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Zugabe-Preis: Preisträger/innen 2019

Ute Büchmann

Büchmann Seminare KG
Preetz

2006, im Alter von 52 Jahren, entdeckt Ute Büchmann eine Lücke: Nach ihrer Recherche gibt es noch keine Angebote zur mentalen Seniorenbegleitung. Sie gründet eine Senioren-Assistenz, die 2007 zum Unternehmen Büchmann Seminare KG wird und lebenserfahrene Menschen als Senioren-Assistentinnen und -Assistenten qualifiziert. Senioren-Assistenten begleiten als selbständig tätige Dienstleister ältere Menschen mit oder ohne Pflegegrad in der häuslichen Umgebung und sorgen für deren soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Zunächst regional auf Preetz in Schleswig-Holstein ausgerichtet, wird das Konzept als Plöner Modell bekannt. Weitere Seminar-Standorte in Hamburg, Berlin, Leverkusen, Nürnberg und Kempen in Nordrhein-Westfalen kommen dazu. Neben der Unterstützung für Senioren bietet das Modell auch Menschen nach der Familienphase einen Neueinstieg in das Berufsleben.

Dr. Michael Hoppe

Stiftung steps for children
Hamburg

Dr. Michael Hoppe steigt im Alter von 53 Jahren aus seiner ersten Karriere aus, die er bereits mit 22 Jahren als Gründer eines Marktforschungsinstituts begonnen hat. Er verkauft sein Unternehmen und macht sich auf die Suche nach einer »Zugabe«. Fündig wird er in Namibia, wo er den Trust steps for children gründet. Er ist an sechs Projektstandorten tätig, wo er sich für bessere Bildungschancen von Kindern aus den Armenvierteln Namibias einsetzt. Mit Krippen, Kindergärten, Vorschulunterricht, Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe für mehr als 1.500 Kinder werden die Grundlagen für bessere Chancen für ein selbstbestimmtes Leben gelegt. Die Gründung von Werkstätten, Nähstuben und Gärten unterstützt den nachhaltigen Ansatz der Stiftung und ermöglicht den Kindern und Jugendlichen, selbstverantwortlich ihren eigenen Lebensentwurf zu gestalten. Bei der Bildungsarbeit legt die Stiftung steps for children Wert darauf, unternehmerisches Handeln und Denken zu vermitteln.

Dr. Bernward Jopen

Leonhard gGmbH I Unternehmertum für Gefangene
Gräfelfing

Nach achtjähriger Tätigkeit als Mitgründer und Co-Geschäftsführer für das Entrepreneurship-Center der TU-München mit bis zu 1.000 Studenten und Wissenschaftlern jährlich wendet sich Dr. Bernward Jopen mit 67 Jahren einer ganz neuen Zielgruppe zu. Angespornt durch die Erfolge des Prison Entrepreneurship Program PEP in den USA gründet er 2010 ein Programm zur unternehmerischen Qualifizierung von Strafgefangenen, die sich vor ihrer Entlassung auf ein verantwortungsvolles und straffreies Leben vorbereiten wollen. Die Teilnehmer werden nach einer Bewerbung ausgewählt und auch noch lange Zeit nach ihrer Entlassung betreut, damit sie erfolgreich, selbstbewusst und legal Geld verdienen können. Oder im besten Fall sogar ihr eigenes Unternehmen führen.

Anna Vonnemann

ReMoD
Berlin

Anstoß zur Entwicklung von ReMoD (Remember Motion Device) gibt Anna Vonnemann die Erkrankung ihrer Tochter, die in Folge eines Schlaganfalls seit ihrer Geburt halbseitig gelähmt ist. Ihre Mobilitätsprobleme machten eine selbstständige Fortbewegung fast unmöglich. Eine langfristig wirksame Therapiemethode existiert bis dahin nicht. Das veranlasst Anna Vonnemann, zunächst tüftelnd am Küchentisch, zur Entwicklung eines Gerätes zur Haltungs- und Bewegungskontrolle. 2005 entsteht der erste Prototyp. Schnell zeigen sich bei Anna Vonnemanns Tochter deutliche Verbesserungen. 2015 wird die Biologin und freischaffende Künstlerin schließlich zur Start-up-Gründerin. Das patentierte Gerät sendet elektrotaktile Signale auf die Haut und ermöglicht damit Menschen mit einer neurologischen Bewegungsstörung, ihre Haltung eigenständig zu korrigieren.

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