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Zweiter Baltic Sea Youth Dialogue startet mit prominenten Gästen

Am 3. September werden Vertreter des polnischen Außenministeriums, des Auswärtigen Amtes und der Woiwodschaft Ermland-Masuren den zweiten Baltic Sea Youth Dialogue im Mendelsohn Haus in Olsztyn eröffnen.

Gustaw Marek Brzezin, Marshall der Woiwodschaft Ermland-Masuren, Grzegorz Poznański, Stellvertrender Direktor des Bereichs Europapolitik im polnischen Außenministerium, und Klaus Zillikens, Leiter des Referats Nordeuropa im Auswärtigen Amt, kommen am 3. September in das polnische Olsztyn, um dort gemeinsam mit den Vertretern des Ostseerats, der Körber-Stiftung und der Stiftung Borussia die 50 jungen Europäer zu begrüßen, die aus 19 Ländern angereist sind. Eine Woche lang werden die 16- bis 19jährigen der Frage nachgehen, wie sich Flucht und Vertreibung im Leben von Menschen auf deren Verständnis von »Heimat« und »Identität« auswirken. Zu diesem zweiten Baltic Sea Youth Dialogue laden Ostseerat und Körber-Stiftung gemeinsam ein.

2015 jährt sich mit dem 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs auch die geographische und politische Neuordnung Europas. Vor 70 Jahren bestimmte die Potsdamer Konferenz Landesgrenzen neu. Millionen von Menschen mussten ihre bisherige Heimat verlassen und in die neu ausgewiesenen Grenzen ihrer Nationalstaaten umsiedeln. In einigen Ländern war es bis 1989 nicht möglich, öffentlich über die Erfahrung von Umsiedlung und Vertreibung zu sprechen. Welche Bedeutung hat Nationalität für die Identität von Menschen, wenn Ländergrenzen verschoben werden? Welche Spuren hinterlässt das erzwungene Schweigen über die eigenen Erfahrungen? Und welche Strategien entwickelten Gemeinden und Regionen, um vertriebene und umgesiedelte Menschen zu integrieren?

Mit besonderem Blick auf die baltischen Staaten erforschen die jungen Europäer aus den Netzwerken von Ostseerat und EUSTORY diese Fragen am Beispiel der ehemaligen ostpreußischen Stadt Allenstein, heute Olsztyn in Polen. Ihr Rahmenthema ist »Heimat neu gedacht – Veränderte Zugehörigkeiten und Identitäten im Nachkriegseuropa«. In drei Arbeitsgruppen erschließen die Teilnehmer mit Hilfe von Interviews mit Zeitzeugen, selbst erstellten Videos und Fotos das komplexe Geschichtsbild der Region. Vor Ort wird der zweite Baltic Sea Youth Dialogue von der Stiftung Borussia in Olsztyn organisiert; Partner ist die polnische Woiwodschaft Ermland-Masuren. Zusätzliche finanzielle Mittel kommen von der EU-Strategie für den Ostseeraum (EUSBR).

Mit diesem zweiten Baltic Sea Youth Dialogue setzen Ostseerat und Körber-Stiftung ihre Kooperation aus dem Vorjahr fort. Beim ersten Baltic Sea Youth Dialog hatten im September 2014 insgesamt 22 Jugendliche aus 12 verschiedenen Ländern an der estnisch-russischen Grenze das Thema »Europa in Bewegung – Geschichte und Zukunft von Grenzen und Identitäten« unter die Lupe genommen.

»Für die Körber-Stiftung ist der Baltic Sea Youth Dialogue ein innovatives Konzept um junge Europäer dabei zu unterstützen, nationale Grenzen zu überwinden und Europa mit seinen unterschiedlichen Geschichtsnarrativen als Chance für den interkulturellen Austausch zu begreifen. Im Dialog mit Gleichaltrigen aus 19 Ländern, mit Vertretern der Zivilgesellschaft, Journalisten, Augenzeugen und Experten lernen sie, sich selbst und ihre eigenen Wahrnehmungen vor dem Hintergrund der Erzählungen und Erfahrungen anderer zu hinterfragen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem grundlegenden Verständnis darüber, was Europa ausmacht«, erläutert Gabriele Woidelko, Europa-Expertin der Körber-Stiftung.

Das Netzwerk EUSTORY regt junge Europäer zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit zentralen Gegenwartsfragen der europäischen Geschichte an und verbindet zivilgesellschaftliche Organisationen in 25 Ländern Europas, die nationale Geschichtswettbewerbe durchführen. Über 170.000 Jugendliche haben sich bislang an den Wettbewerben beteiligt, rund 1.000 von ihnen nahmen bisher an europäischen EUSTORY-Begegnungen teil.

Weitere Informationen zum zweiten Baltic Sea Youth Dialogue


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