Zugabe-Preis

Die Welt zu verbessern, ist in jedem Alter möglich. Mit dem Zugabe-Preis zeichnet die Körber-Stiftung jährlich Gründerinnen und Gründer 60plus aus. Mit der Auszeichnung, die mit jeweils 60.000 € dotiert ist, werden drei Persönlichkeiten gewürdigt, die mit unternehmerischen Mitteln Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gefunden und dafür ein Unternehmen oder ein Sozialunternehmen aufgebaut haben.
Im Mittelpunkt stehen Menschen, die mit ihren Initiativen zeigen, dass Erfahrung und Innovation, Ruhestand und Aufbruch, Alter und Social Impact sich produktiv ergänzen – und die damit alle Generationen bestärken, die Phase nach der Lebensmitte neu zu nutzen: für eine Zugabe.

Innovation und Gründergeist sind kein Privileg der jüngeren Generation. Ältere bringen nicht nur die Erfahrungen von Aufbruch und gesellschaftlicher Gestaltung mit, sie haben oftmals auch eine große Zeitressource nach ihrem Berufsleben. Daraus lässt sich viel machen: eine Zugabe – für den Einzelnen und für uns alle.

Die Körber-Stiftung will Mut machen, die Phase nach der Lebensmitte zu nutzen, um kreative Lösungen für die Probleme und Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Sie macht aufmerksam auf die Menschen, die bereits mit guten Ideen für eine bessere Gesellschaft aktiv werden und bestärkt diejenigen, die den Wechsel in die nachberufliche Phase nutzen wollen, um selbst Verantwortung für gesellschaftlichen Wandel zu übernehmen.

Zugabe-Preisverleihung im Video

 

Bericht und Fotos zum Download

Meldungen

– Meldung

Annette Habert (60), Dirk Müller-Remus (63) und Josef Martin (85) wurden am 8. Juni mit dem Zugabe-Preis der Körber-Stiftung ausgezeichnet. Alle drei haben erfolgreiche Sozialunternehmen gegründet und verbinden so die unternehmerische Kompetenz des Alters mit vorbildlicher gesellschaftlicher Wirkung.

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– Meldung

Am 8. Juni um 11 Uhr werden die diesjährigen Zugabe-Preise von der Körber-Stiftung verliehen. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden für die Gründung vorbildlicher Sozialunternehmen in der zweiten Lebenshälfte mit je 60.000 Euro geehrt.

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Preisträger/innen 2021

Annette Habert

Flechtwerk 2+1 gGmbH
München

Annette Habert (60) stabilisiert Scheidungsfamilien: Ihre gemeinnützige GmbH Flechtwerk 2+1 vermittelt weit entfernt lebenden Müttern und vor allem Vätern private Gastgeber für die Übernachtung beim Besuch ihres Kindes, Räume für das Zusammentreffen und ehrenamtliche Coaches. Rund 1800 Gastfamilien öffnen ihre Türen für ca. 1400 geschiedene Eltern. Ihr Sozialunternehmen hat die Religionspädagogin 2012 gegründet; bis heute wachsen die Mitgliederzahlen. Seit 2020 beteiligen sich ihr Wohnort München und das Bundesfamilienministerium an den Kosten. Zu Beginn aber hatte Annette Habert eine eigene Erbschaft in ihr Sozialunternehmen eingebracht – und ihre Lebenserfahrung: Sie war selbst alleinerziehend, hatte ein Pflegekind aufgenommen und auf Missstände immer wieder persönlich reagiert, zum Beispiel durch Hilfstransporte im Jugoslawienkrieg. Das Unternehmertum, sagt sie, war ihr nicht in die Wiege gelegt, aber Verantwortung zu übernehmen, schon – und erst recht bei ihrem Lebensthema »Bindungen«. Von der »Analphabetin in der Unternehmensführung« ist sie zur selbstbewussten Sozialunternehmerin gereift, die für die Bindungssicherheit von Kindern nicht nur erfolgreich kämpft, sondern ihre Stimme auch in der politischen Debatte erhebt.

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Fotonachweis: Körber-Stiftung/Flechtwerk2+1, Axel Öland

Dirk Müller-Remus

auticon GmbH und Diversicon GmbH
Berlin

Dirk Müller-Remus (63) ist ein gleich mehrfach erprobter »Senior Social Entrepreneur«. Mit der auticon GmbH und der Diversicon GmbH vermittelt der Berliner vorrangig Autisten in den Arbeitsmarkt. Der Wirtschaftsinformatiker hatte bei seinem eigenen Sohn ihre speziellen Stärken erkannt – wie Logik, Mustererkennung, Fehlersuche und Präzision. Aber er musste auch erfahren: 70% aller Autisten in Deutschland sind arbeitslos. Seit 2011 vermittelt deshalb die auticon GmbH Autisten als IT-Fachkräfte in den ersten Arbeitsmarkt. Mit großem Erfolg: Über 400 Arbeitsplätze wurden bereits geschaffen und auticon ist in der IT-Branche fest etabliert. Die IT-Unternehmen gewinnen gute Mitarbeiter, aber auch Erfahrung mit Inklusion. auticon trägt sich durch seinen Umsatz so gut selbst, dass Dirk Müller-Remus 2017 ein zweites Unternehmen gründen konnte: die Diversicon GmbH, ein Personaldienstleistungsunternehmen für Arbeitslose mit neurodiversen Hemmnissen, neben Autismus zählt dazu z.B. auch ADHS. Dirk Müller-Remus ist stolz auf seinen unternehmerischen Erfolg, hat aber auch noch viele neue Ideen für weitere visionäre Gründungen. Dirk Müller-Remus Gründergeist beweist, dass Start-ups zu Unrecht nur mit Jüngeren verbunden werden. Auch ältere Gründer »wollen noch etwas bewegen und die Gesellschaft verbessern«.

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Fotonachweis: Körber-Stiftung/David Ausserhofer

Josef Martin

Seniorengenossenschaft Riedlingen

Der Agrar-Ingenieur Josef Martin (85) lebt seine Zugeber-Karriere bereits seit fast 30 Jahren. Schon 1991, damals 56 Jahre alt, hatte er die Folgen des demografischen Wandels erkannt: die Landflucht der Jungen sowie mögliche Armut und fehlende Versorgung der Alten. Um seine Heimatstadt Riedlingen am Rand der schwäbischen Alb demografiefest zu machen, gründete er die Seniorengenossenschaft Riedlingen, organisiert als Verein. Sie war nicht nur die erste ihrer Art in Deutschland, sondern als Beispiel bürgerschaftlicher Selbsthilfe das Modell für viele spätere Seniorengenossenschaften im ganzen deutschsprachigen Raum. In Riedlingen bietet Josef Martins Gründung den Älteren barrierefreie Wohnungen, eine Demenztagespflege, Hilfe im Haushalt, Essens- oder Fahrdienste zu bezahlbaren Preisen. Neben 22 Fachkräften erbringen auch über 100 ältere Bürger und Bürgerinnen diese Leistungen und erhalten für ihr Engagement eine Vergütung oder eine Gutschrift auf ein Zeitkonto. Von 10.000 Einwohnern sind heute 850 Mitglieder der Seniorengenossenschaft. Josef Martin ist noch immer ihr ehrenamtlicher Vorsitzender. Als Pionier ist er bis heute vom Nutzen und auch der Wirtschaftlichkeit des solidarischen Genossenschaftsgedankens überzeugt. Seinen unternehmerischen Einsatz trägt er auch in die Politik – ihr empfiehlt er, sorgende Gemeinschaften von Bürgern viel stärker zu fördern.

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Fotonachweis: Körber-Stiftung/Bianca Hohl

Kontakt

Standort:
Bergedorf
Gräpelweg 8
21029 Hamburg (Bergedorf)

Karin Haist
Programmleiterin
Demografische Zukunftschancen

+49 • 40 • 72 57 02 - 44
haist@koerber-stiftung.de

Jana Lunz
Programm-Managerin
Zugabe-Preis

+49 • 40 • 72 57 02 - 31
lunz@koerber-stiftung.de

Jury

Gründer, Sozialunternehmer, Themenexperten Wissenschaftler und Medienvertreter wählen aus einer von Ihnen ermittelten Shortlist die Preisträgerinnen und Preisträger aus.

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