Die Idee

Die Welt zu verbessern, ist in jedem Alter möglich. Im 60. Jahr ihres Bestehens zeichnet die Körber-Stiftung mit dem Zugabe-Preis erstmals soziale Gründerinnen und Gründer 60plus aus. Das sind Menschen, die mit sozialem Gründergeist Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit finden und dafür eine Organisation aufbauen. Im Mittelpunkt stehen Persönlichkeiten, die mit ihren Initiativen zeigen, dass Erfahrung und Innovation, Ruhestand und Aufbruch, Alter und Social Impact sich produktiv ergänzen – und die damit alle Generationen bestärken, die Phase nach der Lebensmitte neu zu nutzen: für eine Zugabe..

Innovation und sozialer Gründergeist sind kein Privileg der jüngeren Generation. Menschen, die 60 Jahre oder älter sind, bringen nicht nur die Erfahrungen von Aufbruch und gesellschaftlicher Gestaltung mit, sie haben oftmals auch eine große Zeitressource nach ihrem Berufsleben. Daraus lässt sich viel machen: eine Zugabe – für den Einzelnen und für uns alle.

Die Körber-Stiftung will Mut machen, die Phase nach der Lebensmitte zu nutzen, um kreative Lösungen für die Probleme und Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Sie macht aufmerksam auf die Menschen, die bereits mit guten Ideen für eine bessere Gesellschaft aktiv werden und bestärkt diejenigen, die den Wechsel in die nachberufliche Phase nutzen wollen, um selbst Verantwortung für gesellschaftlichen Wandel zu übernehmen.

Preisträger/innen 2019

Ute Büchmann

Büchmann Seminare KG
Preetz

2006, im Alter von 52 Jahren, entdeckt Ute Büchmann eine Lücke: Nach ihrer Recherche gibt es noch keine Angebote zur mentalen Seniorenbegleitung. Sie gründet eine Senioren-Assistenz, die 2007 zum Unternehmen Büchmann Seminare KG wird und lebenserfahrene Menschen als Senioren-Assistentinnen und -Assistenten qualifiziert. Senioren-Assistenten begleiten als selbständig tätige Dienstleister ältere Menschen mit oder ohne Pflegegrad in der häuslichen Umgebung und sorgen für deren soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Zunächst regional auf Preetz in Schleswig-Holstein ausgerichtet, wird das Konzept als Plöner Modell bekannt. Weitere Seminar-Standorte in Hamburg, Berlin, Leverkusen, Nürnberg und Kempen in Nordrhein-Westfalen kommen dazu. Neben der Unterstützung für Senioren bietet das Modell auch Menschen nach der Familienphase einen Neueinstieg in das Berufsleben.

Dr. Michael Hoppe

Stiftung steps for children
Hamburg

Dr. Michael Hoppe steigt im Alter von 53 Jahren aus seiner ersten Karriere aus, die er bereits mit 22 Jahren als Gründer eines Marktforschungsinstituts begonnen hat. Er verkauft sein Unternehmen und macht sich auf die Suche nach einer »Zugabe«. Fündig wird er in Namibia, wo er den Trust steps for children gründet. Er ist an sechs Projektstandorten tätig, wo er sich für bessere Bildungschancen von Kindern aus den Armenvierteln Namibias einsetzt. Mit Krippen, Kindergärten, Vorschulunterricht, Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe für mehr als 1.500 Kinder werden die Grundlagen für bessere Chancen für ein selbstbestimmtes Leben gelegt. Die Gründung von Werkstätten, Nähstuben und Gärten unterstützt den nachhaltigen Ansatz der Stiftung und ermöglicht den Kindern und Jugendlichen, selbstverantwortlich ihren eigenen Lebensentwurf zu gestalten. Bei der Bildungsarbeit legt die Stiftung steps for children Wert darauf, unternehmerisches Handeln und Denken zu vermitteln.

Dr. Bernward Jopen

Leonhard gGmbH I Unternehmertum für Gefangene
Gräfelfing

Nach achtjähriger Tätigkeit als Mitgründer und Co-Geschäftsführer für das Entrepreneurship-Center der TU-München mit bis zu 1.000 Studenten und Wissenschaftlern jährlich wendet sich Dr. Bernward Jopen mit 67 Jahren einer ganz neuen Zielgruppe zu. Angespornt durch die Erfolge des Prison Entrepreneurship Program PEP in den USA gründet er 2010 ein Programm zur unternehmerischen Qualifizierung von Strafgefangenen, die sich vor ihrer Entlassung auf ein verantwortungsvolles und straffreies Leben vorbereiten wollen. Die Teilnehmer werden nach einer Bewerbung ausgewählt und auch noch lange Zeit nach ihrer Entlassung betreut, damit sie erfolgreich, selbstbewusst und legal Geld verdienen können. Oder im besten Fall sogar ihr eigenes Unternehmen führen.

Anna Vonnemann

ReMoD
Berlin

Anstoß zur Entwicklung von ReMoD (Remember Motion Device) gibt Anna Vonnemann die Erkrankung ihrer Tochter, die in Folge eines Schlaganfalls seit ihrer Geburt halbseitig gelähmt ist. Ihre Mobilitätsprobleme machten eine selbstständige Fortbewegung fast unmöglich. Eine langfristig wirksame Therapiemethode existiert bis dahin nicht. Das veranlasst Anna Vonnemann, zunächst tüftelnd am Küchentisch, zur Entwicklung eines Gerätes zur Haltungs- und Bewegungskontrolle. 2005 entsteht der erste Prototyp. Schnell zeigen sich bei Anna Vonnemanns Tochter deutliche Verbesserungen. 2015 wird die Biologin und freischaffende Künstlerin schließlich zur Start-up-Gründerin. Das patentierte Gerät sendet elektrotaktile Signale auf die Haut und ermöglicht damit Menschen mit einer neurologischen Bewegungsstörung, ihre Haltung eigenständig zu korrigieren.

Aktuelles


Meldung

Erstmals hat die Körber-Stiftung ihren Zugabe-Preis verliehen. Vier Persönlichkeiten über 60 Jahre wurden damit für vorbildlichen Unternehmergeist und gesellschaftliche Innovationskraft im Alter ausgezeichnet. »Entrepreneurship ist kein Thema nur für Junge«, betonte die frühere Bundesministerin Brigitte Zypries in einer Laudatio.

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Meldung

Gründen in der zweiten Lebenshälfte, das ist kein Nischenthema. Das Barcamp »Gründerzeit« lockte am 3. Juni über 150 Menschen ins KörberForum, die gesellschaftliche Anliegen mit unternehmerischen Mitteln und Lebenserfahrung anpacken wollen.

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Gründer-Workshop 50plus

Sie sind lebens- und berufserfahren und über 50? Sie überlegen, sich mit einem eigenen Unternehmen selbständig zu machen? Sie wollen drängende gesellschaftliche Aufgaben anpacken? Noch einmal durchstarten, das eigene Know-how sinnvoll für andere einsetzen, neue Perspektiven für das eigene Älterwerden entwickeln? Herzlich willkommen beim Gründer-Workshop 50plus.

Im Workshop können Sie herausfinden, ob Sie persönlich und fachlich für das Gründen geeignet sind. Sie bekommen Unterstützung beim Finden oder bei der Prüfung Ihrer Gründungsidee. Und Sie können klären, wieviel Zeit Ihre Idee benötigt, ob sich die Mühe überhaupt lohnt und wo Ihre Chancen, aber auch Risiken stecken.

Wir laden Sie herzlich ein, mit auf Entdeckungsreise zu gehen.

Termin: 5. und 6. September 2019, ganztägig

Ort: Körber-Stiftung, Haus im Park, Gräpelweg 8, 21029 Hamburg

Workshop-Leitung: Ralf Sange, Gründer 50plus

Teilnahme: kostenlos, begrenzte Plätze

Anmeldung an: demografie@koerber-stiftung.de

Stimmen zum Zugabe-Preis

»Wir brauchen Pioniere des demografischen Wandels: Menschen, die uns zeigen, was wir in der zweiten Hälfte des Lebens neu anfangen können. Es ist wunderbar, dass wir ihre Arbeit nun würdigen können. Zugeberinnen und Zugeber leben vor, was alles noch möglich ist - und wie wir als Gesellschaft vom demografischen Wandel profitieren können.«

Margaret Heckel, Wirtschafts- und Politikjournalistin, Mitglied der Zugabe-Jury

»Die demografische Entwicklung betrifft jeden Babyboomer, das alte Dreiphasenmodell der Lebens- und Berufsweggestaltung hat ausgedient. Auf uns warten weitere Übergänge und persönliche Entwicklungsperspektiven, die sich, geprägt von Seniorität und sozialunternehmerischem Engagement, für jeden Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt auszahlen werden.«

Ralf Sange, Gründer der Initiative Gründer 50plus, Mitglied der Zugabe-Jury

»Eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung, zugleich mutig, offen, demütig, empathisch und (politisch) klug. Nicht nur Politiker, auch Einzelne müssen für diese Werte stehen. Und sich mit anderen zusammenstellen. In die Mitte der Gesellschaft. Wenn Du es nicht machst, passiert es nicht. Aber wenn Du beginnst, egal, wie alt Du bist, dann bleibst Du nicht allein. Mach Deine Gaben zur Zugabe für viele.«

Stephan Abarbanell, Kulturchef des Rundfunks Berlin-Brandenburg, Mitglied im Search Committee des Zugabe-Preises

»Zugabe macht Gründerinnen und Gründer sichtbar, von denen die Öffentlichkeit viel zu wenig weiß. Menschen, die sich engagieren, aber kein Aufheben darum machen- gut, dass Zugabe das Licht auf sie richtet.«

Brigitte Zypries, Bundesministerin a. D. für Wirtschaft und Energie, Darmstadt, Mitglied der Zugabe-Jury

Kontakt

Standort:
Bergedorf
Gräpelweg 8
21029 Hamburg (Bergedorf)

Karin Haist
Leiterin bundesweite Demografie-Projekte
Stv. Leiterin im Haus im Park

Telefon +49 • 40 • 72 57 02 - 44
E-Mail haist@koerber-stiftung.de

Imke Bredehöft (in Elternzeit)
Programmleiterin
Zugabe-Preis

Telefon +49 • 40 • 72 57 02 - 31
E-Mail bredehoeft@koerber-stiftung.de

Nele Larsen
Programm-Managerin
Zugabe-Preis

Telefon +49 • 40 • 72 57 02 - 37
E-Mail larsen@koerber-stiftung.de

Jana Lunz
Programm-Managerin
Zugabe-Preis

Telefon +49 • 40 • 72 57 02 - 31
E-Mail lunz@koerber-stiftung.de

Caroline Oxley
Programm-Managerin
Zugabe-Preis

Telefon +49 • 40 • 72 57 02 - 32
E-Mail oxley@koerber-stiftung.de

Jury

Diese Mitglieder unserer Experten-Jury haben aus einer von ihnen ermittelten Shortlist die Preisträgerinnen und Preisträger 2019 ausgewählt.

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Search Committee

Themen-Experten, regionale Akteure und Medienvertreter sind Mitglied im breit aufgestellten Nominierungsgremium, das deutschlandweit die Kandidatinnen und Kandidaten für den Zugabe-Preis sucht.

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