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»Wir nehmen Geschichte persönlich«

Europawahl, Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und die Spaltung von Gesellschaften – diese Themen bewegen die jungen Redakteure des EUSTORY History Campus im kommenden Jahr. Zehn Alumni aus dem EUSTORY-Netzwerk zwischen 18 und 30 Jahren trafen sich jetzt für die journalistische Vorbereitung zum Kick-Off Workshop in Hamburg.

Mit dem Blog hat die Körber-Stiftung seit 2014 einen Raum für junge Perspektiven auf Geschichte und Identität geschaffen. Von Beginn an unterstützten ehrenamtliche junge Redakteure die Körber-Stiftung bei der Suche nach Themen, der Gewinnung von jungen Autorinnen und Autoren aus ganz Europa und der Begleitung von Redaktionsprozessen. So entstehen vielfältige Einblicke, wo Geschichte für junge Leute heute relevant ist. Den 19jährigen Miguel aus Spanien, der in diesem Jahr neu zur Redaktionsgruppe dazu stößt, fasziniert dabei der persönliche Zugang zur Vergangenheit: »Ich will zeigen, dass Geschichte nicht langweilig, sondern im Gegenteil hochspannend ist, und wie intensiv sie den einzelnen Menschen berührt. Beim History Campus nehmen wir Geschichte persönlich.«

Bei ihrem Workshop in Hamburg diskutierte die Gruppe ihre Ideen für die Jahresagenda. Die Europawahl im Mai ist ein erstes wichtiges Thema für die jungen Redakteure. In Beiträgen aus verschiedenen europäischen Ländern wollen sie der Frage nachgehen, was junge Menschen vor der Wahl umtreibt und was sie dazu bringt oder davon abhält, wählen zu gehen. Die Sicht junger Menschen auf die aktuelle politische Situation steht dabei besonders im Mittelpunkt: Wird die Wahlbeteiligung in der Slowakei höher als die etwa 13 Prozent bei der Europawahl 2014? Was bedeutet Europa für junge Deutsche? Und wie ordnen junge Menschen aus einem nicht-EU-Land die europäische Nabelschau ein?

Sie planen Posts mit Bezug zu aktuellen Herausforderungen in einem zunehmend polarisierten Europa, wie beispielsweise Feindseligkeiten gegen Migranten in Mittelosteuropa oder das sehr unterschiedliche Verhältnis von Staat und Religion in verschiedenen Ländern. Ebenfalls möchte das Redaktionsteam an die Bombardierung Belgrads vor 20 Jahren oder die politischen Umbrüche in Europa rund um das Wendejahr 1989 erinnern. Was an dieser Vergangenheit ist relevant für junge Menschen in Europa, wie spiegelt sich die große Geschichte im Leben ihrer Familien? Und welche Spuren der Geschichte liegen auf den täglichen Wegen junger EUSTORY-Alumni, die es lohnen, recherchiert und öffentlich dargestellt zu werden?

In den letzten Jahren haben die Autoren und Editors für den History Campus Blog verschiedene Formate entwickelt. Durch sie ergeben sich unterschiedliche Zugänge, mit denen sich junge Autoren ihrem Gegenstand interessant nähern. Seit vielen Jahren beliebt ist der »Memory Suitcase«. Dahinter steht die Erfahrung, dass in jeder Familie und unter fast allen Lebensumständen bestimmte Gegenstände aufbewahrt werden, weil sie für Einzelne eine ganz besondere Bedeutung haben. Regelmäßig stellen junge Europäer einen solchen Gegenstand vor und liefern damit ungewöhnliche und häufig berührende Einblicke. Ein besonderes Augenmerk legen die Redakteure darauf, möglichst vielfältige Perspektiven zu veröffentlichen.

2019 besteht die Editors Group aus Jakob (20, Dänemark), Trixi (19, Deutschland), Miguel (19, Spanien) und Kateryna (18, Ukraine), die die erfahrenen Editors Camilla (25, Italien), Maria (23, Schweden), Phillip (24, Deutschland) und Taras (25, Ukraine) unterstützen. Koordiniert wird die Gruppe von dem 22jährigen Gregor aus Deutschland und der 31jährigen Milena aus Serbien. Der Journalist Clemens Schöll gibt journalistisches Know-How weiter und unterstützt bei der Konzeption und Endredaktion der Blogtexte. Den Peer-to-Peer Ansatz schätzt Milena besonders: »Wir können unsere eigenen Fähigkeiten erweitern, Einblicke journalistisches Handwerkszeug bekommen, lernen wie wir spannende Geschichten erzählen und unterstützen uns gegenseitig. Davon profitiere ich in vielerlei Hinsicht.«

Junge Europäer, die Interesse am Schreiben eines Blogposts oder der Mitarbeit in der Redaktion des History Campus haben, können das Redaktionsteam unter der Mailadresse info@historycampus.org erreichen. Die Redaktion sucht immer nach jungen Autoren mit frischen Perspektiven und interessanten persönlichen Zugängen oder Erfahrungen zu Fragen von Geschichte und Identität. Jedes Jahr im Herbst gibt es die Möglichkeit, Teil des Redaktionsteams zu werden. Die nächste Ausschreibung für das Editors Programm erfolgt voraussichtlich Ende 2019 auf dem History Campus Portal, die Termine werden auch im EUSTORY-Newsletter angekündigt.

Kurzvideo vom Editors Workshop
Zum History Campus Blog

 


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