Frage, wie als Individuen und Gesellschaften mit Krisenherausforderungen umgehen und ob ein Blick auf vergangene Krisen helfen kann, mit den gegenwärtigen besser umzugehen.

    Im Rahmen des Projekts haben die Teilnehmenden digitale Räume als Labor für die Erforschung von Geschichte genutzt. Dem Thema Krise näherten sie sich dabei in drei verschiedenen grenzüberschreitenden Workspaces.

    Neue Formen der Erinnerungskultur

    Zusammen mit dem War Childhood Museum aus Sarajevo haben die Teilnehmenden »Childhood During Crisis – Growing up in Difficult Times« erforscht. Sie haben nach Krisenerfahrungen in der Kindheit gefragt und die Erlebnisse in einer eindrücklichen virtuellen Ausstellung verarbeitet. Beispielsweise von Hussein (20), der seine vier goldenen Regeln des Überlebens in Afghanistan und auf der Flucht nach Europa mit einer nur etwas jüngeren Schweizerin aus Zürich teilt. 

    Die Frage, wie wir Krisen überwinden und Hoffnung behalten haben die Teilnehmenden unter dem Titel »Hope in Difficult Times – How to Cope with Crises?« festgehalten. Aus den Geschichten aus ganz Europa und unterschiedlichen Zeiten haben sie ein digitales Kaleidoskop der Hoffnung aus Onepagern gestaltet. Mariami (20) aus Georgien hat sich beispielsweise entschieden, den nackten Statistiken zu aktiven Soldaten und gefallenen Helden des Landes drei selbst recherchierte Schicksale aus ihrem Dorf entgegenzusetzen, die plastisch von Überleben, Zusammenhalt und Wiederaufbau im Alltag der Kriegs- und Nachkriegszeit zeugen.

    Zum Thema »Home During Crisis – Stories of Losing, Leaving and Finding a Home« haben die Teilnehmenden mit Social Media Storytelling gearbeitet. Ihr Ausgangspunkt war hier, welche Rolle das Zuhause in Krisenzeiten einnehmen kann – sei es als sicherer Ort und Rückzugsmöglichkeit oder als einengender oder bedrohlicher Raum. Viele Geschichten drehen sich auch um den Umgang mit der existentiellen Erfahrung des kompletten Verlusts eines Zuhauses. Neben Geschichten von Flucht, Vertreibung und Zwangsmigration in der Mitte des 20. Jahrhunderts bieten die Ergebnisse dieses Workspaces auch Einblicke in die Situation junger Menschen im aktuellen Europa: Rafa (23) hat die Erfahrungen seines Cousins aufgearbeitet, dessen Berufseinstieg aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Spanien im Jahr 2012 nur im Ausland möglich war. Er reflektiert die Frage, ob der Schmerz und das Heimweh auch ein zu hoher Preis für eine berufliche Perspektive sein können.

    Mit dem eCommemoration Campus 2020 »Beyond the Crisis« erarbeiteten die Teilnehmenden neue, interaktive und partizipative Formen der Erinnerungskultur und nutzten die vielen digitalen Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Neben virtuellen Gruppenräumen – sogenannten flipped classrooms – auf dem EUSTORY History Campus kamen die Teilnehmenden bei Videokonferenzen zusammen, erlernten digitale Arbeitsmethoden, vertieften ihre digitalen Fertigkeiten und erhielten Training im modernen Storytelling. Bei Community Events stand die informellere Begegnungen und interkulturelles Lernen im Mittelpunkt. 

    Mehr Infos zum eCommemoration Campus gibt es hier (Englisch).


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