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Zweiter Baltic Sea Youth Dialogue im polnischen Olsztyn

Anfang September kommen 50 junge Europäer im polnischen Olsztyn (Allenstein) zusammen, um der Frage nachzugehen, wie sich Flucht und Vertreibung im Leben von Menschen auf deren Verständnis von »Heimat« und »Identität« auswirken.

Anfang September kommen 50 junge Europäer im polnischen Olsztyn (Allenstein) zusammen, um der Frage nachzugehen, wie sich Flucht und Vertreibung im Leben von Menschen auf deren Verständnis von »Heimat« und »Identität« auswirken. Zu diesem zweiten Baltic Sea Youth Dialogue laden Ostseerat und Körber-Stiftung gemeinsam ein.

2015 jährt sich mit dem 70. Jahrestag des Endes vom Zweiten Weltkrieg auch die geographische und politische Neuordnung Europas. Vor 70 Jahren bestimmte die Potsdamer Konferenz Landesgrenzen neu. Millionen von Menschen mussten ihre bisherige Heimat verlassen und in die neu ausgewiesenen Grenzen ihrer Nationalstaaten umsiedeln. In einigen Ländern war es bis 1989 untersagt, über die Erfahrung von Umsiedlung und Vertreibung öffentlich zu sprechen. Welche Bedeutung hat Nationalität für die Identität von Menschen, wenn Ländergrenzen verschoben werden? Welche Spuren hinterlässt das Wissen, die eigenen Erfahrungen nicht öffentlich erzählen zu können? Welche Strategien entwickelten Gemeinden, um vertriebene und umgesiedelte Menschen zu integrieren?

Mit besonderem Blick auf die baltischen Staaten erforschen 50 junge Europäer aus den Netzwerken von Ostseerat und EUSTORY im September diese Fragen am Beispiel der ehemaligen ostpreußischen Stadt Allenstein, heute Olsztyn in Polen. Ihr Rahmenthema ist »Heimat neu gedacht – Veränderte Zugehörigkeiten und Identitäten im Nachkriegseuropa«. In drei Arbeitsgruppen erschließen die Teilnehmer mit Hilfe von Interviews mit Zeitzeugen, Fotos und Videos von Anwohnern das komplexe Geschichtsbild der Region. Vor Ort wird der zweite Baltic Sea Youth Dialogue organisiert von der Stiftung Borussia in Olsztyn; Partner ist die polnische Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Mit diesem zweiten Baltic Sea Youth Dialogue setzen Ostseerat und Körber-Stiftung ihre Kooperation aus dem Vorjahr fort. Beim ersten Baltic Sea Youth Dialoge hatten im September 2014 insgesamt 22 Jugendliche aus 12 verschiedenen Ländern an der estnisch-russischen Grenze das Thema »Europa in Bewegung – Geschichte und Zukunft von Grenzen und Identitäten« unter die Lupe genommen.

Das Netzwerk EUSTORY regt junge Europäer zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit zentralen Gegenwartsfragen der europäischen Geschichte an und verbindet zivilgesellschaftliche Organisationen in 25 Ländern Europas, die nationale Geschichtswettbewerbe durchführen. Über 170.000 Jugendliche haben sich bislang an den Wettbewerben beteiligt, rund 1.000 von ihnen nahmen bisher an europäischen EUSTORY-Begegnungen teil.

Weitere Informationen zum zweiten Baltic Sea Youth Dialogue (auf Englisch)


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