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Zugabe-Preis
   

Zugabe-Preis

Zugabe-Preis

Die Welt zu verbessern, ist in jedem Alter möglich. Mit dem Zugabe-Preis zeichnet die Körber-Stiftung jährlich Gründerinnen und Gründer 60plus aus. Mit der Auszeichnung, die mit jeweils 60.000 € dotiert ist, werden drei Persönlichkeiten gewürdigt, die mit unternehmerischen Mitteln Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gefunden und dafür ein Unternehmen oder ein Sozialunternehmen aufgebaut haben.
Im Mittelpunkt stehen Menschen, die mit ihren Initiativen zeigen, dass Erfahrung und Innovation, Ruhestand und Aufbruch, Alter und Social Impact sich produktiv ergänzen – und die damit alle Generationen bestärken, die Phase nach der Lebensmitte neu zu nutzen: für eine Zugabe.

Innovation und Gründergeist sind kein Privileg der jüngeren Generation. Ältere bringen nicht nur die Erfahrungen von Aufbruch und gesellschaftlicher Gestaltung mit, sie haben oftmals auch eine große Zeitressource nach ihrem Berufsleben. Daraus lässt sich viel machen: eine Zugabe – für den Einzelnen und für uns alle.

Die Körber-Stiftung will Mut machen, die Phase nach der Lebensmitte zu nutzen, um kreative Lösungen für die Probleme und Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Sie macht aufmerksam auf die Menschen, die bereits mit guten Ideen für eine bessere Gesellschaft aktiv werden und bestärkt diejenigen, die den Wechsel in die nachberufliche Phase nutzen wollen, um selbst Verantwortung für gesellschaftlichen Wandel zu übernehmen.

Nominierung

Immer mehr Ältere nutzen ihre berufliche Expertise und ihre Lebenserfahrung, um jenseits der 50 noch einmal neu durchzustarten – mit gesellschaftlichem Mehrwert.

Die Körber-Stiftung freut sich über Nominierungen von Gründerinnen und Gründern, die mit ihrem Unternehmen die Gesellschaft besser machen.

zu den Teilnahmebedingungen

Nominierungsbogen (PDF)

Meldungen

– Meldung

Ältere Menschen seien nicht per se eine Risikogruppe. Karin Haist und Susanne Kutz, Körber-Stiftung, sehen die Generationen 60 plus nicht als ohnmächtig, sondern als Teil einer lebendigen Bürgergesellschaft. Insbesondere in der jetzigen Krisensituation sei ein differenzierter Blick auf das Alter nötig, um gute Lösungen zu finden.

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– Meldung

Drei Gründer und eine Gründerin wurden mit dem Zugabe-Preis ausgezeichnet. Gerhard Dust (68) revolutioniert das Bauen, Elke Schilling (75) verhindert Einsamkeit, Bernhard Krahl (73) sorgt für innovative Therapien und Thilo Bode (73) für mehr Verbraucherschutz im Lebensmittelbereich. Sie zeigen: Die Welt zu verbessern, ist keine Frage des Alters.

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Elke Schilling

Silbernetz und Silbertelefon
Berlin

Auslöser war der isolierte Tod eines alten Nachbarn. Die Antwort von Elke Schilling, heute 75 Jahre alt: Sie baute ein niedrigschwelliges Kommunikationsnetz für einsame Ältere auf. Seit 2018 gibt es in Berlin nun ihr Silbertelefon, die Hotline für den spontanen, vertraulichen Anruf. Das Silbernetz vermittelt Älteren feste Gesprächspartner für den wöchentlichen Austausch, und wer die Silberinfo anruft, wird über Angebote im Wohnumfeld informiert. Mit ihrem sozialen Unternehmen schafft Elke Schilling auch Arbeitsplätze: Die Gespräche führen ältere, schwerbehinderte Menschen. Seit März 2020 bietet Elke Schilling mitten in der Corona-Krise das Silbertelefon bundesweit an – die Nachfrage hat sich spontan vervielfacht. Was treibt die Mathematikerin an, die gleich mehrere berufliche Karrieren absolviert hat, von der Laborantin und Programmiererin bis zur Frauenpolitikerin und Staatssekretärin in Sachsen-Anhalt? Elke Schilling verweist auf ihre Herkunft aus einer DDR-Unternehmerfamilie und ihre Freude am Gründen. Und auf die spezielle Freiheit ihrer Lebensphase: »Als Alte bin ich so unabhängig, wie ich es als Jüngere selten war.«

Video: »Start-up 50plus: Strippenzieherin gegen Einsamkeit«

Dr. Gerhard Dust

PolyCare Research Technology GmbH & CO KG
Gummersbach/NRW und Suhl/Thüringen

2009 wollte Gerhard Dust – bis dahin Geschäftsführer im Buchgroßhandel und Gründer diverser Unternehmen – sich im Alter von 56 Jahren eigentlich in Florida zur Ruhe setzen. Dann erschütterte ihn das schwere Erdbeben in Haiti 2010. Er erkannte, dass die traumatisierten Opfer nicht in den Wiederaufbau eingebunden waren. Um Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort zu leisten, setzte der gelernte Volkswirt auf die Entwicklung von langlebigen und umweltfreundlichen Bauelementen aus Polymerbeton. Die mehrfach verwendbaren Elemente können aus lokalen Rohstoffen, selbst aus Wüstensand, produziert werden. Das Stecksystem nach dem Lego-Prinzip macht unabhängig von gelernten Fachkräften und schwerem Baugerät. Gerhard Dust entwickelte ein Businessmodell, das er international über Lizenzen umsetzt. Zum Beispiel in Namibia: Zwei Drittel von Polycare Namibia gehören einheimischen Partnern. 40 Mitarbeiter sind beschäftigt; sie produzieren günstige Häuser für Townships. Dass seine unternehmerische Weitsicht lokale Wertschöpfung und nachhaltiges Bauen ermöglicht, befriedigt den Gründer ungemein. Mit Golfspielen in Florida hätte er das nie erreicht, sagt Gerhard Dust.

Dr. Bernhard Krahl

Ambulanticum GmbH
Herdecke/NRW

Nach zwei Hirninfarkten wurde der Zahnarzt Bernhard Krahl 2007 mit damals 60 Jahren zum Schwerstpflegefall und galt als »austherapiert«. Er erkämpfte sich dennoch den Weg zurück ins Arbeits- und Sozialleben. Seine Erfahrung, dass vielen Betroffenen zeitgemäße Therapiemöglichkeiten der Nachsorge vorenthalten sind, motivierte ihn 2012 zur Gründung des Ambulanticum Herdecke. Das Therapiezentrum bietet ambulante Nachsorge, mit innovativen Therapien und einem interdisziplinären Fachteam. Kinder und Erwachsene, die etwa an den Folgen von Schlaganfällen oder schweren Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Schädelhirntrauma oder Querschnittslähmungen leiden, werden hier individuell behandelt. Bernhard Krahl arbeitet mit Kassen und Berufsgenossenschaften zusammen, aber er führt das Ambulanticum als privates Unternehmen und hat viel Eigenkapital investiert. Mittlerweile trägt sich das Ambulanticum durch Einnahmen selbst. Bernhard Krahl will sein Thema auch in die Gesellschaft tragen. In der Gesundheitspolitik müsse ein Umdenken erfolgen, sagt der Unternehmer. »Nicht Pflege bis in den Tod, sondern Rückführung ins Leben« müsse das Ziel sein.

Dr. Thilo Bode

foodwatch e.V.
Berlin

Dass in Deutschland in den letzten Jahren Gesundheitsschutz, Transparenz und Schutz vor Täuschung im Lebensmittelbereich wichtiger wurden, das ist wesentlich dem Verein foodwatch zu verdanken. Hinter foodwatch stehen nicht nur 40.000 Fördermitglieder, sondern auch sein Gründer, Thilo Bode. 2002, mit damals 55 Jahren, startete der ehemalige Direktor von Greenpeace international mit foodwatch neu durch. Der BSE-Skandal um die Jahrhundertwende machte ihm klar, »dass Verbraucher im Lebensmittelmarkt keine ausreichenden Rechte besitzen«. Das ändert sich seither – auch dank foodwatch und Thilo Bode. So hat beispielsweise die Kampagnenarbeit des Vereins zur Einführung des »Nutri-Scores« als Nährwertkennzeichnung in Deutschland beigetragen. Thilo Bode steht als Geschäftsführer einem Verein vor, der unternehmerisch geführt wird und durch Mitgliedsbeiträge unabhängig ist. Mit foodwatch international und Büros in anderen europäischen Ländern hat der erfolgreiche Stratege dafür gesorgt, dass Verbraucherrechte auch auf europäischer Ebene zum politischen Thema werden.

Kontakt

Standort:
Bergedorf
Gräpelweg 8
21029 Hamburg (Bergedorf)

Karin Haist
Leiterin bundesweite Demografie-Projekte
Stv. Leiterin im Haus im Park

Telefon +49 • 40 • 72 57 02 - 44
E-Mail haist@koerber-stiftung.de

Jana Lunz
Programm-Managerin
Zugabe-Preis

Telefon +49 • 40 • 72 57 02 - 31
E-Mail lunz@koerber-stiftung.de

Jury

Gründer, Sozialunternehmer, Themenexperten Wissenschaftler und Medienvertreter wählen aus einer von Ihnen ermittelten Shortlist die Preisträgerinnen und Preisträger aus.

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