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Zugabe-Preis
   

Zugabe-Preis

Die Welt zu verbessern, ist in jedem Alter möglich. Mit dem Zugabe-Preis zeichnet die Körber-Stiftung jährlich Gründerinnen und Gründer 60plus aus. Mit der Auszeichnung, die mit jeweils 60.000 € dotiert ist, werden drei Persönlichkeiten gewürdigt, die mit unternehmerischen Mitteln Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gefunden und dafür ein Unternehmen oder ein Sozialunternehmen aufgebaut haben.
Im Mittelpunkt stehen Menschen, die mit ihren Initiativen zeigen, dass Erfahrung und Innovation, Ruhestand und Aufbruch, Alter und Social Impact sich produktiv ergänzen – und die damit alle Generationen bestärken, die Phase nach der Lebensmitte neu zu nutzen: für eine Zugabe.

Innovation und Gründergeist sind kein Privileg der jüngeren Generation. Ältere bringen nicht nur die Erfahrungen von Aufbruch und gesellschaftlicher Gestaltung mit, sie haben oftmals auch eine große Zeitressource nach ihrem Berufsleben. Daraus lässt sich viel machen: eine Zugabe – für den Einzelnen und für uns alle.

Die Körber-Stiftung will Mut machen, die Phase nach der Lebensmitte zu nutzen, um kreative Lösungen für die Probleme und Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Sie macht aufmerksam auf die Menschen, die bereits mit guten Ideen für eine bessere Gesellschaft aktiv werden und bestärkt diejenigen, die den Wechsel in die nachberufliche Phase nutzen wollen, um selbst Verantwortung für gesellschaftlichen Wandel zu übernehmen.

Meldungen

– Meldung

Die Jury des Zugabe-Preises hat ihre Entscheidung getroffen: Heinz Frey (67), Gisela-Elisabeth Winkler (82) und Ernst-Andreas Ziegler (83) haben im vierten Jahr der Auszeichnung das Rennen gemacht. Die drei prämierten Sozialunternehmer:innen sind nach dem 50. Lebensjahr in vorbildlicher Weise ins unternehmerische Risiko gegangen und haben zugleich...

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– Meldung

Zwischen 60 und 95 Jahre alt sind die Gründer:innen, die für die diesjährige Runde des Zugabe-Preises nominiert wurden. Eine Auswahlkommission der Jury hat inzwischen ein erstes Voting zu den Einreichungen der 51 Unternehmer:innen, die mit mindestens 50 Jahren ihre Zugabe an die Gesellschaft ins Leben gerufen haben, abgegeben.

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Preisträger:innen 2022

Ernst-Andreas Ziegler

Junior Uni für das Bergische Land gGmbH
Wuppertal

Ernst Andreas Ziegler (83) ist überzeugt davon, dass allen jungen Menschen, unabhängig vom Bildungsniveau ihrer Eltern, die denkbar beste Bildung zusteht, für individuelle Zukunftsperspektiven und gesellschaftliche Chancengleichheit. Er hat deshalb 2008, im Alter von 70 Jahren, in Wuppertal die Junior Uni gegründet, einen außerschulischen Lernort mit Schwerpunkt Mathematik und Naturwissenschaften. Die Schüler:innen lernen und experimentieren auf dem schuleigenen Campus ganzjährig, mit viel Spaß und ohne Druck. Seit der Gründung waren rund 75.000 Kursplätze in über 6.500 Kursen belegt. In Kooperation mit Wissenschaft und Schulpraxis werden laufend neue Lernkonzepte entwickelt und wissenschaftlich evaluiert, während der Corona-Lockdowns wurde schnell auf ein digitalisiertes Angebot umgestellt.
Für die Finanzierung setzt Ernst Andreas Ziegler auf Unabhängigkeit: Ein großes Netzwerk an Partner:innen sichert die jährlichen Kosten von 1,7 Millionen Euro. Inzwischen sind mit der Beratung von Ernst Andreas Ziegler drei weitere Junior Unis entstanden. Der ehemalige Journalist glaubt, dass private, unternehmerische Bildungsinitiativen auch Politik und Verwaltung kreativer machen.

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Fotonachweis: Junior Uni Wuppertal/Anna Schwartz

Gisela-Elisabeth Winkler

Ladig & Winkler GmbH | saba Wäsche
Berlin

Dass sie noch im Alter zur Firmengründerin werden würde, hätte Gisela-Elisabeth Winkler (82) nie dacht. Die Mathematikerin sah sich im Jahr 2000 plötzlich mit der schweren Erkrankung ihres Mannes konfrontiert – und der Hilflosigkeit von bewegungseingeschränkten Menschen. Weil sie auf dem Pflegemarkt keine geeignete Kleidung fand, schloss sie selbst die Lücke. Die damals 70-Jährige entwickelte, zusammen mit ihrer Schwester, der Schneidermeisterin Sigrid Ladig, eine einfache wie geniale Antwort: Die saba Wäsche kann im Vorderteil geöffnet und um den Körper herum gelegt werden. So können sich Gehandicapte selbstständig bekleiden und Pflegekräfte werden bei der Versorgung bettlägerige Patientinnen und Patienten entlastet.
Gisela-Elisabeth Winkler startete als unternehmerische Quereinsteigerin ohne kaufmännische Erfahrung, mit eigenem Kapital. Learning by doing hieß ihre Devise. Heute verkauft sie ihr 2001 patentiertes Produkt in Deutschland und im europäischen Ausland. Der Antrag zur Zulassung als Pflegehilfsmittel durch den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen ist auf den Weg gebracht. Und Gisela Winkler weiß, dass sie auch hier den langen Atem aufbringen wird, um allen Menschen die hilfreiche Bekleidung zur Verfügung stellen zu können.

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Fotonachweis: Körber-Stiftung/David Ausserhofer

Heinz Frey

DORV UG
Jülich

Heinz Frey (67) ist Pionier für eine neue Form ländlicher Daseinsfürsorge. Für strukturschwache Regionen hat er ein Konzept für lokale Zentren mit Rundumversorgung aufgebaut. Dort werden an einer Ladentheke Lebensmittel, soziale und medizinische Dienste und Kultur angeboten. Die Zentren werden so zum neuen Dorfmittelpunkt und schaffen Arbeitsplätze. Sie sind Orte der Begegnung und verbessern unmittelbar die Lebensqualität vor Ort, für alle Generationen. Das erste neue Dorfzentrum eröffnete der ehemalige Lehrer 2005 in Jülich-Barmen, inzwischen hat er das Konzept beratend und mit Bürgerbeteiligung auf über 40 Orte übertragen. Jedes Nahversorgungszentrum steht auf eigenen Füßen und wird mit Genossenschaftsanteilen oder Bürgeraktien finanziert. In die Entwicklung sind nicht nur Bürgerinnen und Bürger eingebunden, sondern auch Politik, Wirtschaft, Vereine und Einrichtungen vor Ort – das Zentrum stiftet damit vom Anfang an Gemeinschaft und lokale Identität. Heinz Frey glaubt an die Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit der ländlichen Region und kämpft für deren Wiederbelebung als Wirtschafts-, Arbeits- und Siedlungsraum. »Nicht reden, sondern handeln« ist das Motto des Sozialunternehmers.

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Fotonachweis: Körber-Stiftung/David Ausserhofer

Kontakt

Standort:
Bergedorf
Gräpelweg 8
21029 Hamburg (Bergedorf)

Karin Haist
Programmleiterin
Demografische Zukunftschancen

+49 • 40 • 72 57 02 - 44
haist@koerber-stiftung.de

Jana Lunz
Programm-Managerin
Zugabe-Preis

+49 • 40 • 72 57 02 - 31
lunz@koerber-stiftung.de

David Menn
Programm-Manager
Alter und Kommune

+49 • 40 • 72 57 02 - 37
menn@koerber-stiftung.de

Niklas Rathsmann
Programm-Manager
Alter und Kommune; Zugabe-Preis

+49 • 40 • 72 57 02 - 16
rathsmann@koerber-stiftung.de

Jury

Gründer/innen, Themenexpert/innen und Vertreter/innen aus Sozialunternehmen, Wissenschaft und Medien wählen in einem mehrstufigen Verfahren die Preisträgerinnen und Preisträger aus.

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