- Meldung

Zugabe-Preis an gemeinwohlorientierte Gründer*innen 60plus verliehen

Körber-Stiftung würdigt Unternehmensgründungen im fortgeschrittenen Alter mit insgesamt 180.000 Euro

Für ihre gemeinwohlorientierten Unternehmensgründungen im fortgeschrittenen Lebensalter wurden Annette Habert, Josef Martin und Dirk Müller-Remus heute mit dem Zugabe-Preis der Körber-Stiftung geehrt. Lothar Dittmer, Vorsitzender des Vorstands der Körber-Stiftung, überreichte die mit jeweils 60.000 Euro dotierte Auszeichnung bei einer feierlichen Preisverleihung im Hamburger KörberForum: »Die drei Preisträgerinnen und Preisträger haben mit innovativen Geschäftsideen auf gesellschaftliche Bedarfe reagiert. Der Zugabe-Preis würdigt ihre Risikobereitschaft und ihr Verantwortungsgefühl für unsere Gesellschaft. Zugleich möchten wir mit dieser Auszeichnung Nachahmer motivieren: Die Gründung eines Start-ups ist keine Frage des Lebensalters.«

Stabile Bindungen in Trennungsfamilien

Annette Habert (60) hat mit 52 Jahren die gemeinnützige GmbH »Flechtwerk 2+1« gegründet. Das Sozialunternehmen
setzt sich für stabile Eltern-Kind-Bindungen in getrennten Familien ein. Dafür vermittelt Flechtwerk rund 1800 Gastfamilien für geschiedene Mütter und Väter am Wohnort der Kinder. Neben den privaten Unterkünften bieten Treffpunkte in Kindergärten oder Familienzentren kindgerechte Orte für vertraute Begegnungen. Unternehmerin Habert trägt mit ihrer Idee dazu bei, dass Kinder eine bedeutsame Beziehung zu beiden Eltern aufbauen können.

Autist*innen im Arbeitsmarkt

Dirk Müller-Remus (63) schafft mit seinen Unternehmen »auticon GmbH« und der »Diversicon GmbH« Jobs für Autist*innen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Der Berliner Wirtschaftsinformatiker hatte bei seinem betroffenen Sohn die speziellen Stärken erkannt – wie Mustererkennung, Präzision und Logik. Der Zugang zur Erwerbstätigkeit war Autist*innen jedoch fast unmöglich. Müller-Remus änderte das: Seine Unternehmen haben bis heute über 400 Arbeitsplätze für Autist*innen, vor allem als IT Consultants, geschaffen.

Seniorengenossenschaft im ländlichen Raum

Der Agrar-Ingenieur Josef Martin (85) hat früh die Folgen des demografischen Wandels erkannt: Auf die Landflucht der Jungen und die Versorgungsnot für die Älteren reagierte er 1991 mit Gründung der Seniorengenossenschaft Riedlingen. Dieses Projekt der bürgerschaftlichen Selbsthilfe bietet barrierefreie Wohnungen, eine Demenztagespflege, Hilfe im Haushalt sowie Essens- und Fahrdienste. Von 10.000 Einwohner*innen sind 850 Vereinsmitglieder, es gibt 22 Fachkräfte und über 100 freiwillige Ältere, die ihr Engagement direkt oder auf ein Zeitsparkonto vergütet bekommen.

Über den Zugabe-Preis

Mit dem Zugabe-Preis zeichnet die Körber-Stiftung bereits zum dritten Mal Gründer*innen 60plus aus, die mit unternehmerischen Mitteln Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gefunden und dafür ein Unternehmen oder ein Sozialunternehmen aufgebaut haben. Die Botschaft des Preises: Die Welt zu verbessern, ist in jedem Alter möglich. Für neue Altersvorbilder machen sich auch die Juror*innen stark − Expert*innen aus Politik, Wirtschaft, Social Business, Wissenschaft und Medien.

Pressefotos zur freien Nutzung sowie Hintergrundinfos zum Preis und den Preisträger*innen: www.koerber-stiftung.de/zugabe-preis

Pressemeldung zum Download (PDF)

Pressekontakt:
Körber-Stiftung
Julian Claaßen
E-Mail: claassen@koerber-stiftung.de
Telefon: +49 40 808192–233